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Die G20-Staaten sind ein schlechtes Vorbild

Warum das wichtig ist
Im Jahr 2015 haben sich die Staaten der Vereinten Nation verpflichtet, bis 2030 gemeinsam eine bessere Welt zu schaffen. Entstanden sind die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele. Ein aktueller Report zeigt: Es gibt Fortschritte – doch es geht zu langsam voran, um bis 2030 ans Ziel zu kommen. Deshalb müssen wir weiterhin aktiv sein und die Staats- und Regierungschefs der Welt auffordern, mehr zu tun.

Vor drei Jahre haben die Vereinten Nationen den Pakt für eine bessere Welt geschlossen: Die nachhaltigen Entwicklungsziele. Bis 2030 wollen alle Länder weltweit gemeinsam extreme Armut beenden und nachhaltiger konsumieren, Bildungschancen verbessern und Frauenrechte stärken – und vieles mehr.

Nun prüfte ein Report der Bertelsmann Stiftung und des Sustainable Development Solutions Networks, wo die Länder in der Umsetzung ihrer Versprechen stehen. Was läuft gut? Wo gibt es noch Nachholbedarf?

Die gute Nachricht ist, dass fast alle Länder der Welt sich verbessert haben und an der Erreichung der Ziele arbeiten. Laut der Studie stehen Schweden, Dänemark und Finnland im internationalen Vergleich derzeit auf dem Treppchen – Deutschland landet auf Platz 4.

Die schlechte Nachricht: Kein Land ist bisher auf dem Weg, alle Ziele bis 2030 zu erreichen. Die hintersten Plätze belegen Afghanistan, Jemen, Madagaskar, Chad und die Zentralafrikanische Republik.

SDG Report Overview©Bertelsmann Stiftung.png©Bertelsmann Stiftung

Die Kritik an den G20-Staaten

Der diesjährige Report hat sich vor allem auf die Rolle der G20-Staaten fokussiert und festgestellt: Die bedeutendsten Industrie- und Schwellenländer der Welt werden ihrer Vorreiterrolle nicht gerecht.

Die Autoren der Studie kritisieren, dass die G20 sich schwer tun, die Ziele in ihre nationalen Richtlinien einzubetten. Dadurch blieben tatsächliche Fortschritte hinter den Ankündigungen und Vorhaben zurück.

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„Um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen, brauchen wir weniger Lippenbekenntnisse und mehr Gestaltungswillen. Nur, wenn alle Länder die Ziele in ihrer nationalen Politik verankern, können sie auch praktisch Wirkung entfalten", sagt Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.

Jeffrey Sachs, US-Ökonom und einer der Autoren der Studie, sagt: „Der SDG-Index zeigt, dass Staaten, die im Einklang mit Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft, sozialer Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung handeln, die besten Chancen haben, die Ziele zu erreichen.”

Industriestaaten müssen nachhaltiger konsumieren

Die geringsten Fortschritte machten die Industriestaaten beim nachhaltigen Konsum und Produktion (Ziel 12), so der Report.

Viele der G20-Staaten leben durch hohe Lebensstandards und ein ausgeprägtes Konsumverhalten auf Kosten der globalen Gemeinschaft. Die USA sind allein für knapp ein Viertel der weltweiten negativen Effekte verantwortlich, die das Erreichen der Ziele erschweren, schreiben die Autoren der Studie. China, Indien und die USA sind durch ihre Industrieproduktion und den Konsum von Dienstleistungen und Waren fast zur Hälfte (40 Prozent) dafür verantwortlich, dass die Zielsetzungen im Bereich “nachhaltiger Konsum und Produktion" noch nicht erfüllt werden konnten.

Wo stehen die Entwicklungsländer?

Das oberste Entwicklungsziel lautet: “Keine Armut”. Doch einige Entwicklungsländer haben Schwierigkeiten, extreme Armut zu beenden. Nigeria, die demokratischen Republik Kongo und Indien seien bisher am weitesten davon entfernt ihre Ziele zu erreichen – und sind somit maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Ziel 1 der Agenda noch weit davon entfernt ist, erreicht zu werden.

Das allgemeine Fazit lautet also: „Es gibt noch viel zutun”, so sagt es zumindest Christian Kroll, einer der Autoren und Mitarbeiter der Bertelsmann Stiftung. Würde der Fortschritt in diesem Tempo weitergehen, könnten die Ziele wohl erst 2050 oder sogar noch später umgesetzt werden.

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