Aktivist*innen erzählen, warum sie sich für eine bessere Welt einsetzen

Autor:
Jana Sepehr

Eine Generation. Eine Zukunft. 
Überall auf der Welt gibt es junge Aktivist*innen, die mit ihrem Handeln dazu beitragen, die Welt zu einem gerechteren Ort zu machen. Diese Aktivist*innen wollen wir mit der Serie Eine Generation. Eine Zukunft. in den Mittelpunkt stellen. 

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"Ich bin gebürtige Afghanin, hatte aber das Glück, in Deutschland aufzuwachsen und ein Leben in Sicherheit mit voller Perspektiven zu führen. Ich bin unendlich dankbar für diese Möglichkeit, denn ich könnte ebenso eines der Mädchen sein, das wir mit unseren Projekten unterstützen. In unserer Konsum- und Ellenbogengesellschaft ist es heute wichtiger denn je etwas zurückzugeben und dabei an benachteiligte Menschen und vor allem Kinder zu denken. Ich sehe es als unsere Pflicht und Verantwortung, aktiv gegen die vorherrschende Ungerechtigkeit und Missstände vorzugehen. Darüberhinaus löst Geben beim Geber Glücksgefühle aus. Diese Emotion sollten wir alle viel häufiger erleben." – Hila Limar, 32, Vorstandsmitglied von Visions for Children.

“ ‘Nur ein engagiertes Leben ist ein glückliches Leben.' – Ich glaube, da ist etwas Wahres dran. Ich wurde als weißer Junge in Süddeutschland geboren und konnte es mir leisten, die Uni nach 26 Semestern ohne anerkannten Abschluss zu verlassen. Als Aktivist widme ich mein Leben den Menschen, die nicht so privilegiert aufwachsen – mit all den Ressourcen, mit Frieden, Bildung und Gesundheitsversorgung.” – Michael Fritz, 35, Gründer von Viva con Agua.

"Was wird wohl einmal über unsere Generation geschrieben werden? Diese Frage habe ich mir schon als Schüler im Geschichtsunterricht gestellt. Die offensichtlichen Verbrechen der Vergangenheit von Sklaventreiberei über Rassentrennung, bis hin zur Unterdrückung von Frauen und Minderheiten schienen auf gutem Wege zu sein, bald überwunden zu werden. Als Erwachsener habe ich dann immer mehr begriffen, dass die vermeintlichen Heilsbringer von Industrialisierung, Globalisierung und Digitalisierung auch eine Kehrseite haben und neue Ungerechtigkeiten mit sich bringen – weniger offensichtlich aber gerade deshalb nicht weniger ungerecht und gefährlich. Die offensichtliche Überforderung des politischen Systems mit diesen neuen Herausforderungen wie der Macht sozialer Medien oder dem Klimawandel schreit förmlich danach, dass es jeder Einzelne jetzt auch selbst in die Hand nehmen muss, bevor es zu spät ist. Glücklicherweise gibt es heute aber auch eine breite Masse an Menschen, die sich nicht mehr um ihr tägliches Brot kümmern müssen und die Möglichkeiten von heute nutzen, um die noch leeren Seiten der Geschichtsbücher mit erfreulichen Nachrichten zu füllen.”  – Markus Kreßler, 29, Gründer von Kiron.

"Alle Gründer und Unternehmer können Aktivisten in eigener Sache oder zum Wohle der Allgemeinheit beitragen, wenn sie sich ihrer Werte und ihrer Sinnhaftigkeit bewusst werden. Davon profitieren nicht nur die Mitarbeiter*innen. Sie können so auch mit klareren Botschaften in die Welt hinausgehen und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaft leisten. Ich sehe mich als Aktivist im unternehmerischen Sinne. Mit AfricaWorks bieten wir Unternehmen Personal und HR-Strategien für afrikanische Märkte. Unser Hauptziel aber ist es, Afrika und Europa am Arbeitsplatz zusammenzubringen, Vorurteile abzubauen und Potenziale zu entfalten. So gestalten wir Diversität und Zusammenarbeit." – Jörg Kleis, Gründer von AfricaWorks.