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Health

214 Millionen Frauen ohne Chance auf Pille, Kondome und Co.

Warum das wichtig ist
In vielen Teilen der Welt mangelt es an elementaren Frauenrechten – dazu gehört auch das Recht auf eine freie Entscheidung über Sexualität und Geburt. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) wollen das bis 2030 ändern. Werde mit uns aktiv, um die Rechte von Frauen zu stärken.

Eine Frage, die Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beschäftigt, lautet: “Gewinnt der Storch oder der Pflug?”. Damit spielt Müller auf die großen Herausforderungen an, die mit  einer rasant wachsenden Weltbevölkerung einhergehen. In den kommenden Jahrzehnten wird sich zeigen, ob die Welt es schafft, all diesen Menschen Zugang zu Nahrung, aber auch zu Gesundheitsversorgung und Bildung zu ermöglichen. Und ob es möglich sein wird, das Bevölkerungswachstum zu bremsen, um Ressourcen zu schonen.

Nach aktuellen UN-Prognosen wächst die Weltbevölkerung von heute mit rund 7,6 Milliarden bis 2050 auf 9,8 Milliarden Menschen. Entwicklungspolitiker und Regierungen versuchen, das starke Bevölkerungswachstum – insbesondere in Entwicklungsländern – zu hemmen.

“In den ärmsten Ländern werden die meisten Kinder geboren”, sagt Minister Müller anlässlich der Veröffentlichung des Weltbevölkerungsbericht 2019 des UN-Bevölkerungsfonds UNFPA bei einer Pressekonferenz in Berlin. Deshalb dürfe das Thema Familienplanung in der Entwicklungspolitik nicht tabuisiert werden, so Müller.

Denn viele dieser Schwangerschaften sind ungewollt. Wenn Frauen die Wahl hätten, würden 214 Millionen Frauen eine Schwangerschaft verhindern, heißt es in dem Report. “Doch sie haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln”, so Müller weiter.

Dieses Thema sollte eigentlich schon lange Geschichte sein. Denn bei der UN-Weltbevölkerungskonferenz in Kairo vor 25 Jahren hatte man das Ziel, dass bis 2015 jede Frau selbst über Schwangerschaft und Geburt entscheiden kann. Doch ein weltweites Recht auf reproduktive Entscheidungsfreiheit ist noch immer nicht erreicht.

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“Noch kann jede vierte Frau, die in einem Entwicklungsland lebt, nicht verhüten”, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Bähr hofft, das sich dies bis 2030 endlich ändert.

Neben Aufklärung und der Bereitstellung von Verhütungsmitteln, spielt auch die Bildung von Frauen eine entscheidende Rolle, um das weltweite Bevölkerungswachstum zu regulieren, erklärt Entwicklungsminister Müller. Deshalb fokussiert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unter anderem auf die Bildung von Mädchen und Frauen und erhöhte die geplanten Ausgaben für 2019 in diesem Bereich auf rund eine Milliarde Euro.

Das Maßnahmen aus der Entwicklungszusammenarbeit wirksam sein können, zeigt sich etwa bei der Müttersterblichkeit. Die konnte in den vergangenen 25 Jahren halbiert werden.