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Hunger & Ernährungssicherheit

Dieses “Superfood“ soll Bienen resistenter und produktiver machen

Warum das wichtig ist
Bienen spielen eine entscheidende Rolle für die weltweite Ernährungssicherheit. Etwa zwei Drittel aller Nutzpflanzen werden durch sie bestäubt. Die Vereinten Nationen (UN) rufen Länder weltweit zum Schutz der Bienenvölker auf. Werde hier mit uns zum Umwelt- und Klimaschutz aktiv.

Eine ausgewogene Ernährungsweise ermöglicht es uns, unser volles Potenzial zu entfalten. Denn über Nahrung versorgen wir unseren Körper und Geist mit der nötigen Kraft und Energie.

Warum sollte es Bienen nicht genauso gehen?

Dieser Frage geht das argentinische Start-Up “BeeFlow“ nach und hat dafür eine nährstoffreiche Rezeptur entwickelt – extra für Bienen. Die ersten Testergebnisse zeigen: Es scheint zu schmecken.

Aber nicht nur das: Laut BeeFlow sind Bienen, die die Formel aus Zucker, Wasser und speziell entwickelter Nährstoffe zu sich nehmen, erheblich produktiver. Laut einem Bericht des Magazins Bloomberg legten sie selbst unter kalten Wetterbedingungen sieben mal mehr Strecken zurück und können doppelt so viele Pollen transportieren wie andere Bienen. Und auch Landwirt*innen meldeten danke der speziellen Bienen eine Steigerung ihrer Ernteerträge zwischen 20 und 90 Prozent, so BeeFlow.

Das neue “Superfood“ für Bienen kommt zur rechten Zeit: Weltweit geht der Bestand an Bienenvölkern zurück. Dabei sind sie für den Menschen, die Tierwelt und für die Natur überlebenswichtig. Denn Bienen und andere Lebewesen wie Wespen, Schmetterlinge und
Käfer
bestäuben rund 35 Prozent aller weltweiten Feldfrüchte, sowie den Großteil aller Wildpflanzen. Zwei Drittel der Kulturpflanzen, die für den menschlichen Verzehr angebaut werden, hängen von der Bestäubung durch Bienen ab. Das berichtet die “Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen” (FAO).

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In den USA verhilft die unermüdliche Arbeit der Bienen jedes Jahr zu landwirtschaftlichen Erträgen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar.

In den vergangenen zehn Jahren haben Bienenzüchter in den USA und in Europa einen Verlust ihrer Bienenbestände von 30 bis 50 Prozent vermeldet. Das Phänomen des “colony collapse disorder" – einer bestimmten Form des Bienensterbens, bei der vor allem die Arbeiterbienen rasant und ohne jede Spur verschwinden – breitet sich seit ein paar Jahren vermehrt aus.

Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass der Einsatz von bestimmten Pestiziden in der Landwirtschaft wie den Neonikotinoide für das verbreitete Bienensterben verantwortlich ist. Neonikotinoide sind für das Abtöten von Insekten oder sogenannten Schädlingen entwickelt worden, die wie ein Nervengift auf die Tiere wirken. Leider machen diese Insektizide nicht vor Nützlingen wie den Bienen halt.

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Der Klimawandel stellt eine weitere Bedrohung für die Bienen dar. Mit den steigenden Temperaturen werden einige Regionen unbewohnbar für die Insekten. Zudem senden Blüten, die ebenfalls unter dem Klimawandel leiden, andere Signale aus, die die Bienen zusätzlich verwirren.

Die Bienen, die unter diesen Umständen überleben müssen, sind oft geschwächt und anfälliger für Krankheiten, Parasiten und schadstoffbelastete Nahrungsquellen.

“Bienen sind durch eine ganze Reihe von Auswirkungen des Klimawandels, der intensiven Landwirtschaft, den Pestizideinsatz, den Verlust der biologischen Vielfalt und der Umweltverschmutzung stark gefährdet“, sagte José Graziano da Silva, Generaldirektor der FAO, in einer Videobotschaft zum diesjährigen Weltbienentag am 20. Mai.
“Ohne Bienen und andere Bestäuber müssten wir auf Kaffee, Äpfel, Mandeln, Tomaten und Kakao verzichten, um nur einige wenige Feldfrüchte zu nennen, die auf die Bestäubung angewiesen sind. Länder müssen zu einer nachhaltigeren Ernährungspolitik und -systemen übergehen, die Bestäuber-freundlich sind.“

Das Start-Up BeeFlow nimmt sich dieser Herausforderung an, indem es das Immunsystem von Bienen stärkt. Das soll es ihnen ermöglichen, auch schwierigeren Lebensbedingungen Stand zu halten. Vor allem Bauern, die auf den Anbau von Mandeln spezialisiert sind, könnten von der BeeFlow Rezeptur profitieren. Mandelbäume können nur in der kälteren Jahreszeit bestäubt werden, wenn Bienen normalerweise ungern ausströmen. Die Bienen, die den BeeFlow-Trunk verabreicht bekommen haben, sind auch für das Bestäuben bei kälterem Wetter gewappnet.