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Citizenship

Schülerin erfindet erstes Kopftuch-Emoji

©Vienna International School

Ein Emoji, ein Kopftuch und eine junge Aktivistin: Mehr braucht es nicht, um Österreich in einen Ausnahmezustand zu versetzen. Genauer gesagt geht es um Rayouf Alhumedhi, 17 Jahre alt, Tochter eines Diplomaten aus Saudi-Arabien.

Die junge Muslimin, damals 14, suchte nach einem Emoji, der ihr ähnlich sah, damit sie ihn ihren Freundinnen schicken konnte. Er sollte ihre Identität symbolisieren. Was sie fand war eine Tänzerin, eine Prinzessin und eine Meerjungfrau – aber kein Mädchen mit Kopftuch.

Rayouf Alhumedhi wollte das ändern. Sie wandte sich mit ihrem Anliegen an Apple. Doch auf eine Antwort wartete sie vergebens. Kein Grund aufzugeben, dachte sich Rayouf. Sie recherchierte und stieß auf ‚Unicode’ – die namentlich eher unbekannte Organisation ist für die Entwicklung der Emojis zuständig. Rayouf schrieb in ihrem siebenseitigen Antrag : „550 Millionen muslimische Frauen tragen Hijab. Trotz dieser enormen Zahl ist für die Leute nicht einmal eine Taste auf der Tastatur reserviert."

Ein halbes Jahr später präsentierte ‚Unicode’ eine Liste mit 56 neuen Emojis. Zauberer, Vampire und eine Kokosnuss waren darunter. Aber auch: Ein Frauengesicht mit Kopftuch.

Emoji_Hijab_©Apple.png©Apple

Nun belohnte das US-Magazin „Times“ Rayoufs Aktivismus: Sie schaffte es auf die jährliche Liste der einflussreichsten Teenager , auf der auch Berühmtheiten wie Topmodel Kaia Gerber oder Schauspielerin Millie Bobby Brown („Stranger Things“) stehen.

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„Ich habe geweint, als ich davon erfahren habe. Es ist eine Ehre, mit Persönlichkeiten wie Malala Yousafzai genannt zu werden", erzählt die 16-Jährige dem KURIER . Vor einem Jahr zog Rayouf mit ihrer Familie von Berlin nach Wien. Das Emoji, sagt Rayoufs, sei wichtig für ihre Identität: „Ich trage Kopftuch, seit ich 13 bin, und zwar freiwillig. Für mich ist das einfach ein Ausdruck meines Glaubens."

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