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Gerechtigkeit fordern

5 Bücher über Feminismus, Intersektionalität und sexistische Gesellschaftsstrukturen, die du lesen solltest

Warum das wichtig ist
Global Goal Nummer 5 zielt auf Geschlechtergerechtigkeit ab. Doch die Erreichung nahezu aller Global Goals ist beeinträchtigt, solange keine Gleichberechtigung besteht - sei es Gesundheit, Beendigung von Armut oder gute Arbeitsbedingungen. Werde hier mit uns aktiv und setze dich gegen Diskriminierung von Frauen ein.

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Jedes Jahr am 8. März begehen wir den internationalen Frauentag. Er entstand noch vor dem ersten Weltkrieg als Initiative für Arbeiterinnen-Rechte und das Wahlrecht für Frauen. Innerhalb der vergangenen 100 Jahre sind wir zwar einige Schritte vorangekommen. Doch nur weil sich Gesetze ändern, heißt das nicht, dass sich die gesellschaftlichen Strukturen ebenfalls ändern.

Sei es unsere Sprache, die Kultur in Unternehmen, Schönheitsideale oder die Aufteilung von Care-Arbeit in der Familie und in der Wirtschaft – was Gleichberechtigung anbelangt gibt es noch immer jede Menge  Baustellen. Zu den Herausforderungen für Frauen und Mädchen weltweit gehören nicht weniger als geschlechtsspezifische Gewalt oder auch systematische Benachteiligung, zum Beispiel wenn es um den Zugang zu Bildung oder Gesundheitsversorgung geht und Sexismus. 

Der internationale Frauentag ist die perfekte Gelegenheit, um sich mit dem Thema Gleichberechtigung zu beschäftigen – und sich einzulesen. Also Bücher in die Hand und los geht es mit unseren Empfehlungen:

1. Chimamanda Ngozi Adichie: „Mehr Feminismus. Ein Manifest und vier Stories“

Vielleicht kennst du die Stelle in Beyoncés Song „Flawless“, die mit folgenden Worten beginnt: „We teach girls to shrink themselves, to make themselves smaller. We say to girls: ‘You can have ambition but not too much.’“ Sie stammt aus einem TED-Talk von Autorin Chimamanda Ngozi Adichie.

„Mehr Feminismus. Ein Manifest und vier Stories“ (englischer Titel: “We Should All Be Feminists”) hält diesen TED-Talk schriftlich fest. Zudem finden sich darin vier neue fiktionale Stories, in denen sich die Strukturen unserer Gesellschaft offenbaren – es geht beispielsweise um Rollenerwartungen, Sexualität oder Heimat. 

2. Margarete Stokowski: „Untenrum frei“

Autorin und Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski ist eine der, wenn nicht die bekannteste Stimme im deutschen Feminismus. In „Untenrum frei“ analysiert sie unsere Gesellschaftsstrukturen vom Kleinen zum Großen hin anhand privater Anekdoten aus ihrer Kindheit als Mädchen in Deutschland. 

Mal geht es um Schönheitsideale, mal um Gewalterfahrungen, mal um Sexualität. Auf provokante und lustige Art entlarvt Margarete Stokowski dadurch Rollenerwartungen, denen Frauen sich unterordnen müssen. 

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3. Caroline Criado Perez: „Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert“

Ist dir bewusst, dass das medizinische Wissen der Menschheit auf Studien mit größtenteils männlichen Probanden basiert? Doch Frauen erleiden oft nicht nur andere Symptome als Männer, sie reagieren zum Teil auch anders auf Medikamente. Und es gibt noch einige weitere solcher Beispiele.

Die in Brasilien geborene britische Autorin Caroline Criado Perez zeigt diese Lücke in der wissenschaftlichen Datenlage auf, die auf die strukturelle Benachteiligung von Frauen nicht nur zurückgeht, sondern diese auch reproduziert. Mit ihrem Buch plädiert Criado Perez dafür, diesen Missstand zu beheben.

4. Rebecca Solnit: “Wenn Männer mir die Welt erklären”

Vermutlich jede Frau hat es bereits einmal erlebt: Obwohl sie selbst viel Wissen über ein Thema hat, hält sich ein Mann für ermächtigt, es ihr erklären zu müssen. Rebecca Solnit hat einen Begriff für dieses Phänomen geprägt: “Mansplaining”. 

In ihrem Buch “Wenn Männer mir die Welt erklären” beschreibt Solnit auf humorvolle Art diesen und andere sexistische Mechanismen. Und zeigt auf, warum wir sie oftmals gar nicht als Übergriffe erkennen: Weil es gesellschaftlich akzeptiert ist, dass Kommunikation zwischen Männern und Frauen so abläuft.

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5. Reyhan Sahin aka Lady Bitch Ray: „Yalla, Feminismus“

Im Zuge der weltweiten Antirassismus-Bewegungen kam auch Kritik am westlichen Feminismus auf: Er stelle Weiße, privilegierte Frauen in den Fokus und übersehe andere Aspekte des gesellschaftlichen Status, etwa Klasse oder Hautfarbe. Die Benachteiligung von Women of Colour unterscheide sich stark von der Benachteiligung Weißer Frauen. 

Die promovierte Linguistin, alevitische Muslimin und als Lady Bitch Ray bekannte Rapperin Reyhan Sahin beschreibt in “Yalla, Feminismus” ihre Erfahrungen in dieser Hinsicht: als Frau in der Wissenschaft, als türkisch-muslimische Alevitin und als Rapperin in der männlich dominierten Hip Hop-Szene. Sie schreibt über Sex und Kopftücher, über Modebewusstsein und Frauensolidarität. Und plädiert für einen intersektionalen Feminismus, der verschiedene Diskriminierungsformen mitdenkt.