Ein cleverer Produktdesigner aus Island hat mit natürlichem Material aus Algen eine Wasserflasche entwickelt, die zu 100% biologisch abbaubar ist. Den herkömmlichen und hochgradig umweltschädlichen Plastikflaschen könnte damit bald ein Ende gesetzt werden.

Plastik gehört zu den kontroversen Materialien unserer Zivilisation. Nicht nur, dass wir es inzwischen fast überall verwenden (Plastiktüten, Plastikbehälter, als Isolation für Kabel und Elektrogeräte, Kleidung wird durch Plastik wasserfest, sogar Löcher in unseren Zähnen stopfen wir mit dem Material). Es dauert zudem gefühlt unendlich, bis es sich nach dem Gebrauch zersetzt hat: eine herkömmliche Plastikflasche zum Beispiel braucht 450 Jahre (ja, richtig gehört, vierhundertfünfzig Jahre!), ein Fischfang-Nylonnetz sogar 600 Jahre bis zur vollständigen Zersetzung. 

Diese riesige Zeitspanne scheint uns trotzdem nicht daran zu hindern, Plastik oft nur einmal zu benutzen - und dann einfach wegzuschmeißen. Der Spitzenreiter in dieser Müllproduktion ist dabei die Wasserflasche aus Plastik.

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Hier kommt Ari Jónsson ins Spiel. Der Produktdesigner wollte eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative zur Plastikflasche finden und stieß dabei auf: Agar. Vegetariern und Veganern wird Agar vielleicht ein Begriff sein, denn die Substanz wird zum Beispiel als Ersatz für Gelatine in Speisen verwendet. Aris Wasserflaschen sind aus genau diesem Material hergestellt. 

Agar wird aus Algen gewonnen. Die Substanz ist allerdings schon sehr viel länger bekannt und wurde von den Japanern vor über 350 Jahren entdeckt. Heute wird die Substanz vor allem in der Mikrobiologie genutzt. 

Für den Herstellungsprozess mixt Jónsson pulverisiertes Agar mit Wasser. Daraus entsteht eine leicht Wackelpudding-ähnliche Textur, die erhitzt und anschließend in eine Wasserflaschen-Form gegossen wird. Durch drehen und wenden der Form und einem anschließendem Kühlprozess formt sich dann die Flasche. Fertig.

Einmal mit Wasser gefüllt, behält die Flasche dann solange ihre Form, bis sie leer ist. Danach beginnt der biologische Abbauprozess. Da die Bestandteile alle zu 100% natürlich sind, kann man die leere Flasche sogar essen. Gesetzt den Fall, man mag den Geschmack, so Jónsson.

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An Ideen, wie man dem Plastikkonsum ein Ende setzen kann, mangelt es also nicht. Sogar Ansätze, wie man die derzeitigen Berge an Plastikmüll nachhaltig wieder los wird, gibt es - wie zum Beispiel dieser Pilz, der Plastik verdauen kann.

Bis solche Ansätze allerdings Einzug in unseren Alltag finden, wird mit Sicherheit noch etwas Zeit vergehen. Bis dahin kann jeder einzelne von uns dazu beitragen, nachhaltiger mit unseren Ressourcen umzugehen, damit die Berge an Müll sich nicht rasant vergrößern. 

Explainer

Umwelt schützen

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Ein Beitrag von Aileen Elsner