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Citizenship

Das waren die olympischen Highlights 2016 (die nichts mit Sport zu tun hatten)

News New York Today

Die olympischen Spiele mögen das älteste, größte und (inzwischen) weltweit bekannteste Sportevent unserer Zeit sein, aber so sehr sie sich um den sportlichen Wettbewerb drehen (und drehen sollten), sind sie auch immer eine Zeit der außergewöhnlichen Momente abseits des Sports. 

Das war auch dieses Jahr nicht anders, als über 200 Länder zum 31. Mal zu den modernen Spielen in Rio de Janeiro in Brasilien zusammen kamen. 
Hier sind die aus unserer Sicht besten und herzerwärmensten Momente aus der Zeit vor und während der Spiele, die ausnahmsweise Mal nichts (direkt) mit Sport zutun haben: 

Danke, Mama!

Ganze 99 Tage vor dem offiziellen Beginn der olympischen Spiele hatte die Werbebranche das Thema bereits schon aufgegriffen. Und die Beiträge werden von Jahr zu Jahr kreativer, aber auch emotionaler. Es geht um Sport, keine Frage. Aber genauso um die Menschen dahinter. So hat das Unternehmen Procter & Gamble seinen Beitrag für 2016 unter das Motto "Thank You, Mom" (Danke, Mama) gestellt. Ein durchaus emotionaler, leicht düsterer, aber auf jeden Fall inspirierender Auftakt, um sich auf die Spiele einzustimmen. 

Nord- und Südkoreanische Turnerinnen lächeln gemeinsam in die Kamera für ein Selfie

Ihre Heimatländer befinden sich seit über 60 Jahren offiziell im Krieg, der Kontakt untereinander ist verboten. Doch das hat die südkoreanische Turnerin Lee Eun-ju und die nordkreanische Turnerin Hong Un-jong nicht davon abgehalten, sich gegenseitig mit Respekt zu behandeln und sogar gemeinsam ein Foto zu schießen. Ein Moment, der die Welt hoffen lässt, dass eine junge heranwachsene Generation von Süd- und Nordkoreanern vielleicht ein besseres Verhältnis zueinander schafft als die Generationen vor ihnen.  

Willst du mich heiraten? 

Keine Frage, eine Medaille zu gewinnen ist das Ziel aller Sportler bei den olympischen Spielen. Für einige sprang aber duchaus noch mehr heraus.
So wurde der chinesischen Schwimmerin He Zi eine Silbermedaillle für ihre hervorragenden Leistungen verliehen - als nur wenige Momente später, noch auf dem Podium, ihr langjähriger Freund (und ebenfalls Teilnehmer bei den olympischen Spielen) Qin Kai ihr einen Heiratsantrag machte. Mit Ring und roter Rose und allem drum und dran.    

Marriahe proposal.jpgQuelle: EPA, Independent

There's been another marriage proposal at the Olympics (she said yes) https://t.co/j6sN9tWfop

— The Independent (@Independent) August 15, 2016

Auch die brasilianische Rugby-Spielerin Isadora Cerullo erwartete eine ähnliche Überraschung. Ihr Team hatte zwar gerade das Spiel verloren und war somit aus den olympischen Spielen ausgeschieden, dafür machte ihr ihre langjährige Freundin Marjorie Enya noch auf dem Spielfeld einen Heiratsantrag. Der Antrag war übrigens während der diesjährigen Spiele nicht nur der erste, sondern auch der erste von einem gleichgeschlechtlichen Paar. Noch vor 4 Jahren war so ein Moment undenkbar, da in Brasilien die gleichgeschlechtliche Ehe verboten war. Das Gesetz hat sich zum Glück in der Zwischenzeit geändert.    

Die wohl überfälligste Aussage 

Dank der diesjährigen Spiele hat die chinesische Schwimmerin Fu Yuanhui nun endlich auch eine internationale Fan-Gemeinde. Denn während man Fu in China bereits für ihre erfrischend ehrliche und authentische Art feiert, durfte nun auch der Rest der Welt endlich live miterleben, wie schön man sich über eine Medaillen Platzierung freuen kann (vorallem wenn man erst in einem Interview von seiner eigenen Platzierung erfährt): 

Und dann hat Fu Yuanhui auch einfach mal in einem Interview offen erwähnt, dass sie eigentlich gerade ihre Periode hat - und damit ein Tabu-Thema gebrochen, das längst überfällig war. Denn wieso sollten Frauen nicht öffentlich sagen können, dass sie gerade ihre Menstruation haben? Eben. Fu Yuanhui wird auf der ganzen Welt dafür gefeiert. 

Yuanhui’s honesty is absolutely refreshing in a sports culture that still sees women’s periods as a taboo subject. https://t.co/JrKC0tdrq5

— Mira. (@MiraAbdul13) August 16, 2016

Mit Essen spielen? Auf keinen Fall.

Mit über 10.000 Athleten und tausenden von Trainern, Betreuern, Familienmitgliedern und Journalisten beherbergte das olympische Dorf eine ganze Menge Menschen, die auch alle essenstechnisch versorgt werden müssen. Was aber mit den ganzen übrig bleibenden Nahrungsmitteln anstellen? Damit diese nicht in die Tonne wanderten, haben sich zwei renommierte Küchenchefs zusammen getan und das Projekt 'ReffetoRio Gastromotiva' ins Leben gerufen. Ziel war es, die Lebensmittelreste und übrig gebliebenen Speisen, die während der gesamten Olympiade anfallen, in einer Lebensmittel-Weiterverwertungs-Aktion aufzubereiten und die daraus geschaffenen neuen Speisen an obdachlose und sozial schwache Menschen in Rio zu verteilen. Hat geklappt!

Zeichen der Solidarität 

Über kein anderes Team wurde letztendlich so viel diskutiert wie über das diesjährige Team mit der weißen Flagge: Zum ersten Mal in der Geschichte der olympischen Spiele gab es dieses Jahr ein Team, das nicht aus Menschen einer Nationalität bestand, sondern aus Flüchtlingen, die alle aus unterschiedlichen Ländern kamen und repräsentativ als ein Team antraten. Das IOC nannte diese Entscheidung eine 'symbolische Nachricht an alle Flüchtlinge dieser Welt' und dass man als 'Athlet bei den olympischen Spielen immer willkommen ist', egal ob man nun ein Land vertritt oder nicht.  

first-refugee-team-competing-rio-olympics Hero.jpgImage: Wikimedia: J. Brilman

Die Sommer-Spiele  2016 gingen heute zu Ende. Und man darf gespannt sein, was die nächsten Spiele 2020 in Tokyo zu bieten haben.