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Frauenrechte

Pakistan verbietet offiziell Kinderehen und verhängt härtere Strafen

United Nations Photo/flickr

Ein Artikel von Saleem Shaikh und Sughra Tunio - Thomson Reuters Foundation

ISLAMABAD, 07. Februar (Thomas Reuters Foundation) - Anfang des Monats hat Pakistan Kinderehen offiziell verboten und gleichzeitig die Strafen für Menschen, die dem Gesetz zuwiderhandeln, verschärft. Mit Hilfe dieser Bemühungen will das Land in Zukunft härter gegen den Brauch der Kinderehe vorgehen, denn noch immer ist jedes fünfte Mädchen davon betroffen.

Das neue Gesetz, das Anfang des Monats durch das parlamentarische Unterhaus verabschiedet wurde, verbietet nicht nur Kinderehen sondern jegliche Zwangsehen, der vor allem Frauen aus Minderheitengruppen zum Opfer fallen.

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Laut neuem Recht, müssen Täter nun mit einer Gefängnisstrafe von 5-10 Jahren rechnen. Gleichzeitig müssen sie eine Geldstrafe von umgerechnet ca. 9.000 Euro (1 Million Pakistanische Rupien) zahlen.

Bevor das Gesetz in Kraft trat, mussten Straftäter lediglich drei Jahre ins Gefängnis und 500.000 Rupien Strafe zahlen.

„Die härtere Bestrafung ist nun offiziell im Recht des Landes verankert...nur so lassen sich die Probleme in der Gesellschaft, die sich aufgrund von zu geringen Strafen immer weiter entwickelten, bekämpfen“, sagt Zahid Hamid, Minister für Bundes- und Menschenrecht, gegenüber der Thomson Reuters Foundation.

Laut UNICEF sind 21% aller Mädchen, die in Pakistan zur Heirat gezwungen werden, unter 18 Jahren.

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Die Organisation ‘Girls Not Brides’ führt verschiedene Gründe an, die in Pakistan häufig zur Zwangsehe führen: soziale und geschlechtsspezifische Ungerechtigkeit, der Wunsch, die weibliche Sexualtität kontrollieren zu wollen, der Schutz der Familienehre sowie Armut sind nur einige Gründe für eine Zwangsehe.

„Wichtig ist nun, dass sich das neue Gesetz so schnell wie möglich verbreitet, damit so viele Menschen wie möglich davon erfahren. Nur so kann die Umsetzung des neuen Gesetzes ein Erfolg werden“, sagt Mahpara Shakil Ghauri, Mitgliedstaat der Aurat Foundation, einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die Rechte von Frauen einsetzt.

Die Organisation ‘Society for the Protection of the Rights of the Child’ (SPARC) geht davon aus, dass fast 58% aller auf dem Land lebenden Mädchen bereits als Kinder zwangsverheiratet wurden bzw. noch werden.

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SPARC-Vorsitzende Humera Malik gibt jedoch zu bedenken, dass das neue Gesetz das rechtliche Mindestalter für Mädchen zur Heirat nicht von 16 auf 18 Jahre angehoben hat.

„Schon lange versuchen Kinder- und Frauenrechtsorganisationen in Pakistan das Mindestalter für Mädchen an das der Jungen anzupassen, denn dieses liegt bei 18 Jahren, das der Mädchen bisher immer noch bei 16 Jahren. Doch trotz des neuen Gesetzes hat sich nichts daran geändert. Das ist enttäuschend”, sagt Malik gegenüber der Thomson Reuters Foundation.

(Ein Beitrag von Saleem Shaikh und Sughra Tunio; Überarbeitet von Katie Nguyen; Bitte die 'Thomson Reuters Foundation' als Quelle angeben, wenn dieser Artikel zitiert / geteilt wird. Die Thomson Reuters Foundation liefert Beiträge über humanitäre Hilfe, Frauenrechte, Menschenhandel, Klimawandel und vieles mehr auf news.trust.org.)