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A mother holds a child at the Dhola Hamdanh hospital in Sana'a where small children are being treated for severe acute malnutrition on Oct. 30, 2018 in Yemen.
© UNICEF/Fuad
Hunger & Ernährungssicherheit

Der Jemen steckt in der schlimmsten humanitären Krise unserer Zeit

Warum das wichtig ist:
Humanitäre Krisen bedrohen das Leben von Millionen Menschen. Die Vereinten Nationen (UN) fordern dazu auf, humanitäre Hilfe aufzustocken und Krieg, Hunger und Wassermangel zu beenden. Du kannst hier mit uns aktiv werden.

Zum zweiten Jahr in Folge befindet sich der Jemen in der schlimmsten humanitären Krise der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des International Rescue Committee (IRC).

Der im Jemen seit 2015 anhaltende Bürgerkrieg führte bereits zu 100.000 Toten, 3,65 Millionen vertriebenen Menschen, einer Cholera-Epidemie und einer landesweiten Hungersnot. Anhaltende Luftangriffe durch Saudi-Arabien haben die Infrastruktur lahmgelegt, darunter Krankenhäuser, Schulen und Wasserleitungen.

Mehr als 24 Millionen Menschen sind im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen, berichten die Mitarbeiter*innen des IRC.

“Die Situation im Jemen wird jeden Tag schlimmer. Es ist kein Ende in Sicht,” sagt Frank Mc Manus, der Büroleiter des IRC im Jemen. “Die Menschen hier brauchen sofort humanitäre Hilfe. Die bisherige Unterstützung ist nicht effizient und reicht bei weitem nicht aus.”

Mit ihrer jährlichen »Watchlist« erstellt das IRC eine Rangliste der 20 schlimmsten humanitären Krisen der Welt, um ein sicheres Ressourcenmanagement für humanitäre Hilfe weltweit zu ermöglichen.

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Die diesjährige Liste zeigt, wie lange sich humanitäre Katastrophen hinziehen können.

“Es gibt wenig Veränderung in den Ländern, die bereits im letzten Jahr hoch oben auf der Liste humanitärer Krisensituationen standen,” sagt Bob Kitchen, IRC Vizepräsident für Krisenmanagement, in einer Erklärung, die dem Bericht beiliegt. “Das beweist die Langwierigkeit vieler Notstände und zeigt erneut, wie wichtig es ist, die tiefer sitzenden Ursachen dieser Krisen gemeinsam zu identifizieren und aus der Welt zu schaffen.”

In der demokratischen Republik Kongo, Platz zwei der Watchlist, sind schon jetzt 15,9 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zudem erlebt das Land eine akute Ebola-Epidemie.

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In Syrien wütet weiterhin Bürgerkrieg, womit das Land auf Platz drei der Liste steht. Syrien ist für den größten Flüchtlingsstrom des letzten Jahrzehnts verantwortlich. Über 11 Millionen Syrer*innen benötigen dringend humanitäre Hilfe.

Nigeria ist das Land mit den meisten Menschen, die unter extremer Armut leiden. Aufgrund der vielen Konflikte im Land, mit denen die Bevölkerung leben muss, ist Nigeria auf Platz 4 der Watchlist.

Venezuela steht auf Platz 5 der Liste der schlimmsten humanitären Krisen der Welt. Die Bevölkerung leidet aufgrund einer massiven ökonomischen Krise an Hunger, Wassermangel, unzureichender medizinischer Versorgung, einem lahmgelegten Bildungssystem und vielen weiteren Konflikten.

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Afghanistan, der Südsudan, Burkina Faso, Somalia und die Zentralafrikanische Republik belegen die Plätze 5 bis 10 der Watchlist. Danach folgen Burundi, Kamerun, Tschad, Äthiopien, Irak, Libyen, Mali, Myanmar, Niger und der Sudan. Diese 20 Staaten machen 10 Prozent der Weltbevölkerung aus und 80 Prozent der Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

“Global betrachtet, wird der Bedarf an humanitärer Hilfe 2020 die Ressourcen über ihre Grenzen hinaus strapazieren,” sagt David Milliband, Vorsitzender des IRCs. “Wir dürfen diese Länder nicht im Stich lassen, jetzt, wo sie uns am meisten brauchen. Die Regierungen aller Länder müssen umgehend Finanzierungsmodelle erstellen, bevor noch mehr Menschen sterben. Der Preis für humanitäre Katastrophen steigt weiter an.”