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Frauenrechte

Eine Iranerin wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil sie ihr Kopftuch lüftete

Anfang März wurde eine iranische Frau zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie sich weigerte, ein Kopftuch zu tragen.

Die Frau hatte in der Hauptstadt Teheran auf offener Straße ihr Kopftuch abgelegt. 

Abbas Jafari Dolatabadi, Teherans Generalstaatsanwalt, sagte der Nachrichtenagentur Mizan Online, dass die Frau versucht habe, moralische „Korruption durch die Entfernung des Hijab in der Öffentlichkeit zu fördern“, so der Guardian.

Die Frau ist allerdings nur eine von Dutzenden, die in den vergangenen Wochen öffentlich ihr Kopftuch abgelegt haben – aus Protest gegen den vorherrschenden Kopftuch-Zwang im Land. 

Seit 1979 müssen Frauen im Iran Hijabs tragen. Doch immer mehr Frauen haben damit begonnen, sich dagegen aufzulehnen. Nicht gegen die Religion oder die Möglichkeit, ein Kopftuch tragen zu dürfen, sondern gegen ein Gesetz, das die persönlichen Entscheidungen der Frauen über ihren Glauben missachtet und sie zwingt, im öffentlichen Leben ihr Haar zu bedecken. 

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In den letzten vier Monaten (Stand Anfang März) wurden laut Guardian mehr als 30 iranische Frauen wegen des Ablegens ihres Kopftuchs verhaftet, obwohl Teherans Polizeichef erst letzten Dezember ankündigte, dass Frauen, die die gesetzliche Kleiderordnung des Landes missachten, nur mit einer Geldstrafe zu rechnen haben. 

Nach Angaben der BBC wurden 21 Monate der zweijährigen Haftstrafe der Frau zur Bewährung ausgesetzt, somit könnte sie nach drei Monaten das Gefängnis wieder verlassen. Die Frau habe Berufung gegen das Urteil eingelegt, doch der Generalstaatsanwalt drängt darauf, dass sie die vollen zwei Jahre absitze, berichtet der Stern.

Die Strafe ist ungewöhnlich hoch. Normalerweise beträgt die Höchststrafe in einem Fall wie diesem zwei Monate und eine Geldstrafe von 25 US-Dollar, berichtet der Guardian. Im Februar dieses Jahres schien die iranische Polizei ihre Ankündigung vom Dezember rückgängig zu machen. In einer Erklärung hieß es, dass Frauen, die an den Anti-Hijab-Protesten teilgenommen hatten, wegen „Anstiftung zu Korruption und Prostitution“ angeklagt und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt werden, berichtet Amnesty International.

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Eine Umfrage im Jahr 2015 ergab, dass fast die Hälfte der iranischen Männer und Frauen glauben, dass die Regierung Frauen nicht dazu zwingen sollte, ein Kopftuch zu tragen, und dass dies eine persönliche Entscheidung sein sollte. Dennoch bleibt das Gesetz fest verankert.

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