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Entwicklungsfinanzierung & Innovation

Der Grüne Knopf – das erste staatliche Label für faire Mode

Warum das wichtig ist
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Seit Monaten wird über den “Grünen Knopf” getuschelt – nun ist er endlich da. Im vergangenen Jahr wurde das Projekt angekündigt. Am Montag stellte der Bundesentwicklungsminister Gerd Müller das Siegel bei einer Pressekonferenz in Berlin vor. Es ist das erste staatliche Siegel, das kennzeichnen soll, wenn Textilien nachhaltig und zu fairen Bedingungen hergestellt wurden. 

Auch jetzt, wo er endlich da ist, diskutieren Expert*innen weiter: Was bringt der Grüne Knopf? Und: Hält er, was er verspricht? 

26 Standards muss ein Produkt erfüllen, damit es den “Grünen Knopf” tragen darf. Dabei geht es um soziale und umweltfreundliche Kriterien. Ob die Standards eingehalten werden, prüfen unabhängige Prüfstellen wie etwa der TÜV. 

27 Unternehmen haben sich bisher dem Grünen Knopf angeschlossen. Die erste Pilotphase ist bis zum Sommer 2021 geplant. Bis dahin werden die Hersteller jedoch noch nicht vollständig unter die Lupe genommen. Nur die Aspekte "Nähen und Zuschneiden" und "Färben und Bleichen" werden vorerst bewertet. Andere Bereiche sollen nach und nach folgen. 

Was als gute Idee gedacht ist, wird von einigen Experti*innen, Unternehmen und Organisationen auch kritisch gesehen. 

Einige finden das Siegel nicht stark genug. “Die Grundidee ist gut”, sagt etwa Jan Thelen, Gründer des nachhaltigen Streetwear-Labels “Recolution” gegenüber Spiegel Online. Kritisiert aber: “Das Siegel ist bis zur Hälfte gedacht, und selbst die Hälfte ist nicht fertig gedacht.”

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Laut Thelen gibt es zwei Aspekte, die bei einem Mindestanspruch für nachhaltige Textilien wichtig sind: faire Löhne und umweltfreundliche Fasern. Doch die Umweltfreundlichkeit der Fasern würde der Grüne Knopf komplett außer Acht lassen. 

Das heißt: Der Grüne Knopf achtet zwar darauf, dass ein T-Shirt nicht mit gefährlichen Chemikalien oder Weichmachern bedruckt, gewaschen oder gebleicht wurde. Die Schwachstelle sei jedoch, dass der Grüne Knopf nicht die gesamte Lieferkette in den Blick nimmt. So darf etwa chemiebelastete Viskose benutzt werden und auch der Einsatz von Pestiziden auf den Baumwollfeldern wird von dem Siegel vernachlässigt.

Zudem wird von der "Kampagne für Saubere Kleidung" und anderen Expert*innen kritisiert, dass der Grüne Knopf bei der Herstellung von Textilien in Europa gar keine Kontrollen vorsieht. 

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Somit ist der Grüne Knopf bisher ein guter Anfang, der noch ausgebaut werden sollte. Vertraut man auf die Pläne des Entwicklungsministers, soll das auch passieren. In Zukunft sollen etwa auch Standards für die Spinnerei, Weberei und eines Tages auch für die Faserproduktion folgen.