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Frauenrechte

Ehe von 11-jährigem Mädchen und 41-jährigen Mann löst in Malaysia Empörung aus

Warum das wichtig ist
Armut und schlechte Bildungschancen erhöhen das Risiko von Kinderehen massiv. Diese Erfahrung musste auch die elfjährige Masaryu Mat Rashid machen. Schließ dich uns an und setz dich für ein Ende von Kinderehen ein.

Die Ehe eines 41 Jahre alten Mannes aus Malaysia und einer elfjährigen Thailänderin hat für einen öffentlichen Aufschrei gesorgt.

Der Mann namens Che Abdul Karim hat Masaryu im Juni in ihrer Heimat Thailand geheiratet. Noch am Tag der Hochzeit ist er nach Malaysia zurückgekehrt.

Die junge Braut ist mit ihren elf Jahren nur wenige Jahre älter als das jüngste Kind ihres Mannes – und wurde die dritte Ehefrau von Che Abdul Karim. Nach muslimischem Recht können Männer bis zu vier Frauen haben.

Der Mann, Che Abdul Karim Che Abdul Hamid, wurde nun allerdings zu einer Geldstrafe von 1,800 Malaysian Ringgit (rund 400 Euro) verurteilt. Ob auch eine Gefängnisstrafe für Polygamie und für Heirat ohne gerichtliche Zustimmung folgt, ist noch offen, berichtet der Guardian.

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Offiziell ist das Mindestalter für eine Ehe in Thailand zwar 17, doch jüngere Kinder können mit der Einwilligung ihrer Eltern und der Zustimmung eines Gerichts auch früher heiraten.

Malaysische Behörden prüften die Rechtmäßigkeit der Hochzeit, nachdem eine von Che Abdul Hamid’s Ehefrauen ein Foto der Hochzeit in den sozialen Medien veröffentlicht und bei der Polizei Beschwerde eingelegt hatte, berichtet die Washington Post.

„Ich habe nicht erwartet, dass das je passieren würde. Wenn er eine Frau heiratet, kann ich das akzeptieren, aber nicht, wenn es ein Kind ist“, sagte die zweite Frau von Che Abdul Karim’s der Onlineausgabe einer malaysischen Tageszeitung. „Ich habe ihm sogar eine andere Frau ausgesucht, aber er hat abgelehnt. Was mich richtig wütend macht ist die Tatsache, dass er eine Freundin meines Kindes geheiratet hat“, sagt sie weiter.

Masaryu’s Vater sagt, Che Abdul Karim habe zugestimmt, fünf Jahre zu warten, bevor seine neue Frau zu ihm zieht. Er plane außerdem mit der Registrierung der Ehe in Malaysia zu warten, bis das Mädchen 16 Jahre alt ist.

Laut Gesetz ist die Ehe in Malaysia eigentlich erst ab 18 erlaubt ist. Dennoch gibt es Ausnahmen: Mädchen können mit 16 verheiratet werden, wenn sie die Erlaubnis Pfarrers haben. Muslimische Mädchen können mit der Erlaubnis eines Schariagerichts in jedem Alter verheiratet werden.

Statistiken über die Anzahl der Kinderehen in Malaysia sind rar. Doch laut einem Bericht des Landesministeriums für Familie und Gemeindeentwicklung aus 2010, wurden in dem Jahr 16.000 Mädchen unter 15 Jahren verheiratet.

Die Trauung von Masaryu wurde nicht von einem Schariagericht genehmigt. Auch der Premierminister Wan Azizah Wan Ismail sagt, dass die Ehe in Malaysia als illegal gilt. Che Abdul Karim drohen bis zu sechs Monate Gefängnisstrafe, wenn er das Mädchen ohne Genehmigung in Malaysia heiratet, berichtet der Guardian.

Masaryu ist mit ihren elf Jahren Stiefmutter von sechs Kindern.

Anfangs war Masaryus Vater wegen ihres jungen Alters gegen die Ehe zwischen seiner Tochter und Che Abdul Karim. Aber dann gab er nach. „Dieser Mann war bereit, meine Tochter zu heiraten, weil er mir helfen wollte, weil ich ein armen Mann bin, der sein Geld mit dem Verkauf von Kautschuk verdient”, sagte der Vater gegenüber Journalisten.

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Che Abdul Karim ist ein erfolgreicher Händler, der von Masaryu Vater in der Vergangenheit bereits Kautschuk kaufte, berichtet eine lokale Kinderrechtsorganisation. So hat Che Abdul Karim das Mädchen kennengelernt.

Masaryu geht nicht zur Schule. Gegenüber einer malaysischen Nachrichtenagentur sagte sie, sie würde alles akzeptieren “was ihre Eltern und ihr Ehemann entschieden haben”. Außerdem sei sie glücklich mit ihrem Ehemann und interessiere sich nicht für die Aufschreie in den sozialen Medien bezüglich ihrer Ehe.

Mehr als 650 Millionen Mädchen und Frauen weltweit wurden als Minderjährige zwangsverheiratet.

Die Nachricht von Masary und Che Abdul Karim’s Hochzeit hat in Malaysia erneut eine Debatte über Kinderehen losgetreten. In der Hauptstadt fand nur eine Woche zuvor eine Konferenz der “Girls not Brides” Initiative statt, die dafür kämpfen, Kinderehen zu beenden.