Aktualisiert am 17. Juli 2025
Energie steht im Zentrum der Klimakrise – und ist zugleich der Schlüssel zu ihrer Bewältigung. Der Großteil der Treibhausgase, die den Klimawandel verursachen, entsteht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Strom- und Wärmeerzeugung.
In der Wissenschaft besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die globalen Treibhausgasemissionen bis 2030 nahezu halbiert werden müssen. Ebenso wichtig ist es, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, um den schwerwiegenden Folgen der Klimakrise entgegenzuwirken. Dafür müssen wir uns von fossilen Brennstoffen abwenden und in saubere, zugängliche, bezahlbare, nachhaltige und zuverlässige erneuerbare Energiequellen investieren.
Was sind erneuerbare Energien?
Erneuerbare Energien stammen aus Quellen, die sich auf natürliche Weise regenerieren. Sie sind nachhaltig, weil sie genutzt werden können, ohne dass die Ressourcen zur Neige gehen oder der Umwelt erheblicher Schaden entsteht.
Zu den erneuerbaren Energien zählen Wind- und Solarenergie, Bioenergie aus organischem Material, der sogenannten Biomasse, sowie Wasserkraft einschließlich Wellen- und Gezeitenenergie.
Erneuerbare Energiequellen haben viele Vorteile. Vor allem senken sie die Treibhausgasemissionen und tragen dazu bei, den Klimawandel einzudämmen. Darüber hinaus stärken sie die Energieunabhängigkeit und schaffen Arbeitsplätze. Außerdem leisten sie einen Beitrag zu einem nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Energiesystem.
3 wichtige Fakten über erneuerbare Energien
- Fast 75 % der weltweiten Treibhausgasemissionen entstehen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung.
- 2024 erzeugten erneuerbare Energien erstmals seit den 1940er-Jahren mehr als 40 % des weltweiten Stroms.
- Mehrere Länder erzeugen ihren Strom bereits zu fast 100 % aus erneuerbaren Energien, darunter Albanien, Bhutan, Nepal, Paraguay, Island, Äthiopien und die Demokratische Republik Kongo.
Wie hängen Armut und erneuerbare Energien zusammen?
Dieser Zusammenhang ist entscheidend – um extreme Armut zu beenden, müssen wir Energiearmut überwinden. Damit ist der fehlende Zugang zu einer zuverlässigen, ausreichenden und bezahlbaren Stromversorgung gemeint, die den täglichen Bedarf deckt.
Um extreme Armut zu beenden, müssen wir auch zentrale Bereiche wie Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherheit, sauberes Wasser und Bildung angehen. Doch der Zugang zu Strom ist ein entscheidender erster Schritt und gilt als Katalysator – also als Voraussetzung dafür, dass auch in anderen Bereichen Fortschritte möglich werden.
Viele Gemeinschaften in einkommensschwachen Regionen, insbesondere in ländlichen und abgelegenen Gebieten, haben keinen Zugang zu einer zuverlässigen Stromversorgung. Weltweit sind etwa 750 Millionen Menschen ohne Strom, 80 % von ihnen leben in Subsahara-Afrika. Erneuerbare Energien bieten eine enorme Chance, diese Versorgungslücke zu schließen und Menschen mit Strom zu versorgen, die bislang keinen Zugang dazu haben.
Strom aus erneuerbaren Energien leichter zugänglich zu machen – etwa durch netzunabhängige Solarlösungen – wird entscheidend dazu beitragen, Armut zu beenden. Zu diesen Lösungen gehören solarbetriebene Beleuchtung, Solaranlagen für Haushalte und Mininetze. Sie können unterversorgte Gemeinschaften mit sauberem und bezahlbarem Strom versorgen und zugleich Lebensqualität, Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftliche Chancen verbessern.
Wer profitiert am meisten vom Umstieg auf erneuerbare Energien?
Der Umstieg auf erneuerbare Energien könnte sich positiv auf das Leben von Milliarden Menschen auswirken, indem er zur Bewältigung der Klimakrise beiträgt.
Er kann auch die öffentliche Gesundheit verbessern, Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung fördern. Damit bietet er Menschen weltweit eine sauberere, nachhaltigere und gerechtere Zukunft.
Darüber hinaus bietet der wachsende Sektor der erneuerbaren Energien immer mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen. Davon profitieren sowohl Menschen auf Arbeitssuche als auch diejenigen, die bereits in verwandten Branchen tätig sind.
Zudem können Investitionen in erneuerbare Energien pro US-Dollar dreimal so viele Arbeitsplätze schaffen wie Investitionen in die fossile Brennstoffindustrie.
Was können wir jetzt für erneuerbare Energien tun?
Wir müssen uns dringend von fossilen Brennstoffen abwenden und auf saubere, erneuerbare Energiequellen umsteigen, um die schwerwiegendsten Folgen der globalen Klimakrise zu verhindern.
Es gibt auch gute Nachrichten – so sind die Kosten für Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien in den vergangenen zehn Jahren drastisch gesunken.
Doch es bleibt noch viel zu tun.
Wir alle können unseren Beitrag leisten – insbesondere in Ländern mit hohem Einkommen, in denen unsere CO₂-Emissionen am höchsten sind –, indem wir uns im Alltag von fossilen Brennstoffen abwenden und unseren eigenen CO₂-Fußabdruck verringern.
Was wir jedoch wirklich brauchen, sind Investitionen in den Umstieg auf erneuerbare Energien – von Regierungen, Philanthrop*innen und der Privatwirtschaft – sowie mehr Ehrgeiz und Entschlossenheit von Staats- und Regierungschef*innen, die diesen Wandel weltweit herbeiführen können.
Afrika verfügt beispielsweise über ein enormes Potenzial für erneuerbare Energien, doch 600 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Strom. Deshalb hat Global Citizen gemeinsam mit der Europäischen Kommission und der Regierung Südafrikas die Kampagne Scaling Up Renewables in Africa ins Leben gerufen. Mach mit, um Investitionen zu mobilisieren, die Kapazitäten für erneuerbare Energien bis 2030 zu verdreifachen und allen Menschen Zugang zu bezahlbarer Energie zu sichern.
Global Citizen hat außerdem Protect the Amazon ins Leben gerufen – unsere bisher größte Initiative, um den Planeten zu verteidigen und die am stärksten vom Klimawandel betroffenen Menschen zu schützen. Mach mit und fordere Maßnahmen, um die Entwaldung zu beenden, eine gerechte Energiewende zu beschleunigen und Gemeinschaften zu unterstützen, die an vorderster Front der Klimakrise stehen.
Du kannst dich der Bewegung von Global Citizens anschließen, die jetzt aktiv werden und Staats- und Regierungschef*innen sowie die Privatwirtschaft auffordern, für eine CO₂-arme Zukunft aus fossilen Brennstoffen auszusteigen und mehr zu tun, damit ein gerechter Umstieg auf erneuerbare Energien gelingt.