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Frauenrechte

Anwältin Amal Clooney kämpft Seite an Seite mit IS-Gefangener Nadia Murad für Gerechtigkeit

AP Photo/Amr Nabil

Amal Clooney, Anwältin für Menschenrechte und (ganz nebenbei) auch noch mit George Clooney verheiratet, hat jetzt offiziell bestätigt, dass sie gemeinsam mit Nadia Murad und weiteren Opfern darum kämpfen wird, den grausamen Völkermord des Islamischen Staats (IS) am jesidischen Volk vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen.

Nadia Murad wurde von der irakischen Regierung zu Beginn dieses Jahres für den Friedensnobelpreis nominiert, denn Nadia ist eine wahre Heldin im Kampf gegen den IS - und hat eine grausame Zeit hinter sich.

2014 wurde die jesidische Menschenrechtsaktivistin vom Islamischen Staat aus ihrem Dorf Kocho im Irak entführt. Monatelang wurde sie als Sex-Sklavin misshandelt. Bis ihr eines Tages die Flucht aus der Gefangenschaft gelangt.
Seitdem hat Nadia es sich zum Ziel gesetzt, der ganze Welt von ihrer Tortur zu berichten und vor allem darauf aufmerksam zu machen, dass noch immer tausende junge Mädchen und Frauen von Soldaten des IS gefangen gehalten und vergewaltigt werden.

Und leider verschlimmert sich die Lage für die jesidischen Mädchen und Frauen zusehends: Berichten zufolge hat der IS erst kürzlich 19 Frauen bei lebendigem Leib verbrannt, weil sie es ablehnten, Sex mit den Soldaten des IS zu haben. Der IS ist für seine menschenverachtenen Grausamkeiten bekannt und nicht erst seit gestern ist klar, dass so schnell wie möglich dagegen gehandelt werden muss!

„Im Moment wissen wir von 3.500 jesidischen Frauen und Mädchen, die noch immer in Gefangenschaft leben und die das gleiche Schicksal erwartet wie ich damals. Die Welt muss jetzt handeln, um dies zu verhindern. Deshalb rufe ich die ganze Welt dazu auf, etwas dagegen zu tun. Nicht morgen, sondern heute noch. Denn je länger der IS die Welt weiterhin tyrannisieren kann, desto tiefer werden unsere Wunden sein”, sagte Nadia gegenüber Women in the World.

Nun jedoch macht sich Hoffnung breit. Denn keine geringere als die Star-Anwältin Amal Clooney will das jesidische Volk im Kampf gegen die Machenschaften des Islamischen Staats unterstützen und dafür sorgen, dass die grauenhaften Taten endlich ein Ende finden.

Laut Yazda - eine Organisation, die sich für den Schutz der jesidischen Gemeinde einsetzt - wird sich Amal Clooney in ihrer Rolle als Anwältin dafür einsetzen, dass das Schicksal der Jesiden von den Vereinten Nationen offiziell als Völkermord angesehen wird. Die Versklavung der jungen Mädchen und Frauen und der Menschenhandel durch den IS sollen endlich nicht mehr totgeschwiegen werden.

„Es ist an der Zeit, dass wir die Befehlshaber des IS endlich auf die Anklagebank des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag bringen. Ich fühle mich geehrt und bin stolz, die Stimme für Nadia und das jesidische Volk zu sein und ihnen dabei zu helfen, den Völkermord endlich offiziell anerkannt zu bekommen”, antwortete Amal Clooney auf die Frage, warum sie Nadia in ihrem Kampf unterstütze.

Amals Unterstützung und Leitung in diesem Kampf bringt die weltweite Debatte um sexuelle Sklaverei und Sklavinnen wie Nadia Murad, die dieses Martyrium überlebten, einen gewaltigen Schritt vorwärts. Und sowohl Amal als auch George Clooney standen Nadia bei, als diese kurz davor stand, aufzugeben. Das Paar tat genau das, was Nadia in diesem Moment am nötigsten hatte: sie luden sie fernab des Rampenlichts zu sich nach Hause ein und hörten ihr zu.

„Stundenlang hörten Amal und George mir aufmerksam zu. Als Amal mir versprach, mich vor dem Internationalen Gerichtshof zu vertreten, war dies das schönste Geschenk, das ich mir je hätte vorstellen können. Denn damit gab mir Amal wieder das zurück, was ich schon verloren geglaubt hatte: meine Hoffnung”, erzählt Nadia der Women in the World.

Nadia - und mit ihr das jesidische Volk - hat mit Amal Clooney nun eine der weltweit bekanntesten Anwältinnen für Menschenrechte an ihrer Seite, die bereit ist, mit ihr für Gerechtigkeit zu kämpfen. Dies könnte auch das lang ersehnte Umdenken über das Schicksal der Jesiden in Gang bringen.

Bis der Fall aber vor den Internationalen Gerichtshof zur Anklage kommt, ist es noch ein weiter Weg. Bis dahin kann sich jeder einzelne Global Citizen dafür stark machen, dass sich noch mehr Länder, Menschen und Politiker auf der Welt für Nadia und die Jesiden einsetzen. Denn nur so kann der Kampf gegen die Ungerechtigkeit, die dem jesidischen Volk widerfahren ist, gewonnen werden.