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Global Citizens heizen den G20-Chefs schon vor dem Gipfel mächtig ein

Angesichts dieser unsicheren Zeiten, in denen sich manche Nationen immer mehr zu isolieren scheinen und in der Ungerechtigkeit immer weiter wächst, sind Zusammenkünfte wie der G20-Gipfel, der zwischen dem siebten und achten Juli in Hamburg stattfinden wird, von noch größerer Bedeutung als je zuvor.

Zusammen machen die 20 reichsten Industrie- und Schwellenländer 85 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und 80% des Welthandels aus. Aus diesem Grund haben die G20-Staaten eine einmalige Position. Sie haben die finanziellen Ressourcen und die notwendigen politischen Möglichkeiten, um gegen extreme Armut vorzugehen.

Aus diesem Grund haben Global Citizens die G20-Chefs dazu aufgefordert, konkrete Vorschläge zu skizzieren, wie sie die Nachhaltigen Entwicklungsziele erreichen wollen – ein “Fahrplan” entworfen von der UN, damit extreme Armut im Jahr 2030 endlich Geschichte sein wird.

Und es funktioniert.

Die über 306.000 Kampagnen-Aktionen, die Global Citizens bisher unternommen haben, wurden zur Kenntnis genommen. Und zwar von niemand anderem, als von der Gastgeberin des diesjährigen Gipfels - Bundeskanzlerin Angela Merkel. In einem Video dankt sie allen Global Citizens für all ihr Engagement und die Aktionen, die sie getätigt haben. In ihrer Botschaft sagt sie ebenfalls, dass „wir die großen Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam bewältigen können“.

Global Citizens haben sich schon im Vorfeld des G20-Gipfels unermüdlich für eine Vielzahl an Herausforderungen eingesetzt – von der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, über sauberes Trinkwasser, bis hin zur Einrichtung sanitärer Anlagen. Doch es waren gerade die Bereiche Gesundheit, Bildung und Entwicklungshilfe, für die sich Staats- und Regierungschefs auf der ganzen Welt stark gemacht haben.

Gesundheit

In diesem Jahr wird zum ersten Mal das Thema Gesundheit in die G20-Agenda aufgenommen. Die drohende Gefahr einer globalen Pandemie - als Folge von resistenten Erregern und deren schneller Verbreitung durch z.B. den Klimawandel oder der Zunahme von Auslandsreisen - ist für die Gesundheit der Weltbevölkerung heutzutage eine der Kernproblematiken. Das größte Risiko besteht für die Ärmsten der Armen, die von solchen Gesundheits-Krisen immer am härtesten betroffen sind.

Wenn die Welt nicht jetzt investiert, könnte die nächste große Epidemie nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation mehr als 200 Millionen Leben kosten. So sagt auch Kanzlerin Merkel in ihrer Videobotschaft: „Eine engere internationale Zusammenarbeit soll uns helfen, auf Krisensituationen wie Epidemien besser zu reagieren. Die Ebolakrise in Westafrika hat gezeigt, welche Gefahr solche Viren sind.”

Über 28.000 Global Citizens haben deshalb eine Petition unterschrieben, um die Staats- und Regierungschefs der G20 dazu aufzufordern, in Präventionsmaßnahmen für Pandemien zu investieren - und zwar jetzt. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass unser Gesundheitssystem mit dem nächsten großen – und unausweichlichen – Krankheitsausbruch umgehen kann.

Es war kaum überraschend, dass diese Petition an Boden gewinnen konnte, nachdem sie in dem sehenswerten Film „Unseen Enemy“ als lobenswerter Einsatz genannt wurde. Der Film entwirft eine Zukunft, die vor uns liegen könnte, wenn die Welt nicht schleunigst Antworten zu dieser dringlichen Herausforderung findet.

Die Petition fordert den Schutz unseres Planeten vor Pandemien. Sie wurde dem deutschen Gesundheitsminister Hermann Gröhe während eines Treffens zwischen ihm und Global Citizen Ende Mai vorgelegt.

Bildung

Bildung ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer gerechteren Welt. Und deshalb ist Bildung auch eine weitere Forderung, die Global Citizens an die G20-Chefs gestellt haben.

In diesem Moment gehen weltweit 61 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule. Weitere 202 Millionen Jugendliche haben keinen Zugang zu weiterführenden Schulen. Deshalb fordern Global Citizens, dass die Staats- und Regierungschefs die „Globale Partnerschaft für Bildung“ unterstützen und weitere Zusicherungen zu machen, die Bildungsmöglichkeiten auch in Notsituationen vorsehen.

Global Citizen ruft die G20-Staaten dazu auf, mehr finanzielle Mittel bereitzustellen, um zwei Schlüsselorganisationen zu unterstützen: Zum einen die Globale Partnerschaft für Bildung, die Kinder in den 61 ärmsten Ländern der Welt unterstützt. Und zum anderen „Education Cannot Wait“ Fonds - ein Fonds von UNICEF, der Kindern in Not den Schulbesuch wieder ermöglichen will. Das ist in der heutigen Welt eine lebensnotwendige Angelegenheit, in der wir mit der schlimmsten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert sind.

Um solche finanziellen Förderungen wahr werden zu lassen, haben Global Citizens über 8.000 Mails geschrieben, Twitternachrichten verschickt und Petitionen unterzeichnet. Und die deutsche Regierung hat die Nachricht beantwortet. Die Regierung hat nach dem Eingang aller Nachrichten unser Kampagnen-Poster geteilt und das nicht irgendwo, sondern genau dort, wo Global Citizens aktiv sind: in sozialen Netzwerken.

In ihren Posts unterstreichten sie ebenfalls die Wichtigkeit von Bildung. Global Citizen antwortete daraufhin mit einer Forderung nach einer finanziellen Zusicherung, die jedoch immer noch aussteht.

Entwicklungshilfe

Die SPD hat schließlich auf all die Emails von Global Citizens geantwortet, die sie an Martin Schulz, dem Kandidaten für die Bundestagswahl im September, geschrieben haben. Falls er die Wahl im September für sich und seine Partei entscheiden sollte, soll die SPD das Budget für Entwicklungshilfe bei 0,7% des Bruttoinlandsprodukts halten oder sogar erhöhen. Dazu haben Global Citizens noch einmal auf das Versprechen der SPD hingewiesen, in dem es heißt, dass die Partei „denen hilft, die am verwundbarsten sind“ und anfügt, „dass internationale Entwicklungshilfe ein wichtiger Teil davon sei“.

So ein vielversprechendes Statement vor der kommenden Bundestagswahl von einer der führenden Parteien ist ein gutes Zeichen für ein mögliches Hilfsabkommen und für die Zukunft unseres Planeten.

Das sind alles gute Vorsätze. Und das ist im Moment schon alles. Ein Vorsatz kann nicht dazu beitragen, dass Leben der Schwächsten von unseren Mitmenschen zu verbessern. Wir brauchen konkrete finanzielle Versprechen, um die Nachhaltigen Entwicklungsziele erfolgreich umzusetzen.

Deshalb sollten wir noch mehr Druck machen, um sicherzustellen, dass der G20-Gipfel ein historischer Wendepunkt wird - für eine bessere Welt für uns alle.