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Description: MOMBASA, KENYA - JUNE 13: Woman that are members of the WOGE women group cooperative gathers regularly to discuss sexual reproductive health, and family planning options. Here they are going through a condom demonstration session. They are supported by DSW (Deutsche Stiftung Weltbevoelkerung), an international development and advocacy organization with focus on achieving universal access to sexual and reproductive health and rights. June 13, 2014 in Nairobi, Kenya.
Jonathan Torgovnik, Images of Empowerment/Reportage by Getty Images
Wasser & Hygiene

Ein “Deliveroo” für Tampons und Kondome sorgt in Afrika für Schlagzeilen

Warum das wichtig ist
In vielen Teilen der Welt mangelt es an elementaren Frauenrechten – dazu gehört auch das Recht auf individuelle Familienplanung und die Aufklärung über sexuelle Gesundheit. Zudem fehlen Millionen Frauen weltweit der Zugang zu Menstruationsartikeln und Verhütungsmitteln. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) wollen das bis 2030 ändern. Setze dich hier mit uns dafür ein, dass Frauen und Mädchen weltweit ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Heutzutage bekommt man so ziemlich alles über das Internet. Was neu sein dürfte: Ein Lieferservice für Tampons und Verhütungsmittel für Frauen.

Das Femtech Startup “Kasha”, das 2016 in Ruanda gegründet wurde und bald darauf nach Kenia expandierte, macht genau das: Es beliefert Frauen in Afrika mit bezahlbaren Gesundheits- und Hygieneartikeln, einschließlich Kondomen, Tampons, Notfallverhütung und HIV-Tests. 

Kund*innen, die ein Smartphone besitzen, können online über eine App bestellen und diejenigen, die kein Smartphone besitzen, können ihre Bestellung über einen offline SMS-Nachrichtendienst abgeben. Die Bestellungen werden dann per Moped direkt und diskret an die Haustür geliefert. In besonders abgelegenen Regionen werden sie von lokalen Kasha-Vertreter*innen ausgetragen.

Das Unternehmen hat mittlerweile über 20.000 Kunden und lieferte bereits Anfang des Jahres seine 100.000ste Bestellung aus. Ein Team aus 75 Kesha-Vertreter*innen arbeitet mit ländlichen Gemeinden zusammen und klärt sie über die Produkte auf.

Laut eines Berichts des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) verwenden rund 55 Prozent der verheirateten Frauen in Kenia moderne Verhütungsmittel. In Ruanda sind es ganze 49 Prozent, in Tansania 33 Prozent. Damit hat Kenia in der ostafrikanischen Region eindeutig die Nase vorn.

2017 verwendeten rund 5,3 Millionen Frauen in Kenia moderne Verhütungsmittel. Das bedeutete 5.000 weniger Fälle von Müttersterblichkeit, 438.000 weniger unsichere Abtreibungen und 1,4 Millionen weniger unerwünschte Schwangerschaften.


Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA)  
Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UN) ist der weltweit größte Fonds zur Finanzierung von Bevölkerungsprogrammen. Mit diesem Fonds werden Projekte weltweit unterstützt, die sich für die sexuelle und reproduktive Gesundheit, Familienplanung, Bildung, Gleichberechtigung der Geschlechter und dem Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Kinder einsetzen. Mehr dazu hier.

Fortschritt in der Technologie bedeutet dank “Kasha” für viele Frauen einen besseren Zugang zur reproduktiven Gesundheitsvorsorge. Das Unternehmen umgeht mit dem Lieferservice nicht nur das Stigma rund um die Menstruation und die Empfängnisverhütung, sondern trägt durch die Zusammenarbeit mit den Gemeinden zur Aufklärung und auch zur Enttabuisierung der Menstruation und Empfängnisverhütung bei.  

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"Viele Frauen schämen sich in eine Klinik zu gehen und nach Verhütungsmitteln und Menstruationsartikeln zu fragen", erklärt Joanna Bichsel, Mitbegründerin des Startups, der britischen Tageszeitung Telegraph. "Wir wollen Frauen, insbesondere in Entwicklungsländern, den Zugang zu Gesundheitsprodukten erleichtern."

"Wir beliefern Frauen aus allen sozialen Schichten, von einkommensschwachen Frauen in ländlichen Gemeinden bis hin zu weiblichen Führungskräften in Städten", erzählte Dianne Dusaidi, Landesdirektorin von Ruanda, weiter. "Der Erfolg in ländlichen Gegenden hat uns sehr überrascht – wir dachten eigentlich, dass wir mit Kasha nur die Mittelschicht erreichen würden."

"Unsere Vertreter*innen sind zum Großteil Witwen, alleinerziehende Mütter oder Hauptverdiener der Familie", fügte Malyse Uwase, Gesundheitsmanager bei “Kesha”, hinzu. "Wir suchen Frauen, die motiviert sind und höchstes Vertrauen in ihren Gemeinden genießen, Frauen die über unsere Produkte sprechen und Menschen beim Bestellprozess unterstützen. Sie sind das Gesicht von Kasha."

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“Kasha” wird durch das “Transform-Projekt” des britischen Ministeriums für internationale Entwicklung (DfID) und den Großkonzern Unileverfinanziert, hofft aber bis Anfang 2020 profitabel zu sein und in andere Entwicklungsländer zu expandieren.