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Bildung

Malta erstes EU-Land, das 'Therapien zur Bekehrung Homosexueller' verbietet

Ein wichtiger Sieg für die LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Queer) Bewegung: Malta hat als erstes Land in Europa ein Gesetz verabschiedet, dass die Therapie 'zur Bekehrung schwuler Menschen' offiziell verbietet.

Das Land hat die höchst fragwürdige Praktik als 'unethischen' Versuch eingestuft, die sexuelle Orientierung eines Menschen zu 'heilen'.

Laut der Zeitung 'Malta Today' muss nun jeder der versucht, die sexuelle Orientierung eines Menschen zu verändern oder zu unterdrücken mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro rechnen oder aber mit einer Gefängnisstrafe von 5 Monate. Für medizinische Einrichtungen, die 'therapeutische Praktiken' in diese Richtung verschreiben, drohen sogar bis zu einem Jahr Haftstrafe bzw. eine Zahlung von 10.000 Euro Strafe.

Die Verabschiedung des Gesetzes wurde offen von maltesischen Politikern unterstützt. Viele von ihnen bezeichneten die Praktik offen als 'herabwürdigend und verletzend'.

Zur gleichen Zeit wurde ein weiteres Gesetz auf Malta verabschiedet das besagt, dass Häftlinge ab sofort ihre Strafen in dem Gefängnis absitzen dürfen, das ihre offizielle geschlechtliche Orientierung berücksichtig. 

Die NGO-Organisation ILGA-Europe nahm die neuen Gesetze der maltesischen Regierung zum Anlass, Malta zum diesjährigen besten europäischen Staat für LGBTQ-Rechte zu küren. Die Organisation betreibt eine umfassende Berichterstattung, welches Land sich für LGBTQ Rechte einsetzt und erstellt anhand dessen ein entsprechendes Ranking. Derzeit steht Malta mit 88% auf Platz Eins, dicht gefolgt von Belgien mit 82% und Großbritannien auf dem dritten Platz mit 81%.

Deutschland schneidet da weniger gut ab. Mit eher bescheidenen 55% Prozent landen wir weit hinter Portugal (76%), Spanien (70%), Frankreich (67%) und sogar Island (59%). Woran das liegt? 

Zum Beispiel daran, dass in all den oben genannten Ländern gleichgeschlechtliche Paare ein Recht auf Eheschließung haben. In Deutschland hingegen dürfen gleichgeschlechtliche Paare lediglich eine 'eingetragene Lebenspartnerschaft' eingehen, die im Vergleich zur Ehe zwar mit den gleichen Pflichten, aber mit weniger Rechten daherkommt.

Solche 'Bekehrungs-Therapien' gibt es allerdings nicht nur in Europa - in den Vereinigten Staaten sind sie ebenfalls stark vertreten, vor allem in streng christlichen Gemeinden. In einigen US-Staaten wie z.B. Kalifornien oder Illinois ist es zwar verboten, solche 'Therapien' durchzuführen, allerdings nur bei Minderjährigen.  

Das neue Gesetz der maltesischen Regierung ist daher ein Fortschritt mit -hoffentlich- großer Signalwirkung. Denn es zeigt auf, wie lang der Weg zu einer echten Gleichberechtigung und der Freiheit über sexuelle Selbstbestimmung rund um den Globus noch ist. 

Malta nimmt eine entscheidende Vorreiterrolle ein, wenn es um LGBTQ-Rechte geht. Hoffentlich finden sich bald schon weltweite Nachahmer.