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Frauenrechte

36 Jesiden nach drei Jahren aus IS-Gefangenschaft befreit

Laut Berichten der Vereinten Nationen konnten in der letzten Woche mehr als 30 Menschen aus jahrelanger IS-Gefangenschaft befreit werden. Die Opfer wurden im Nordirak vor mehr als drei Jahren von Kämpfern des Islamischen Staats verschleppt.

Insgesamt konnten 36 Frauen, Männer und Kinder nach Dohuk in den kurdischen Nordirak gebracht werden. Hier wurden sie mit ihren Familienmitgliedern vereint und erhielten laut BBC medizinische und psychologische Betreuung.

Die Vereinten Nationen haben keine weiteren Angaben gemacht, ob die Gefangenen selbst fliehen konnten oder ob sie befreit wurden.

Werde aktiv: Der UN-Menschenrechtskommissar muss den Jesiden helfen, Gerechtigkeit zu erfahren

Laut Thomson Reuters Foundation werden die Jesiden vom Islamischen Staat als Teufelsanbeter betrachtet - die jesidische Religion vereint Elemente verschiedener alter Glaubensrichtungen aus dem Nahen Osten. Letztes Jahr erkannten die Vereinten Nationen an, dass der Islamische Staat einen Völkermord am jesidischen Volk begeht.

Es wird geschätzt, dass sich derzeit noch immer 1.500 Jesiden in IS-Gefangenschaftbefinden.

Die Jesidin Nadia Murad, die 2014 ebenfalls vom Islamischen Staat verschleppt, vergewaltigt und zur Sexsklaverei gezwungen wurde, konnte nach drei Monaten fliehen. Seitdem setzt sich Murad weltweit für die Befreiung des jesidischen Volks ein.

Im September letzten Jahres wurde Murad zur UN-Sonderbotschafterin ernannt. Einen Monat später spielte sie eine Schlüsselrolle, als Kanada sich dazu entschied, jesidische Flüchtlinge aufzunehmen.

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Murad setzt sich nicht nur dafür ein, dass dem jesidischen Volk geholfen wird, sondern auch, dass die Kriegsverbrechen des Islamischen Staats vor Gericht gestellt werden.

Zusammen mit Menschenrechtsanwältin Amal Clooney kritisierte Murad die Vereinten Nationen in New York, dass bisher nicht mehr unternommen wurde.

„Es ist sehr hart, jedes Mal nach hier zu kommen und zu sehen, dass wieder nichts unternommen wird“, sagte Murad gegenüber der Thomson Reuters Foundation nach ihrer Rede in New York. „Für die Opfer ist es ebenfalls hart zu hören, dass nichts voranschreitet.“

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Tausende Frauen und Mädchen, darunter Mädchen, die jünger als neun Jahre sind, wurden vom Islamischen Staat verschleppt und als Sexsklavinnen weiterverkauft. Auch jetzt befinden sich noch viele in Gefangenschaft.

Zum Glück sind es jetzt 36 Menschen weniger - eine Zahl, die Hoffnung für all die anderen Gefangenen aufkommen lässt.