Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht.

Menschen, die mehr über die wichtigsten Angelegenheiten dieser Welt erfahren und aktiv werden wollen. Dein Einsatz kann extremer Armut ein Ende setzen.

Umweltschutz

Sie konnte keine Kinder kriegen und fand einen anderen Weg, Leben in die Welt zu setzen

Saalumarada Thimmakka International Foundation

Wenn dir das Leben keine Kinder schenkt, dann pflanze stattdessen hunderte von Bäumen und schütze den Planeten.

Dies wurde zum Lebensmotto von Saalumarada Thimmakka, einer inspirierenden Frau, geboren und aufgewachsen im Süden Indiens, nachdem ihr vor inzwischen über 70 Jahren klar wurde, dass sie und ihr Mann keine Kinder bekommen können.

Thimmakka begann mit ihrem 'Projekt' bereits während des Zweiten Weltkriegs. Sie hat eigenhändig zwischen 350 - 400 Banyanbäume gepflanzt und sich um sie gekümmert. Ihr Aktivismus hat inzwischen auch andere Menschen in Indien angesteckt.

Mehr Lesen: Neuer Weltrekord: Indien pflanzt 50 Millionen Bäume an einem Tag

Laut der “Saalumarada Thimmakka International Foundation”, wuchs die 105-Jährige in Gubbi, einem kleinen, abgelgenen Dorf in Süd-Indien, auf. Da ihr Dorf keine Schule hatte, begann Thimmakka im Alter von 10 Jahren als 'Coolie' (Wort für ungelernte Arbeitskraft) zu arbeiten. Auf der Arbeit traf sie auch ihren späteren Ehemann. Ähnlich wie Thimmakka wuchs auch er in ärmlichen Verhältnissen auf.

25 Jahre haben Saalumarada Thimmakka und ihr Ehemann Sri Bikkala Chikkayya versucht, ein Kind zu bekommen, doch vergeblich. Darum suchte Thimmakka nach einer anderen Möglichkeit, Leben in diese Welt zu setzen. Sie fing an, Bäume zu pflanzen, einen nach dem anderen. Mittlerweile erstrecken sich die Bäume über eine Länge von vier Kilometern.

Obwohl laut Weltgesundheitsorganisation ca. 15 Prozent aller Paare in Indien keine Kinder bekommen können, werden viele Frauen, die unfruchtbar sind, ihr Leben lang dafür diskriminiert.

Thimmakkas Mann allerdings stand felsenfest zu seiner Frau und unterstützte sie bei dem Vorhaben, die Bäume zu pflanzen, bis er 1991 verstarb.

india-woman-trees-award.jpgImage: Saalumarada Thimmakka International Foundation

Mehr Lesen: Afrika pflanzt gemeinsam eine neue 7.000 km lange „Grüne Mauer” für's Klima

Thimmakka hatte nie vor, durch das Pflanzen der Bäume, berühmt zu werden. Trotzdem wurde sie in Indien zu einer kleinen Berühmtheit und erhielt rund 50 Auszeichnungen für ihren Umweltschutz. Auch die internationale Presse berichtete mehrfach von ihr.

„So wie die Bäume mit zunehmendem Alter immer weiter wuchsen, wuchs auch der Ruhm, der sich um sie drehte”, schrieb Al Jazeera 2013 über sie.

Thimmakka pflanzt inzwischen nicht mehr regelmäßig eigene Bäume. Ihr Ziehsohn und Schützling Umesh führt seit 2014 in ihrem Namen die 'Saalumarada Thimmakka International Foundation', die ihr Projekt weiterführt. 

Die Foundation hat sich zum Ziel gesetzt, die Umwelt zu schützen und einen positiven Beitrag zum Leben in Indien zu leisten. Darüber hinaus sollen Menschen aus armen Verhältnissen der Zugang zu Bildung ermöglicht werden, um ihnen einen Weg aus der Armut zu ebnen. Ein weiteres ambitioniertes Projekt ist es, ein Krankenhaus für werdende Mütter in der Region zu eröffnen.

Von Thimmakkas Liebe zu Mutter Natur und ihrem Umweltaktivismus haben sich mittlerweile viele Menschen in Indien anstecken lassen. Nicht zuletzt das Land selbst. Die Regierung hat beschlossen, das Thema Umweltschutz mehr in den Fokus zu nehmen. Das hat das Land mit einer Unterschrift des Pariser Klimaabkommens besiegelt. Außerdem will Indien bis 2030 rund 40 Prozent seiner Energiequellen auf erneuerbare Quellen umstellen.

Mehr Lesen: Großartiger Erfolg: Klimavertrag kann endlich offiziell in Kraft treten

In der Zwischenzeit diskutiert das indische Parlament über einen Antrag, der vorsieht, sechs Milliarden US-Dollar in den Schutz und die Expandierung der Wälder zu investieren. Derzeit sind ca. 20 Prozent des Landes mit Wäldern bedeckt.

Mit ihrem Einsatz hat die heute 105-Jährige bewiesen, wie ein einziger Mensch seinen Teil zum Großen Ganzen leisten kann.