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Umweltschutz

Schon bald könnte es in Kapstadt kein Wasser mehr geben

Seit dem 1. Februar 2018 gelten strikte Regeln: Nicht mehr als 50 Liter Wasser darf jeder Bewohner Kapstadts am Tag verbrauchen. Nicht nur für die Dusche am Morgen, sondern für Kochen, Waschen, Putzen und die Klospülung.

Zum Vergleich mal die Zahlen aus Deutschland: Jeder Bürger kommt hier so auf rund 120 Liter am Tag – also mehr als das Doppelte! Alleine für die Toilettenspülung gehen jeden Tag rund 30 Liter Trinkwasser drauf.

Die Stadtverwaltung in Kapstadt versucht die Lage zu kontrollieren, indem sie die Ventile der Haushalte drosselt, wenn diese das Limit überschreiten.

Die neue Wassersparmaßnahme ist nicht die erste Verordnung: Seit Monaten, dürfen die Bewohner der Metropole in Südafrika nicht mehr ungebremst Wasser verbrauchen – bis Ende Januar waren es jedoch immerhin noch 87 Liter.

Die Großstadt, in der 3,7 Millionen Menschen leben, kämpft mit der schwersten Dürre ihrer Geschichte. Drei Jahre hat es nicht mehr richtig geregnet. Die Wasserreservoire sind fast leer – und keiner weiß, wann es der nächste Regen fällt.

Doch wie konnte es so weit kommen?

„Wir haben es mit einer extremen Dürre zu tun", sagt Piotr Wolski gegenüber der ZEIT. Der Hydrologe und Mitarbeiter der Climate Systems Analysis Group an der Universität in Kapstadt hat die Niederschläge über dem Wasserversorgungssystem im Westkap untersucht. Die Wasservorkommnisse seien in den vergangenen drei Jahren einfach extrem niedrig gewesen. „Mit so einer Dürre ist etwa alle 300 Jahre zu rechnen, das konnte niemand vorhersehen.“

Auch wenn keiner vorhersagen konnte, wann und wie schwer die Dürre sein würde, hatten Wisschenschaftler schon 2002 vor der drohenden Wasserknappheit gewarnt. Mit 450 Millimetern Regen pro Jahr ist Südafrika eines der trockensten Länder der Erde – und die Niederschläge sind in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. „Niemand kann sagen, dass er von nichts gewusst habe. Die Stadt und die Regierung hatten genug Zeit, um sich vorzubereiten", sagt Taryn Pereira, Mitarbeiterin der Umweltorganisation Environmental Monitoring Group, der ZEIT.

Derzeit verbraucht Kapstadt noch rund 600 Millionen Liter am Tag. Nur, wenn sich die Menge auf 450 Millionen Liter reduziert, ließe sich das Szenario verhindern, dass die Behörden die Wasserhähne komplett zudrehen.