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Environment

Weniger “dicke Luft” in Deutschland: Luftqualität verbessert sich

Warum das wichtig ist:
Die zunehmende Luftverschmutzung in Metropolen stellt eine große Belastung für die menschliche Gesundheit dar. Die Vereinten Nationen (UN) schätzen, dass 2050 etwa zwei Drittel der Menschheit in Städten leben wird. Daher fordert die UN Regierungen weltweit mit Ziel 11 der Global Goals auf, den nachhaltigen Städtebau zu priorisieren. Du kannst dich hier mit uns für den Klima- und Umweltschutz stark machen.

Deutschland kann aufatmen! Denn die landesweite Luftqualität verbessert sich – und das unabhängig von den aktuellen Reiseeinschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie. Das gab das Umweltbundesamt (UBA) Mitte Feburar diesen Jahres anhand neuer Messwerte bekannt. Demnach habe sich die Stickstoffdioxidbelastung 2019 im Vergleich zum Vorjahr halbiert. In Sachen Feinstaub gibt es sogar noch erfreulichere Nachrichten: 2019 war seit Beginn der Messungen das Jahr, in dem die Luft am wenigsten mit Feinstaub belastet war. Erstmals landete der Messwert hier im grünen Bereich.

Das kann man über die Werte für Stickstoff leider noch nicht sagen. Obwohl 2018 noch über 40 Prozent der Messstationen eine Überschreitung des Jahresmittelgrenzwerts für Stickstoffdioxid anzeigten, waren es 2019 etwa 20 Prozent. Damit hat sich die Luftqualität zwar vielerorts verbessert. Doch gerade in deutschen Großstädten schreibt die Stickstoffdioxidbelastung weiterhin rote Zahlen.

Für die durchschnittliche Verbesserung der Luftqualität macht Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) Tempolimits und den vermehrten Einsatz schadstoffarmer Elektrobusse sowie sauberere Neufahrzeuge verantwortlich.

“Dicke Luft” in deutschen Großstädten

Wer in Städten wie München, Stuttgart, Kiel, Berlin und Hamburg tief einatmet, merkt schnell, dass da was mit der Luftqualität nicht stimmen kann. Die Zahlen des Umweltbundesamt bestätigen die “dicke Luft”: Während die Stickstoffbelastung in diesen Städten deutlich zu hoch war, lag sie in weiteren 25 bis 30 deutschen Städten zumindest zeitweise über dem zugelassenen Grenzwert.

Hauptverursacher der schlechten Luft ist der Straßenverkehr, insbesondere alte Dieselfahrzeuge tragen dazu bei. Die Bundesumweltministerin sieht daher auch weiterhin Handlungsbedarf. "Wir sind erst am Ziel, wenn in allen Städten die Grenzwerte eingehalten werden", betonte Schulze laut Tagesschau.

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Initiativen für saubere Luft

Um die Luftqualität in Deutschland zu verbessern, wird aktuell die Ausweitung des Verbots von Feuerwerkskörpern debattiert. Denn allein in der Silvesternacht 2019 wurde deutschlandweit so viel Feinstaub in der Luft freigesetzt, wie sonst in zwei Monaten im Straßenverkehr entsteht. Ein Ersatz könnten laut deutscher Umwelthilfe schadstoffärmere Laser- und Lichtshows sein. Zudem könnte es weitere Fahrverbotszonen für Diesel-Fahrzeuge in Innenstädten geben.

Aber es geht noch einen Schritt weiter, wie die belgische Stadt Gent bewiesen hat. 2017 wurde hier der Autoverkehr komplett aus der Innenstadt verbannt. Anstelle von Autos sind die rund 250.000 Einwohner*innen nun dazu angehalten, auf öffentliche Verkehrsmittel oder auf das Rad umzusteigen.

Saubere Luft spielt für die Zukunft der weltweiten Gesundheit eine wichtige Rolle. Denn bereits 2050 könnte laut UN zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Daher ist es entscheidend, dass Regierungen weltweit den nachhaltigen Städtebau fördern.