Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht.

People who want to learn about and take action on the world’s biggest challenges. Extreme poverty ends with you.

Ozgu Ozden / Unsplash
Frauenrechte

Studentin in Paris wird auf offener Straße geohrfeigt - Fall löst landesweite Debatte aus

Warum das wichtig ist
Das sogenannte Catcalling, bei dem vor allem Frauen von fremden Männern auf offener Straße belästigt werden, wurde in Frankreich lange kontrovers diskutiert. Nach einem Angriff auf eine Frau vor einem Pariser Café hat sich die öffentliche Debatte wieder ausgebreitet. Auch französische Politiker haben nun reagiert. Global Citizen setzt sich für Frauenrechte und Geschlechtergleichheit ein. Hier kannst du aktiv werden.

Sexistische Belästigung und Sex mit Minderjährigen wird in Frankreich künftig härter bestraft, berichtet Reuters.

Der Senat und die französische Nationalversammlung haben der Gesetzesverschärfung bereits zugestimmt. Angefacht wurde die öffentliche Debatte von einem Vorfall aus vergangener Woche, bei dem eine junge Frau in Paris belästigt wurde.

Mehr Lesen: Sie wehrt sich mit Selfies gegen Catcalling - und die Männer raffen es trotzdem nicht

Die Studentin Marie Laguerre war auf dem Nachhauseweg, als sie auf offener Straße verbal belästigt und dann von ihrem Angreifer geohrfeigt wurde. Der Mann hatte anzügliche Kommentare und Geräusche gemacht. Als er hinter ihr herläuft und angeblich einen Aschenbecher nach ihr wirft, soll sie ihm „Ta gueule!“ (etwa: „Halt die Fresse“) zugerufen haben, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Daraufhin hat er sie so stark geohrfeigt, dass sie kurz das Gleichgewicht verliert, wie ein Überwachungsvideo zeigt.

Das neue Gesetz besagt, dass Menschen, die andere auf der Straße belästigen, mit einem Bußgeld von mindestens 90 Euro rechnen müssen. Die Gesetzesverschärfung wurde schon vor diesem Vorfall auf den Weg gebracht. Auch Sex mit Minderjährigen wurde in diesem Rahmen in mehr Fällen als Vergewaltigung statt sexuellem Missbrauch eingestuft und soll demnach härter geahndet werden kann.


Mehr Lesen: Amira El-Sayed wurde in 300 Tagen über 2000 Mal sexuell belästigt

Die 22-Jährige Studentin hat nach dem Übergriff eine Webseite aufgesetzt, auf der sie andere Frauen ermutigt, ähnliche Fälle zu verbreiten. Der Name der Seite: "Nous Toutes Harcelement" ("Wir alle werden belästigt“).

Menschen können dort in maximal 800 Zeichen anonym von ihren Erlebnissen erzählen. Die Posts sollen anschließend auf Facebook gestellt werden.