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Children ride swings in a playground engulfed by smog in Lahore, Pakistan, Nov. 11, 2017. Officials said smog has enveloped much of the country, causing highway accidents and respiratory problems, and forcing many residents to stay home.
K.M. Chaudary/AP
Umweltschutz

Haushaltsprodukte verpesten die Luft ähnlich schlimm wie Autos? Ja, sagt diese neue Studie

Seife, Parfüm, Bodylotion, Wandfarbe – fast alle von uns haben solche oder ähnliche Produkte bei sich zuhause. Ganz selbstverständlich und ganz unscheinbar kommen sie daher.

Doch was man bisher nicht wusste: Diese Produkte setzen ähnlich viele giftige Schadstoffe frei wie Fahrzeuge draußen auf der Straße – das belegt nun eine neue Studie der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Sciene nun der Öffentlichkeit präsentieren. 

Und über das Ausmaß der Ergebnisse sind sogar die Wissenschaftler überrascht.  

In der aktuellen Studie wurden allgemeine Haushaltsprodukte – zum Beispiel Druckerfarbe, Klebstoffe, Reinigungsmittel und Körperpflegeprodukte – untersucht. Das Ergebnis fassen die Wissenschaftler folgendermaßen zusammen: Viele Haushaltsprodukte stellen zusammen mit Fahrzeugen die Hauptursache für Luftverschmutzung in Städten dar. 

Und was genau machen diese Produkte? 

Das Problem bei diesen Alltagsprodukten ist, dass sie sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOCs = Volatile Organic Compounds) freisetzen.

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Diese Verbindungen sind winzige Partikel, die nur etwa ein Drittel so groß sind, wie die Breite eines menschlichen Haares, erklärt das Online-Portal "i". Gelangen diese Partikel in die Lunge und den Blutkreislauf, können sie Asthma, Herzerkrankungen und Schlaganfälle verursachen.

Hinzu kommt: kommen VOCs mit Stickoxiden und Sonnenlicht in Kontakt, werden sie in Ozon oder Feinstaub umgewandelt - und erzeugen so Smog.

Wissenschaftlern war bereits vor dieser Studie bekannt, dass Produkte des alltäglichen Gebrauchs VOCs erzeugen – doch das Ausmaß war bisher unerforscht: „Wir waren überrascht, als wir herausfanden, dass die Körperpflegeprodukte, die man in einem Badezimmerschrank findet, eine so große Menge an VOCs erzeugen können wie Kraftfahrzeuge", sagte Dr. Brian McDonald, Forscher in der Abteilung für chemische Wissenschaften an der NOAA gegenüber "i". „Das ist eine erstaunliche Erkenntnis für Atmosphären-Wissenschaftler."

In dem Bericht heißt es weiter, dass die relative Bedeutung der von den Haushalten freigesetzten VOCs gestiegen ist, da die Emissionen von VOCs im Verkehr abgenommen haben. Dennoch tragen Transportmittel weiterhin stark zur Luftverschmutzung bei, weil sie zudem auch noch schädliche Substanzen wie Stickstoffdioxid emittieren.

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Luftverschmutzung steht auf Platz fünf der größten Gesundheitsrisiken weltweit. Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Feinstaub die größten Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, da Feinstaub eine Reihe akuter und chronischer Erkrankungen wie zum Beispiel Lungenkrebs und Herz-Lungen-Erkrankungen auslösen kann.

Weltweit ist Feinstaub für rund 8% aller Todesfälle durch Lungenkrebs verantwortlich sowie für 5% der Todesfälle durch Herz-Lungen-Versagen und etwa 3% durch Atemwegsinfektionen. Länder mit mittlerem Einkommen seien unverhältnismäßig stark durch Feinstaub belastet, heißt es in dem Bericht weiter.

Forscher fordern nun, dass Anstrengungen zur Verringerung der Luftverschmutzung entsprechend ausgeweitet werden und viele der luftverschmutzenden Produkte, die vorher nicht also solche erkannt wurden, entsprechend mit aufgenommen werden.

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