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Amal Clooney vertritt zwei Journalisten in Myanmar vor Gericht

Menschenrechtsanwältin Amal Clooney scheute sich noch nie vor schwierigen Fälle. Seit einem Jahr vertritt sie Nadia Murad, eine yezidische Frau, die als Sexsklavin für den Islamischen Staat (ISIS) in Gefangenschaft gehalten wurde und die nun die Vereinten Nationen auffordert, den IS durch den Internationalen Strafgerichtshof zu verfolgen.

Jetzt hat sich Amal Clooney der Rechtsabteilung angeschlossen, die zwei Journalisten verteidigt, die seit Monaten in Myanmar inhaftiert sind, weil sie gegen das "Secrets Act" des Landes verstoßen haben, berichtete der Guardian. Die Journalisten waren für die Nachrichtenagentur Reuters tätig.

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Wa Lone und Kyaw Soe Oo wurden in Myanmar festgenommen, nachdem ihnen zusammengerollte Papiere zugesteckt wurden, während sie in einem Restaurant auf zwei Polizisten trafen, berichtet der Guardian.

Lone und Oo seien verhaftet worden, weil sie „wichtige und geheime Regierungsdokumente im Zusammenhang mit dem Rakhaing-Staat und den Sicherheitskräften besessen" hätten, so berichtet es das Informationsministerium von Myanmar nach Angaben von Reuters. 

Clooney behauptet, dass sie nichts Falsches getan hätten. 

„Wa Lone und Kyaw Soe Oo werden verfolgt, nur weil sie die Nachrichten verkündeten", sagte Clooney in einer Erklärung. „Ich habe die Akte geprüft und es gibt keinen Zweifel daran, dass die beiden Journalisten unschuldig sind und sofort freigelassen werden sollten."

Die Nichtregierungsorganisation Freedom House, die die Pressefreiheit auf der ganzen Welt überwacht, warnte davor, dass Pressevertreter in Myanmar „körperlicher Gewalt, Einschüchterung und Belästigung ausgesetzt sind“. Myanmar bekam 73 von 100 Punkten für den Umgang mit der Pressefreiheit, wobei null für uneingeschränkte Freiheit und 100 für am wenigsten Freiheit steht. 

„Die Inhaftierung der Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo und die Drohung, ernsthafte formelle Anklagen gegen die Krise im Rakhine-Staat zu erheben, gefährden die Freiheit aller Journalisten in Myanmar, über sensible Themen zu berichten, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen", so der Freedom House-Präsident Michael J. Abramowitz in einer Erklärung im Januar.

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Lone und Oo, hatten über den Mord von zehn Rohingya berichtet und stehen nun vor Gericht. Seit mehr als 100 Tagen sind sie bereits in Haft, berichtete der Guardian.

Am Mittwoch forderten die Verteidiger, den Fall abzuweisen. „Zum jetzigen Zeitpunkt, nachdem wir 17 Zeugen befragt haben, gibt es in den vorläufigen Zeugenaussagen keine Hinweise auf eine Straftat, daher sollten die Angeklagten jetzt ohne Anklage freigelassen werden“, heißt es.