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Frauenrechte

Jetzt oder nie! Zeit für Mütter und Kinder zu handeln, G7!

Es gibt für uns Menschen kaum etwas Natürlicheres als eine Geburt. Der Wunsch, Kinder zu bekommen und aufziehen zu wollen, ist quasi in unserer DNA verankert - und doch gibt es weltweit nichts gefährlicheres für eine Frau, als genau das zu tun.

Frauen und Kinder gehören noch immer zu den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft, und die Herausforderungen, mit denen sie sich tagtäglich konfrontiert sehen, schaffen es nur selten in unserer Schlagzeilen. Und auch wenn das Thema von den Millenniumsziele (MDGs) im Jahr 2000 aufgegriffen wurde und wir seitdem wesentliche Fortschritte verzeichnen konnten, haben wir immer noch einiges vor uns, um Mütter und Kinder auf der ganzen Welt mit einer soliden Gesundheitsversorgung ausstatten zu können.

Es geht also darum, die erzielten Fortschritte beizubehalten als auch in die Ausweitung und Stärkung der Gesundheitsversorgung von Müttern, Neugeborenen und Kindern (international auch 'MNCH': Mother, Newborn and Child Health' genannt) zu investieren - denn diese Schritte sind elementar um Gemeinden und Nationen dabei zu unterstützen, der Armut in der sie leben zu entfliehen. Gesunde Frauen mit einer soliden Schulbildung beispielsweise, haben eine wesentlich höhere Chance gesunde Säuglinge zur Welt bringen. Und gesunde Säuglinge können sich zu gesunden Kindern entwickeln, die wiederum eine Schule besuchen und abschließen, und schließlich zu pro-aktiven und vollwertigen Mitgliedern ihrer Gesellschaft werden.

Der Stand der Dinge

Indem wir dafür sorgen, dass Pflegekräfte gut ausgebildet und mit dem notwendigen Equipment ausgestattet sind, können Frauen bereits auf wesentlich bessere und sicherere Art Kinder zur Welt bringen. Zahlen belegen, dass heutzutage immer mehr Mütter in dafür vorgesehenen Gesundheitseinrichtungen entbinden, statt bei sich Hause. In Ruanda beispielsweise ist seit 2005 der Anteil der Mütter die in entsprechenden Einrichtungen ihr Kind zu Welt brachten von 31% auf 72% gestiegen. In Kambodscha stieg die Zahl ebenfalls von 20% auf 57%. Das sind riesige Fortschritte!

Leider haben diese positiven Meldungen trotz allem immer noch einen bitteren Beigeschmack. Noch immer sterben jedes Jahr fast 300.000 Mütter aufgrund von Komplikationen bei der Entbindung, während annähernd 2,9 Millionen Neugeborene innerhalb der ersten 28 Tage nach der Geburt versterben. Die Verbesserungen in Bezug auf die Sterblichkeitsrate bei Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 5 Jahren konnte sich leider nicht auf die Gruppe der Neugeborenen übertragen. 40% der Todesfälle der unter 5-jährigen Kinder sind nun bei Neugeborenen zu verzeichnen.

Was wir tun müssen um Menschenleben zu retten

Es gibt viele durchaus 'simple’ und doch effektive Maßnahmen, um solch vermeidbare Todesfälle von vornherein zu verhindern.

So haben Säuglinge, die gleich nach der Geburt und ausschließlich gestillt werden, eine 14-fach höhere Überlebenschance als Kinder die nicht gestillt werden, da Muttermilch mit allen lebenswichtigen Inhaltsstoffen angereichert ist und zeitgleich Säuglinge mit einem natürlichen Immunschutz versorgt.

Bei Frühgeburten zum Beispiel kann eine ‘Wärmeversorgung’ durch direkten Haut-zu-Haut Kontakt zwischen Mutter und Kind fast 20% der Todesfälle unter Neugeborenen verhindern - und diese Maßnahme ist ebenso denkbar einfach anzuwenden wie das unmittelbare Trockenreiben und reguläre Warmhalten des Neugeborenen direkt nach der Geburt. Es ist schockierend wenn man überlegt, dass das fehlende Wissen über solch natürliche Dinge wie der Haut-zu-Haut Kontakt am Tod zahlreicher Kinder Schuld ist.

Und schließlich: Impfungen! Impfungen und die ordnungsgemäße Handhabung von lebensrettenden Medikamenten spielen seit jeher eine unglaublich wichtige und ausschlaggebende Rolle wenn es darum geht, die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate zurück zu drängen und extreme Armut zu beenden.

Der G7 hat schon mal geholfen und kann (soll!) es jetzt wieder tun!

Die 'End Polio'-Kampagne ist ein direktes Resultat des G7-Treffens aus dem Jahr 2010 und zählt zu den größten Erfolgsgeschichten des G7. Dank der Kampagne erhielt die Bewegung damals den notwendigen Schwung, um Polio soweit zurück zu drängen, dass die weltweite Ansteckungsrate zwischen 1988 und heute um sage und schreibe 99% gesunken ist. Das heißt: 10 Millionen Menschen konnten vor der schlimmsten Folge der Krankheit, einer Lähmung, bewahrt werden. Und der absolute Clou an der Sache: eine Impfung, die das Leben eines Kindes vor Polio schützt, kostet gerade mal 60 Cent.

Es ist also zu einem guten Teil der Aufmerksamkeit des G7-Gipfels zu verdanken, dass wir inzwischen nahe dran sind, Polio vollständig auszumerzen - was wir bisher übrigens nur mit einer einzigen weiteren Krankheit geschafft haben: den Pocken. Wenn es uns also wirklich ernst ist mit dem Versprechen über eine weltweite Gesundheitsversorgung, dann wird es Zeit dieses Versprechen einzulösen und alle verbleibenden Kinder mit einer Impfung zu versorgen, die außerdem auch noch so wenig kostet.

Das anstehende G7-Treffen jetzt im Juni ist eine hervorragende Gelegenheit diese Bewegung voran zu bringen und eine weltweite Gesundheitsversorgung für Mütter, Neugeborene und Kinder zu fordern.

Allerdings bleibt uns Global Citizens nicht mehr all zu viel Zeit, um das Thema Mütter- und Kindergesundheit in die Aufmerksamkeit zu rücken und dafür zu sorgen, dass die G7 Staats- und Regierungschefs sich der Thematik auch wirklich widmen.

Wir haben daher eine Petition gestartet, in welcher wir die G7 Staats- und Regierungschefs dazu auffordern, bedeutende sowie monetäre Verpflichtungen auszuarbeiten um die Gesundheitsversorgung für Mütter und Kinder weltweit zu unterstützen und zu fördern. Außerdem fordern wir die G7 Teilnehmer dazu auf, dass auch grundlegende Probleme wie fehlende Sanitäranlagen, das mangelnde Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit und die Gewährleistung von Nahrungsmittel und Bildung in Angriff genommen wird, um extreme Armut zu beenden.

Wenn du uns dabei unterstützen möchtest, dann unterzeichne die Petition hier mit deinem Namen und werde Teil unserer Bewegung!

Mehr über unsere Petitionen und 'Take Action Now' Aktionen im Allgemeinen erfährst du in unseren FAQs.