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Frauenrechte

5 Frauen, die die Welt der Wissenschaft umkrempelten

Wikimedia Commons

Dieses Jahr markiert ein besonderes Jahr. Ja, wir haben die Global Goals verabschiedet und ja, es ist der Startschuss für die wohl wichtigsten 15 Jahre unserer Generation gefallen. Alles richtig. Allerdings möchte ich ein kleines Highlight hinzufügen. Dieses Jahr sind es genau 200 Jahre, dass die Erfinderin des Programmierens geboren wurde. Ja, richtig gehört. Bevor Grace Hopper, Jean Bartik und Howard Aiken auch nur das Licht der Welt erblickten, hatte die liebliche Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace, allgemein auch als Ada Lovelace bekannt, ihre Gedanken zur Programmierung niedergeschrieben. Und zu einigem mehr.

1815 in London geboren, wurde Ada dank ihrer gut gebildeten Mutter in Mathematik und Naturwissenschaften unterrichtet, was damals gegen jedwede Konventionen verstieß. Davon eher unbeeindruckt, verfolgte Ada jedoch ihre Leidenschaft und begann mit 28 Jahren, Unterlagen des Mathematiker Luigi Menabrea aus dem Französischen ins Englische zu übersetzen. Inspiriert bei Menabreas Text, beließ Ada es allerdings nicht bei der Übersetzung, sondern fügte ihre eigenen Notizen und Gedanken hinzu. Am Ende der Übersetzungsarbeit waren ihre Anmerkungen (international bekannt als 'Ada's Notes') etwa doppelt so umfangreich wie Menabreas ursprüngliche Aufzeichnungen. Es sind diese Notes, die zu Adas Berühmtheit beitrugen. Die Programmiersprachen Ada und die Lovelace Medal wurden nach ihr benannt und ihr zu Ehren wird jedes Jahr Mitte Oktober der Ada Lovelace Tag zelebriert.

Aber auch vor Adas Tod im Jahr 1851 gab es die ein oder andere Frau mit bahnbrechenden Errungenschaften - und ich denke, ich muss nicht noch erwähnen, dass sich in der Zeit danach bis heute weitere absolut herausragende weibliche Pioniere in den Bereichen der Wissenschaft und Forschung ihren Weg in unsere Geschichtsbücher gebahnt haben. Hier sind meine Favoriten. 

Dorothea Christiane Erxleben

Dorothea ist das, was wir heute wahrscheinlich eine Super-Alleskönnerin nennen würden. Denn nicht nur, dass die Tochter eines angesehenen Arztes aus Aschersleben selbst das Studium der Medizin antrat, es mit Bravour abschloss und eine eigene Praxis führte - nein, als Mutter und Ehefrau schmiss sie auch noch den Haushalt und kümmerte sich um die Erziehung ihrer vier Kinder. Hut ab! 1689 geboren, war es zu Dorotheas Zeit alles andere als selbstverständlich, dass eine Frau an einer Universität studierte. Sie musste sich daher erst an Friedrich den Großen, späterer König von Preußen, wenden, der ihr die Promotion erlaubte. Dorothea Christiane Erxleben war somit die erste promovierte Ärztin Deutschlands und gilt bis heute als Pionierin des Studiums für Frauen. 

Mae Jemson

MaeJemison.jpgImage: NASA.gov
Als Mae Jemson im September 1992 die Raumfähre Endeavour betrat war sie die erste Afroamerikanerin die ins Weltall fliegen sollte. Von klein auf vom Universum fasziniert sagt Mae: „Ich erinnere mich daran, wie ich es schon als Kind komisch fand, dass noch nie eine Frau im Weltall gewesen ist.“ Und während Walentina Wladimirowna Tereschkowa aus Russland im Jahr 1963 diese Aufgabe übernahm und als erste Frau die Erde umkreiste, erfüllte sich Mae Jemson ihren Kindheitstraum und flog mit 36 Jahren in den Weltall, um verschiedene wissenschaftliche Tests durchzuführen, die den Einfluss der Mikrogravitation erforschen sollten. Nach ihrem Flug sagte Mae: „Was mich am meisten geprägt hat ist die Erkenntnis, dass ich ein lediglich ein winziger Teil des Universums bin, wie jedes anderen Körnchen Sternenstaub auch.“

Jocelyn Bell Burnell

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Jocelyn Bell Burnell aus Nordirland war 1967 für die Entdeckung eines sogenannten Neutronensterns mit verantwortlich (für alle die jetzt nicht wissen was das ist (so wie ich): ich erspare euch meine völlig dilettantische Antwort über tote Sterne, Masse und elektromagnetische Wellen und bitte euch stattdessen, es -nachdem ihr den Artikel zu Ende gelesen habt- zu googlen. Danke)

Zurück zu Jocelyn.
Sie hat also mitgeforscht und den Pulsar mitentdeckt. Allerdings erhielten lediglich ihre Kollegen Antony Hewish und Martin Ryle sieben Jahre später den Nobelpreis für Physik, Jocelyn wurde schlichtweg nicht berücksichtigt, was schon damals zu kontroversen Debatten führte. Jocelyn lies sich davon allerdings nicht entmutigen und durfte in späteren Jahren diverse Auszeichnungen ihr Eigen nennen. Zudem wurde sie von der Queen zur 'Dame’ ernannt und im Jahr 2002 zur Präsidentin des berühmten Royal Astronomical Society Clubs gewählt. 

Tu Youyou 

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Dieses Jahr für den Nobelpreis in Medizin nominiert, ist Tu Youyou ein großartiges Beispiel dafür, wie weit unsere Welt der Medizin sich entwickelt hat. Denn die 84-jährige ist die erste chinesische Frau die einen Nobelpreis dafür gewinnt, dass sie ein Anti-Malaria Mittel kreiert hat, dass sich unter anderem Grundlagen alter chinesischer Medizinkunst bedient. Überhaupt hat ihr Weg des Erfolges einige Barrieren durchbrochen - so hat Tu Youyou beispielsweise weder einen Abschluss in Medizin, noch einen Doktortitel. Nach ihrem Studium der Pharmakologie beschäftigte sie sich eingehend mit der chinesischen Heilkunst und wurden dann angeworben, um ein Gegenmittel für Malaria zu entwickeln. Tu Youyou studierte eingehend alte Texte und Schriften, unter anderem aus den Zeiten des Vietnamkrieges und fand unter anderem ein Kraut namens 'Einjähriger Beifuß', dessen Extrakt Artemisinin sie dann als Bestandteil des heutigen Anti-Malaria Mittels einsetzte.


Woher kommt nur dieses Vorurteil, dass Frauen angeblich nicht gut in Mathematik und Naturwissenschaften sind?! So ein Blödsinn.

Das einzige was leider kein Vorurteil ist, sondern in vielen Teilen dieser Welt der Wahrheit entspricht, ist die Tatsache, dass es Frauen verwehr bleibt, ihr volles Potential auszuschöpfen. Sei es im Rahmen einer Schul- und Weiterbildung bis hin zu einem eigenbestimmten Leben. Und das hat letztendlich auch Auswirkungen auf den Bereich der Wissenschaft. Laut einem Report der UNESCO sind vor allem in dem Gebiet der Wissenschaft und Forschung Frauen immer noch stark unterrepräsentiert - und das überall auf der Welt.      

Das hier mag nicht die wissenschaftlich fundierteste These sein, aber wenn wir der bisher zurückgehaltendem Hälfte der weltweiten Population die Möglichkeit gäben, sich voll zu entfalten, könnten wir dann die dringendsten Fragen unserer Generation auch doppelt so schnell lösen?
Wie bei jedem guten Experiment lautet die Antwort: wir werden es nie wissen, wenn wir es nicht ausprobieren.