Warum das wichtig ist 
Armut wirkt sich auf jeden Lebensbereich eines Menschen aus und hindert Kinder daran, ihr volles Potenzial zu entfalten. Die Beseitigung extremer Armut ist das wichtigste Ziel der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. Hier kannst du mit uns aktiv werden.

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Die aktuelle COVID-19-Pandemie könnte 40 bis 60 Millionen Menschen in extreme Armut stürzen, so die Befürchtung der Weltbank. Nach der "besten Schätzung" der Organisation werden 49 Millionen Menschen in extreme Armut gedrängt werden.

Dies wäre der erste Anstieg von weltweiter Armut seit 1998.

"In pessimistischeren Szenarien könnte die globale Armut im Jahr 2020 dem Niveau von 2017 nahe kommen - was bedeutet, dass die Fortschritte der Welt bei der Beseitigung von extremer Armut um drei Jahre zurückgeworfen würden", heißt es in dem Bericht der Weltbank.

Nach der Definition der Weltbank gilt ein Mensch als extrem arm, wenn er weniger als 1,90 US-Dollar am Tag zur Verfügung hat. Weltweit leben 736 Millionen Menschen in extremer Armut. Und fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt von weniger als 5,50 US-Dollar am Tag. 

In den vergangenen Jahrzehnten haben die weltweiten Bemühungen zu einem Rückgang von extremer Armut geführt. Die massiven wirtschaftlichen Folgen der Pandemie könnten diese hart erkämpften Errungenschaften jedoch wieder zunichte machen, fürchtet die Weltbank.

Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen werden nach Ansicht der Organisation am härtesten betroffen sein. Sie geht davon aus, dass 23 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika und 16 Millionen in Südasien in extreme Armut gedrängt werden.

"Obwohl Subsahara-Afrika aus gesundheitlicher Sicht bisher relativ gering von dem Virus betroffen ist, wird es nach unseren Kalkulationen die Region sein, die in Bezug auf die extreme Armut am stärksten betroffen sein wird", so die Weltbank.

Indien, Nigeria und die Demokratische Republik Kongo sind die drei Länder, die den Prognosen zufolge die größte Veränderung bei der Zahl der Armen aufweisen werden. Auch in Indonesien, Südafrika und China werden voraussichtlich über eine Million Menschen in extreme Armut gedrängt werden.

Das oberste nachhaltige Entwicklungsziel der Vereinten Nationen ist die Beseitigung extremer Armut bis 2030. Doch schon vor der COVID-19-Pandemie hatte sich die weltweite Armutsbekämpfung verlangsamt und die Weltbank hatte erklärt, dass dieses Ziel wahrscheinlich nicht erreicht werden würde.

Editorial

Gerechtigkeit fordern

Erstmals seit 20 Jahren steigt weltweite Armut wieder an

Ein Beitrag von Jana Sepehr  und  Brandon Wiggins