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Umweltschutz

Afrika pflanzt gemeinsam eine neue 7.000 km lange „Grüne Mauer” für's Klima

https://twitter.com/designindaba/status/723564592366936064

Afrika ist drauf und dran, noch etwas grüner zu werden! Und zwar mit Hilfe der „Great Green Wall”-Initiative. Die „Wall” ist aber nicht im Sinne einer Mauer zu verstehen, sondern eher wie ein langer, breiter Grünstreifen, der sich vom Senegal in Westafrika bis hin nach Djibouti in Ostafrika ziehen wird - auf einer Länge von über 7.000 km! Das wäre in etwa die Strecke von Berlin bis Beijing!

Die 'Great Green Wall' ist dabei keine Initiative zur Wiederaufforstung. Es ist vielmehr eine soziale und ökonomische Bewegung, die bewirken möchte, dass sich das Leben der Bevölkerung in diesen afrikanischen Regionen verbessert.

Die Bäume, die Afrikas neue „Grüne Mauer” bilden sollen, wachsen besonders gut in trockenen, ariden Gebieten und wurden von den dort ansässigen Gemeinschaften ausgewählt. Und das Projekt kommt voran: Bis heute wurden ca. 15% der Bäume, die im Senegal insgesamt vorgesehen sind, gepflanzt. Weitere 3 Millionen Bäume konnten bis März 2016 bereits in Burkina Faso gepflanzt werden.

Die Initiative verfolgt mehrere Ziele auf einmal: Zum einen soll die Mauer aus Bäumen die Desertifikation - also die fortschreitende Wüstenbildung - stoppen. Zum anderen will sie das Wirtschaftswachstum stärken, Nahrungsmittel für die Zukunft sichern und die Anzahl der Klimaflüchtlinge reduzieren.

Begonnen hat die Bewegung bereits 2005 als Idee eines afrikanischen Staatenzusammenschlusses. Besonderen Zuspruch fand das Projekt bei Nigerias damaligen Präsidenten Olusegun Obasanjo und Senegals Präsident Abdoulaye Wade. 2010 sagten dann Burkina Faso, Chad, Djibouti, Eritrea, Äthiopien, Mali, Mauretanien, Niger, der Senegal und der Sudan ebenfalls zu, das Projekt umzusetzen.

Finanzielle Hilfe erhält der Grünstreifen von regionalen und internationalen Organisationen wie zum Beispiel vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, von der Weltbank oder vom African Forest Forum. Auf der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 wurden dem Projekt 4 Milliarden US-Dollar zugesprochen und weitere Länder wie Frankreich sagten ihre Unterstützung zu.

Die „Great Green Wall”-Initiative hofft, dass es die Berechnungen der Vereinten Nationen stoppen kann. Die gehen nämlich davon aus, dass bis 2025 mehr als zweidrittel von Afrikas fruchtbarem Land durch Desertifikation verloren ist.

Und die Gründe, warum die Vereinten Nationen von einer so hohen Desertifikationsrate ausgehen, sind durchaus nachvollziehbar: wenn Feldfrüchte in Gegenden angebaut werden, die häufig mit Dürreperioden zu kämpfen haben, entziehen sie dem ohnehin schon strapazierten Boden die letzten Nährstoffe. Hinzu kommen Ursachen wie Buschfeuer, Waldbrände aber auch Bauern, die keine Wechselwirtschaft betreiben - also im zweiten Jahr eine andere Pflanze anbauen als im ersten. Die Abnutzung durch Tierhaltung darf auch nicht vergessen werden. Ganz abgesehen davon, dass der afrikanische Kontinent ohnehin dafür bekannt ist, den höchsten Prozentsatz an Trockengebieten zu haben - ganze 40%.

Wenn Land also austrocknet und keine Ernte mehr trägt, so dass Menschen sich nicht mehr ernähren können, müssen diese zwangsläufig an andere Orte wandern, um zu überleben. Solche aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen werden 'Klimaflüchtlinge' genannt. Schätzungen gehen davon aus, dass es weltweit eine Milliarde Klimaflüchtlinge gibt. Allein in der Sahelzone und in Gegenden der Sahara mussten mehr als 60 Millionen Menschen in den letzten 5 Jahren vor den Auswirkungen des Klimas fliehen.

Der Klimawandel gehört definitiv mit zu den Hauptgründen für die Existenz extremer Armut auf der Welt. Deshalb ist es enorm wichtig, dass all die Länder, die sich dazu verpflichtet haben, den Klimawandel zu stoppen, zusammen an neuen und auch innovativen Lösungen arbeiten.
Das 'Great Green Wall'-Projekt mag ein außergewöhnlicher Schritt sein, aber er geht in die richtige Richtung - nämlich in Zusammenarbeit die Desertifikation zu stoppen bzw. zu verlangsamen, dadurch extreme Armut zu verringen, Konflikten in der Sahelzone und in der Sahara entgegenzuwirken, und die Zahl der Klimaflüchtlinge zu verringern.