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Frankreich öffnet Türen für homosexuelle Flüchtlinge aus Tschetschenien

Vergangene Woche hat Frankreich den ersten homosexuellen Flüchtling aus Tschetschenien willkommen geheißen, nachdem Berichte aufgetaucht sind, laut denen Homosexuelle dort verfolgt werden.

Die Nachricht wurde von Joel Deumier, Präsident von „SOS Homophobie“, einer Gruppe, die für die Rechte von Schwulen kämpft, bekanntgegeben. Der Empfang des ersten homosexuellen Flüchtlings hat zeitgleich während des Treffens zwischen dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem russischen Präsidenten Vladimir Putin in Versailles stattgefunden.

„Der erste homosexuelle Flüchtling aus Tschetschenien ist auf französischem Boden angekommen. Frankreich hat damit begonnen, tschetschenische Flüchtlinge willkommen zu heißen. Und das wird sich fortsetzen“, sagte Joel Deumier laut der Website LGBTQ-Nation in der französischen Radiostation FranceInfo.

„SOS Homophobie“ half dem Flüchtling beim Ausfüllen seines Asylantrags. Den Grund, den er für die Flucht aus seinem Land angab, war, dass er wegen seiner Sexualität unterdrückt werde, erklärte Deumier.

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Vor zwei Monaten wurden Berichte veröffentlicht, laut denen Hunderte schwule und bisexuelle Männer verhaftet, mit Elektroschocks gefoltert und gedemütigt wurden. Die russische Zeitung „Novaya Gazeta“ berichtete, dass drei Männer sogar hingerichtet wurden.

Anfang Mai hat der Nachrichtensender France24 ein Video von einem Überlebenden geteilt, der gegenüber dem Nachrichtensender beschrieb, wie er mit weiteren Männern in einem Konzentrationslager festgehalten wurde. Dort sollen die Wärter die Familien der Gefangenen dazu gezwungen haben, sich zu entscheiden, ob sie ihr Familienmitglied lieber selbst töten wollen oder ob er aber vom Gefängnis hingerichtet werden soll.

Die Regierung hat diese Berichte dementiert, unter anderem mit dem Argument, dass es 'keine schwulen Männer in Tschetschenien geben würde'. Menschenrechtsgruppen wie „Amnesty International“ und „Human Rights Watch“ wollen jetzt eine Untersuchung veranlassen, um diesen 'Camps' nachzugehen. Außerdem fordern sie Gerechtigkeit für alle unterdrückten Homosexuellen in Tschetschenien.

Macron hat noch während des Treffens mit Putin in Versailles seine Unterstützung für eine solche Untersuchung ausgesprochen.

„Wir haben über die Fälle von Menschen in der LGBTQ-Gemeinde in Tschetschenien gesprochen…Ich habe Präsident Putin erklärt, was Frankreich in Bezug auf diese Problematik erwartet und wir haben uns darauf geeinigt, diese Angelegenheit regelmäßig zu überprüfen“, erklärte Macron.

Der französische Präsident erklärte während einer Pressekonferenz weiter, dass er gegenüber Putin zum Ausdruck gebracht hätte, „wie wichtig es für Frankreich ist, dass alle Menschen und alle Minderheiten respektiert werden“.

Während des Treffens der beiden Staatsoberhäupter in Paris fand vor dem Eiffelturm ein friedlicher Protest gegen Putin statt.

Dort entstand auch das Bild zweier sich küssender homosexueller Männer, die ein Fahne hochgehalten haben, auf der zu lesen war: „Stoppt die Homophobie in Tschetschenien.“

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Wie CNN berichtete, sagte Putin gegenüber Macron, dass er die Taten der tschetschenischen Regierung untersuchen und mit der Generalstaatsanwaltschaft und dem Innenminister sprechen wolle.

Der LGBTQ-Aktivist Deumier allerdings hegt Zweifel daran, ob Putin sein Versprechen bezüglich einer Untersuchung auch halten wird: „Wir haben Herrn Putin sagen hören, dass er eine Untersuchung veranlassen werde, um zu beweisen, dass das nicht wahr wäre und dass es dort keine Verbrechen gegenüber Homosexuellen geben würde, was komplett falsch ist“, sagte er der Nachrichtenwebsite Local.  

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Macron und die Bundeskanzlerin Angela Merkel haben Putin laut CNN jeweils im Gespräch darum gebeten, die Rechte von Minderheiten in Tschetschenien zu schützen.

In der Zwischenzeit drängt „Human Rights Watch“ alle Länder dazu, alles nur Menschenmögliche zu tun, um den unterdrückten Opfern in Tschetschenien eine Zufluchtsstätte zu bieten. Frankreich hat es jetzt eindrucksvoll vorgemacht.