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Menschen, die etwas über die größten Herausforderungen der Welt lernen und aktiv werden wollen. Leiste deinen Beitrag, um extreme Armut zu beenden.

Lady Gaga, Maya Smith, and Cynthia Germanotta at the TMHFA Convening in Las Vegas, NV.
Courtesy of Born This Way Foundation
Citizenship

“Born This Way”: Lady Gaga fordert dich heraus, 21 Tage lang freundlicher zu sein

Warum das wichtig ist
Globale Krisen wie die derzeitige COVID-19-Pandemie treffen vor allem Menschen, die in Armut leben oder ohnehin sozial benachteiligt sind. Um Armut weltweit bis 2030 ein für alle Mal zu beenden, müssen wir sicherstellen, dass jeder Menschen Zugang zur Gesundheitsversorgung erhält. Nutze hier deine Stimme, damit alle Menschen weltweit ein gesundes Leben führen können.

Ausgangssperren und eingeschränkte soziale Kontakte: Die Coronavirus-Pandemie beeinflusst nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Gesundheit von Menschen weltweit. Die Stiftung Born This Way möchte vor allem junge Menschen darin unterstützen, diesen Herausforderungen zu begegnen – und zwar durch Nächstenliebe und Freundlichkeit.

Wer hinter dieser Mission steckt, dürfte auf der Hand liegen: Die Künstlerin Lady Gaga setzt sich bereits seit Jahren für mentale Gesundheit ein. Gemeinsam mit ihrer Mutter gründete sie 2012 die Stiftung Born This Way mit dem Ziel, junge Menschen durch verschiedene Programme in ihrem mentalen und emotionalen Wohlergehen zu stärken.

Auf der digitalen Plattform mit dem passendem Namen “Channel Kindness” teilen Jugendliche Momente, in denen sie ihre Gemeinde positiv beeinflusst haben. Mit ihrer Kampagne #BeKind21, die diesen September in die dritte Runde geht, ruft Born This Way junge Menschen dazu auf, 21 Tage in Folge aktiv zu werden. Die Zahl 21 ist dabei kein Zufall, sondern entspricht dem Zeitraum, den es im Durschnitt braucht, um etwas zur Gewohnheit werden zu lassen.

Mit ihrer Aktion möchte die Stiftung auf die derzeitigen Entwicklungen in den USA reagieren, in denen die Folgen der Pandemie besonders stark zutage treten und sich immer mehr Menschen gegen den vorherrschenden systemischen Rassismus wehren.

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Global Citizen hat mit der Geschäftsführerin von Born This Way, Maya Smith, über die Mission der Stiftung und mentale Gesundheit gesprochen.


Global Citizen: Was ist das Wichtigste, das die Öffentlichkeit angesichts der COVID-19-Pandemie und im Kampf gegen Rassismus über mentale Gesundheit wissen sollte?

Maya Smith: Mentale Gesundheit ist jetzt wichtig, sie war vor der Pandemie wichtig und sie wird es auch danach noch sein. Wendepunkte in unserer Geschichte unterstreichen sicherlich die Notwendigkeit, uns auf unsere psychische Gesundheit zu konzentrieren und darüber zu sprechen. Unabhängig davon ist mentale Gesundheit zu jeder Zeit ein wichtiges Thema.

In diesen Momenten, in denen es darum geht, sich um sich selbst zu kümmern, ist Kreativität gefragt. Darüber nachzudenken, wie wir neue Routinen im Bereich der mentalen Gesundheit entwickeln können, ist eines der Dinge, über die wir viel mit Jugendlichen sprechen, indem wir sie daran erinnern, dass ihre mentale Gesundheit wichtig ist. Jede Überlebensstrategie, die wir dabei entwickeln, hat ihre Gültigkeit.

Wir möchten erreichen, dass junge Menschen sich nicht länger für ihre Selbstfürsorge schämen. Ein Thema, das in Gesprächen immer wieder auftaucht, ist die Gegenüberstellung von körperlicher und mentaler Gesundheit. Wir setzen uns dafür ein, die Stigmatisierung der mentalen Gesundheit abzubauen, damit es sogar cool wird, sich Hilfe zu suchen und so die Gefühle junger Menschen auf der ganzen Welt als wertvoll anzuerkennen.

Worauf wir momentan achten müssen, ist körperliche Distanz, richtig? Das heißt nicht, dass wir uns sozial distanzieren müssen. In Zeiten körperlicher Distanzierung brauchen wir einen verstärkten sozialen Austausch. Während sich die Welt mit den Auswirkungen derzeitiger Ereignisse auf die mentale Gesundheit auseinandersetzt, wollen wir daran erinnern, dass es Möglichkeiten gibt, sich miteinander zu verbinden. Es gibt immer Wege, Hilfe zu erhalten. Es gibt Hilfsmittel da draußen und Menschen, mit denen man reden kann.

Wie können sich Menschen in dieser überfordernden Zeit um sich selbst kümmern und soziale Verbindungen eingehen, um gesund zu bleiben?

Die Zunahme der Teletherapie [Therapieform mit digitalen Hilfsmitteln] stimmt uns auf diesem Gebiet sehr hoffnungsvoll.

Der Aufbau einer neuen Routine für den Erhalt der mentalen Gesundheit sieht für jede*n anders aus. Manchmal kann es bereits helfen, eine Pause beim Konsumieren von Nachrichten einlegen. Manchmal sind wir überfordert, dann könnte es helfen, ein Nickerchen zu machen, da wir gerade schneller erschöpft sein können.

Die Born This Way Foundation hat eine lange Liste solcher Möglichkeiten auf unserer Seite Get Help Now zusammengestellt. Für die meisten von uns ist dies das erste Mal, dass wir eine globale Pandemie miterleben und es ist daher völlig normal, sich nicht gut zu fühlen. Ich denke, es ist wirklich wichtig, sich das immer wieder vor Augen zu führen.

Wie geht Born This Way auf die Bedürfnisse verschiedener Menschen und Gemeinden während der Pandemie ein?

Wir haben unseren Fokus auf mentale Gesundheit nun in unsere Online-Dienste verlegt. Kürzlich haben wir uns mit einer kanadischen Non-Profit-Organisation Jack.org zusammengetan, um im Rahmen der Kampagne Be Kind, Be There auf ihre [interaktive] Ratgeberseite BeThere.org aufmerksam zu machen. BeThere.org bietet die Möglichkeit, schnell in schwierige Gespräche einzusteigen und Fragen zu stellen, sowie Hilfe zu leisten. Denn manchmal ist es einfach sehr schwer, auszusprechen, dass man Hilfe braucht, oder jemanden dabei zuzusehen, wie er zu oder sie kämpfen hat und dann schnell Hilfe anzubieten.

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Zudem haben wir viele weitere Ressourcen mit unserer Online-Community geteilt und einen großen Anstieg von Interaktionen auf unseren Social Media Plattformen verzeichnet. Des Weiteren haben wir Gesprächsrunden veranstaltet, wie etwa im Mai – dem Monat des Bewusstseins für mentale Gesundheit. Hier fanden viele Gespräche mit Schwarzen Gemeinden statt, sowie der LGBTQ+-Gemeinde und der Latinx-Gemeinde [lateinamerikanische Gemeinden in den USA].

Unser Team hat dabei alles getan, um inklusive, interaktive Gespräche und Räume zu schaffen, in denen Menschen Hilfe finden können, Ressourcen erhalten, sich miteinander austauschen und Hoffnung schöpfen können.

Was macht Ihnen in dieser Zeit, in der die Welt gegen COVID-19 und Rassismus kämpft, am meisten Hoffnung?

Junge Menschen. Junge Menschen, die mutige Entscheidungen treffen – etwa, indem sie zuhause bleiben, um ihre Liebsten zu beschützen, oder, indem sie auf die Straße gehen und dafür sorgen, dass ihre Stimmen zu Themen gehört werden, die ihnen und unserer Welt am Herzen liegen. Das ist es, was mich derzeit am meisten inspiriert: Die Entscheidungen, die junge Menschen zusammen für ihre gemeinsame Zukunft treffen.

Ein Beispiel dafür sind für mich die beiden Jugendlichen Hannah und Charlie, die die notOK-App gegründet haben. Ihre App ist ein Tool für mentale Gesundheit, [bei der User*innen ihre Geschichten miteinander teilen können]. So teilte sich etwa eine Betroffene über die App mit, nachdem sie schwer gemobbt wurde und schwere mentale Probleme entwickelte. Diese App funktioniert sozusagen wie ein Panikknopf, den man jederzeit drücken kann, wenn man Unterstützung braucht.

So kann man bis zu fünf Freunde gleichzeitig wissen lassen, dass es einem gerade nicht gut und ihnen mitteilen, dass sie kommen sollen.

Diese Arbeit ist der Beweis dafür, dass [junge] Menschen Probleme lösen – nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihr Umfeld. Sie haben ein großes kollektives Bewusstsein für die Kraft entwickelt, die sie haben, und für die Zukunft, auf die sie hoffen.

Wie kann man die Arbeit der Born This Way-Stiftung jetzt unterstützen?

Die beste Anlaufstelle ist natürlich unsere Webseite. Zudem haben wir vor Kurzem die #BeKind21-Kampagne gestartet, die positive Gewohnheiten der Nächstenliebe und Freundlichkeit fördern sollen.
Gerade jetzt ist Freundlichkeit wichtiger denn je.

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Die Initiative ist eine Einladung, jetzt aktiv zu werden und sich für den Aufbau von Gemeinden einzusetzen, sowie für die Förderung einer fairen und inklusiven, gerechten Welt. Im Anschluss ermutigen wir die Teilnehmer*innen dazu, ihre eigene Geschichte zu erzählen, über ihre Arbeit zu berichten, und damit andere zu inspirieren. Ein großer Teil dessen, was wir tun können, um Stigmata rund um die mentale Gesundheit abzubauen und einen Beitrag gegen Rassismus zu leisten, besteht darin, unsere eigenen Erfahrungen miteinander zu teilen.