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Hunger & Ernährungssicherheit

5 Gründe warum Menschen noch immer hungern

Hunger gehört für Millionen von Menschen zum Alltag. Sie stellen sich nicht die Frage, was sie als nächstes essen, sondern ob sie sich an jenem Tag überhaupt noch etwas zu essen leisten können. Erstmals seit Jahren ist die Zahl der hungernden Menschen laut der Vereinten Nationen (UN) wieder gestiegen:Auf 815 Millionen.

Du denkst jetzt, das ist traurig, aber ich kann nichts dagegen tun? Das stimmt nicht! Du kannst dich informieren, du kannst mit Freunden diskutieren und vor allem kannst du Politiker dazu auffordern, sich für eine Welt ohne Hunger und Mangelernährung einzusetzen.
Am 4. November findet in Mailand der Global Nutrition Summit statt. Deswegen kannst du jetzt und hier aktiv werden.

Und hier lesen, warum Hunger und Mangelernährung noch immer das Leben von Hunderten Millionen Menschen gefährdet:

1. Kosten

Viele können sich keine oder nur nährstoffarme Lebensmittel leisten. Während wir in Deutschland im Durchschnitt nicht mal 14 Prozent unseres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, sind es in manchen Teilen der Welt bis zu 70 Prozent des Einkommens. Zudem zerstören billige Importe aus EU-Ländern die lokalen Märkte. Ein Teufelskreis: Denn wenn die Bauern nichts mehr verkaufen, können sie auch irgendwann nichts mehr kaufen. Deshalb sind faire Handelsabkommen mit weniger entwickelten Ländern entscheidend.

2. Lebensmittel-Wüsten

Die riesige Zahl an Hungerleidenden kommt nicht zustande, weil es an Nahrungsmitteln mangelt, sondern weil diese ungerecht verteilt sind. Es gibt Regionen in der Welt, wo es schlichtweg keine Lebensmittel zu kaufen gibt. Experten sprechen von sogenannten „Food Deserts“, also Lebensmittel-Wüsten. So werden Gegenden, Landstriche aber auch ganze Stadtviertel bezeichnet, in denen kaum frische und gesunde Nahrungsmittel angeboten werden (wenn es zum Beispiel keinen Markt gibt, oder man keinerlei lokal angebaute Nahrungsmittel bekommt). 

Auch die Verteilung und Lieferung von Lebensmitteln kann zu einer Herausforderung werden. Denn manchmal sind die Wege vom Erzeuger bis zum Käufer lang. In Entwicklungsländern sind Dinge wie schlecht ausgebaute Straßen oder wenige bis gar keine Schienenverbindungen ein großes Problem.

3. Klimawandel

Es soll Politiker geben, die den Klimawandel noch immer nicht ernst nehmen. Doch für viele Menschen in Entwicklungsländern ist er bereits bittere Realität. Vor allem Kleinbauern leiden darunter, dass unser Klima immer wärmer und die Wetterlagen extremer werden. Dürren und starker Regen beeinflussen die Ernte und vor allem Kleinbauern mit wenig finanziellen Rücklagen können größere Ausfälle kaum überstehen. Das Klimaphänomen El Niño sorgte für einer der größten Hungersnöte, die Afrika in den letzten Jahrzehnten erlebte: 45 Millionen Menschen im Süden und Osten Afrikas waren auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen.  

4. Kriege und politische Instabilität

Konflikte und Kriege haben das Potential, verheerenden Einfluss auf bereits fragile Systeme zu nehmen. Bauern können ihre Felder nicht mehr bestellen, Transportwege werden abgeschnitten oder Lebensmitteln werden aus Sicherheitsgründen nicht mehr geliefert. Die Menschen sind dann von Hilfstransporten ausländischer Regierungen oder Nichtregierungsorganisationen abhängig – doch auch auch sie kommen nicht immer überall rechtzeitig und ausreichend an.

10 fakten Frauen und Hunger.jpgImage: Quelle: Russell Watkins/Department for International Development
5) Diskriminierung von Frauen

Nicht zuletzt liegt es – wie so oft – auch daran, dass Frauen diskriminiert werden. In vielen Ländern existieren Gesetze, die es Frauen verbieten, Land von ihrem Vater oder innerhalb der eigenen Familie zu erben. Selbst wenn sie ihr halbes Leben lang für den Familienbetrieb gearbeitet haben. Das gleiche gilt für den Erwerb von Land oder sogar für den Verkauf von Lebensmitteln auf örtlichen Märkten. Es müssten neue Gesetze her.

Es braucht Ressourcen und Wissen, aber auch faire Handelsabkommen und gleiche Chancen auf Bildung für Männer und Frauen. Ohne diese Veränderungen haben Kleinbauern kaum eine Chance, sowohl ihre eigene Familie, als auch die Gemeinde, in der sie leben, mit gesunden und frischen Lebensmitteln zu versorgen und den Kreislauf der Armut zu durchbrechen.