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Aus 'Black Lives Matter' Protest wird friedliche Grillparty für Aktivisten und Polizisten

Statt mit Schildern durch Straßen zu marschieren und lauthals zu protestieren, während uniformierte Beamte rechts und links die Straße säumen und angespannt die Situation beobachten, wurde in einer kleinen Gemeinde in Kansas / USA aus einem geplanten #BlackLivesMatters Protestmarsch kurzerhand eine Grillparty für Protestler und Polizisten.

Ja, eine echte Grillparty. Mit Musik und allem drum und dran. Beide Seiten kamen dafür im Park der Stadt zusammen, schmissen den Grill an und verbrachten gemeinsam Zeit eine gute Zeit, mit guten Gesprächen, viel tanzen, Basketball und gutem Gegrillten.  

Später konnte in der Lokalzeitung 'Wichita Eagle' nachlesen:

An einem Tisch saßen vier Männer - ein Schwarzer (Jarvis Scott), ein Lateinamerikaner, ein Weißer und ein weißer Polizeibeamter (Lt. Travis Rakestraw). Sie alle aßen gemeinsam Burger und sprachen über ihre Ideen und Gedanken. Für Jarvis Scott war es das erste Mal seit 1992, dass er mit einem Polizeibeamten zusammen saß, für die beiden anderen war es das erste Mal in ihrem Leben.

Und wie kam es zu diesem Kumbaya Moment?

Die Idee nahm Gestalt an, als 'Black Lives Matters' Aktivist A.J. Bohannon ein ziemlich langes Meeting mit dem Polizeichef der Stadt Wichita, Gordon Ramsay, hatte, in dem es darum ging, einen Protestmarch zu organisieren, berichtet das Onlineportal NPR.org.

Die Verhandlungen waren irgendwie zäh und so richtig glücklich mit den gemachten Vorschlägen waren beide irgendwie nicht. Da kam die Idee mit der Grillparty auf. Spaßeshalber als 'Erste Annäherungen für eine gemeinsame Grillparty' betitelt, entwickelte es sich schnell zu einer echten Idee. 


Und inzwischen gilt die Veranstaltung als ein inspirierendes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Gruppen unterschiedlicher Meinung ihre starren Ansichten (und vielleicht auch Egos) mal beiseite legen und sich stattdessen an einen Tisch setzen, um zu überlegen, wie man gemeinsam eine Sache lösen könnte.

Und die Symbolkraft der Veranstaltung wurde schlagartig noch so viel bedeutender, als die Schießerei in Baton Rouge bekannt wurde, in der drei Polizisten erschossen und drei weitere schwer verletzt wurden. Denn die Grillparty fand nur wenige Stunden nach genau diesem Vorfall statt. 

„Ich denke wir hier sind uns alle einige, dass die Dinge, die in Baton Rouge passiert sind, keinen Einfluss hier auf uns in Wichita haben", sagte 'Black Lives Matters' Aktivist A.J. Bohannon gegenüber KMUW. „Dass unsere Grill-Veranstaltung trotz allem genau so stattfand, macht das Ganze für mich noch viel wichtiger. Ich bin davon überzeugt, dass das eine gute Sache für unsere Gemeinde ist und ich will es definitiv weiter vorantreiben."

Die Grillparty war definitiv eine willkommene Abwechslung von den sonst eher verstörenden Nachrichten über Polizisten und #BlackLivesMatters Aktivisten, die in den USA häufig brutal aneinander geraten.

Und das nicht erst seit dem Tod Alton Sterlings, der von Polizisten in Baton Rouge erschossen wurde. Oder aber der Vorfall in Minnesota, bei der ein Polizist den schwarzen Familienvater Philando Castile vor laufender Handykamera erschossen hat.

Seit über 3 Jahren ist die 'Black Lives Matter' Kampagne eine inzwischen internationale Bewegung, die sich gegen Gewalt gegenüber Schwarzen einsetzt, aber auch übergeordnete Probleme wie Ungleichheit, Rassismus und Polizeigewalt im Allgemeinen anprangert. Vor allem die in diesem Zusammenhang organisierten Proteste sorgen immer wieder für ausschreitende Szenen zwischen Aktivisten und Polizeibeamten.

Man gewinnt den Eindruck, dass der Hass zwischen den Anhängern der #BlackLivesMatters Bewegung und der Polizei in den Staaten inzwischen so groß ist, dass ruhige Gespräche -geschweige denn eine friedliche und fröhliche Grillparty-  zwischen beiden Parteien kaum noch möglich ist.

Umso schöner und hoffnungsvoller ist das Zeichen, dass A.J. Bohannon, Gordon Ramsay und die Bewohner der Stadt Wichita in die Welt hinaussenden: dass wir letztendlich alles Menschen sind und man mit gegenseitigem Respekt wesentlich mehr erreicht und zum friedlichen Zusammenleben beiträgt als durch lautstarke und vor allem gewaltvolle Proteste.