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Members of the LGBT community dance to celebrate after the country's top court struck down a colonial-era law that made homosexual acts punishable by up to 10 years in prison, in Bangalore, India, Sept. 6, 2018.
Aijaz Rahi/AP
Citizenship

Indien kippt über 160 Jahre altes Gesetz, das homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte

Warum das wichtig ist
Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zielen unter anderem darauf ab, Ungleichheit zu bekämpfen – egal, ob es um Geschlecht, Sexualität, Alter oder etwa Religion geht. Indiens Entschluss, sexuelle Orientierung nicht mehr gesetzlich zu diskriminieren, ist ein wichtiges Symbol für Gleichberechtigung. Hier kannst du dich uns anschließen und aktiv werden, damit auch ander Staaten mehr im Kampf gegen Ungleichheit tun.

Indiens oberster Gerichtshof hat in einem Grundsatzurteil einvernehmliche homosexuelle Handlungen legalisiert – und damit ein rund 160 Jahre altes Gesetz gekippt.

Die Richter entschieden, dass das Gesetz – Paragraph 377 des indischen Strafgesetzbuches – Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert und es deshalb verfassungswidrig sei.

Hunderte Menschen versammelten sich Anfang September vor dem höchsten Gericht des Landes in Neu-Delhi und bejubelten die Neuigkeit.

“Jede Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung verletzt Grundrechte”, begründet der Oberste Gerichtshof die Entscheidung. "Soziale Moral kann nicht dazu benutzt werden, die Grundrechte eines einzelnen Individuums zu verletzen. "

Das Gesetz wurde 1861 implementiert und stammt aus der britischen Kolonialzeit. Fast 1,3 Milliarden Inder mussten bisher unter dem Gesetz leben, das die Freiheit der Individuen einschränkt und den “widernatürlichen fleischlichen Verkehr" unter Strafe stellte.

Auch wenn die Verurteilungen wegen “Paragraph 377” selten waren, drohten homosexuellen Menschen und Paaren permanent eine Strafe von bis zu zehn Jahren Gefängnis, berichtet Al Jazeera.

Trotz der neuen Gesetzeslage fürchten Aktivisten, dass es weiterhin gewaltsame Übergriffe auf die LGBTQ Gemeinde geben könnte. Es müsse mehr getan werden, um Homophobie in dem Land entgegenzuwirken, meinen Aktivisten.

Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde. Rund 18 Prozent der Menschheit lebt in Indien und hat mit der aktuellen Entscheidung – zumindest juristisch – ein Stück Freiheit erlangt.