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Umweltschutz

Ban Ki-moon und Bill Gates machen gemeinsame Sache, um den Klimawandel zu bekämpfen

Ein Bericht von Megan Rowling

BARCELONA, Sept 13 (Thomson Reuters Foundation) — Kommenden Monat soll eine neu gegründete Kommission starten. Ihr Ziel: Geld und praktische Lösungen finden, um Menschen und Gemeinden zu stärken, die vom Klimawandel betroffen sind.

Und den Vorsitz der Kommission für die ersten zwei Jahre übernehmen der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, Bill Gates und CEO der Weltbank Kristalina Georgieva!

Gegenüber der Thomson Reuters Stiftung sagte Ban, dass die Fähigkeit, sich an immer stärkere Hitzewellen, Dürren, Überflutungen und Stürme anpassen zu können, in den kommenden Jahrzehnten "enorm an Bedeutung" gewinnen wird.  

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"Anpassungsfähigkeit ist eine globale Herausforderung; Es erfordert Koordination über Grenzen hinweg", sagte Ban in einem Interview, das im Vorfeld zur Bekanntgabe über die Zusammensetzung der Kommission stattfand.   

"Die Folgen des Klimawandels in einem Land können zu Auswirkungen auf der anderen Seite des Planeten führen – Nationen müssen daher voneinander lernen", so Ban weiter.   

Die Kommission, mit dem Namen "Global Commission on Adaptation", soll Wissenschaftler, Ökonomen, Landwirte, Bürgermeister, CEOs von Unternehmen und Bürger zusammenbringen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, wie Menschen und Länder vor dem stetig wachsenden Schaden durch Klimaveränderungen bewahrt werden können.

Wissenschaftler und Forschungsteams arbeiten bereits seit Jahren an Möglichkeiten, wie man die verheerenden Folgen von ausschweifenden Wetterlagen und einem erhöhten Meeresspiegel mildern kann.

Vorangegangene Tests konzentrierten sich dabei auf die Erprobung von resistenten Getreidesorten, Unwetteralarm-Benachrichtigungen via Handy sowie mehr Grünflächen in Städten, um starken Regen besser auffangen zu können und der Verschmutzung entgegenzuwirken.    

Und obwohl die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel immer dringlicher wird, hat das Thema weder die politische Aufmerksamkeit, noch die entsprechenden finanziellen Mittel erhalten, die es benötigt, sagen Experten.

"Die globale Kommission wird eine entscheidende Rolle spielen, wenn es darum geht, die politische Brisanz hinter der Thematik ‘Anpassungsfähigkeit’ greifbar zu machen und zu kommunizieren, dass eine erhöhte Widerstandsfähigkeit machbar ist – und dass es in unserer aller Interesse liegt”, so Ban.  

Die Kommission wird von dem in den Niederlanden ansässigen "Global Center on Adaption" sowie dem World Resources Institut in Washington DC unterstützt. Derzeitige ist geplant, einen ersten wegweisenden Flagship Report beim UN Klimagipfel nächstes Jahr im September vorzustellen.   

'Mutiger und größer'

Patrick Verkooijen, CEO beim "Global Center on Adaptation" und Mitglied der Kommission, sagte, dass seine Organisation "wesentlich mutigere und größere Ansätze" in den Mittelpunkt stellen will.

Die geografisch betrachtet recht flachen Niederlande zum Beispiel teilen ihre Expertise zum Thema Wassermanagement’ bereits mit anderen Städten. Auch Fachwissen zur “klima-smarten” Landwirtschaft, angefangen beim Bäume pflanzen bis hin zum Mulchen, gewinnt in den Niederlanden immer mehr an Bedeutung.

Solch zukunftsweisende Methoden haben allerdings ihren Weg noch nicht nach Afrika oder Asien gefunden, wo viele von dem Wissen profitieren könnten, so Verkooijen. Auch wenn zunächst neue Technologien und Finanzierungsmöglichkeiten benötigt würden, um den Herausforderungen auf lokaler Ebene gerecht zu werden.

“Das wird aber erst passieren, wenn das Thema ‘Anpassungsfähigkeit’ auf der globalen Agenda nach oben rückt und ähnlichen Stellenwert genießt wie andere kritische Themen”, erklärt Verkooijen.

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Denn Regierungsvertreter und Unternehmen haben sich in der Vergangenheit mehr auf die Eindämmung von Treibhausgasemissionen konzentriert. Zum Beispiel der vermehrte Einsatz von erneuerbaren Energien oder die Verbesserung der Energieeffizienz. Spürbar weniger Geld hingegen wurden für Anpassungsmaßnahmen ausgegeben.

Die “Climate Policy” Initiative, ein Think-Tank, der die weltweiten finanziellen (öffentlichen) Ausgaben im Bereich Klimawandel verfolgt, hält in seinem Bericht für das Jahr 2017 fest, dass Emissionsreduzierungs-Aktivitäten in der Zeit zwischen 2015 und 2016 rund 93 Prozent der gesamten Klimafinanzierung ausmachten.

Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel kamen gerade mal auf 16 Prozent des öffentlichen Budgets.

Sven Harmeling, Policy Lead für den Bereich “Klimawandel” bei der Hilfsorganisation CARE International, hofft, dass die Kommission es schafft, neue Gelder zur Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen zu generieren – und bei Regierungen ein Bewusstsein dafür schafft, warum speziell für dieses Thema mehr Gelder bereitgestellt werden müssen.  

Er fordert die Kommission daher mit Nachdruck dazu auf, vor allem solche Menschen zu berücksichtigen, die an Küsten leben, die nach und nach vom Meer verschluckt werden oder in Wohngebieten in Bergregionen, die von Erdrutschen und Sturzfluten bedroht sind. Diese Menschen haben keine Ressourcen, sich und ihre Umwelt zu schützen, maßgeblich weil es an Geld und Expertise mangelt, fügt er hinzu.

"Die Menschen, die [vom Klimawandel] am schwersten betroffen sind, fallen oft durch das Raster von ... Unternehmen, und die Lösungen, die diese Menschen brauchen, lassen sich nicht auf dem regulären Markt finden", mahnt Harmeling.

(Ein Bericht von Megan Rowling @meganrowling. Redigiert von Robert Carmichael. Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Global Citizen.
Bei Weiterverwendung des Artikels bitte die Thomson Reuters Foundation als Urheber angeben. Mehr Informationen unter: http://news.trust.org/climate)