Es kommt selten vor, dass Zahlen und Daten zur Entwicklungszusammenarbeit eine Menschenmenge in Jubel versetzen. Doch bei Global Citizen Live ist alles möglich.

Als Sabrina Elba auf der Bühne vor dem rot beleuchteten Eiffelturm in Paris stand, verkündete sie: "Seit Februar wurden IFAD über eine Milliarde US-Dollar zugesagt, darunter 23,7 Millionen, die zum ersten Mal hier auf dieser Bühne bekannt gegeben werden." Dafür gab es Beifall von Tausenden. Dies, so fuhr sie fort, sei ein Verdienst aller Global Citizens. "Die Regierungen haben all eure Botschaften gehört", sagte Sabrina zur Menge, gefolgt von donnerndem Applaus.

Sabrina Dhowre Elba, geboren in Kanada mit somalischen Wurzeln, ist Aktivistin und internationales Model. Seit April 2020 ist sie Botschafterin von IFAD, dem International Fund for Agricultural Development. Diese Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) hat den Auftrag, Kleinbäuer*innen in Ländern mit geringem Einkommen zu unterstützen – also genau die Menschen, die mehr als ein Drittel aller Nahrungsmittel produzieren, aber oft selbst Hunger leiden. Dominik Ziller, IFAD-Vizepräsident, nannte dies in einem Interview zurecht einen "Skandal".

IFAD Idris Elba and President 1399.jpgAktivistin Sabrina Elba beim COP26 in Glasgow l IFAD

Kleinbäuer*innen in Ländern mit niedrigem Einkommen sind unverhältnismäßig stark von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen

Aktuell läuft die zwölfte Runde zur Aufstockung der IFAD-Mittel unter der Bezeichnung "IFAD12". Dabei bittet die Organisation ihre Mitgliedsländer um finanzielle Beiträge, damit die Länder mit geringem Einkommen bei der Schaffung einer dynamischen, integrativen und nachhaltigen ländlichen Wirtschaft unterstützt werden können. Letztlich ermöglicht das Menschen frei von extremer Armut und Hunger zu leben. 

Derzeit liegt der Schwerpunkt auf die Anpassung an die Klimakrise, die Landwirt*innen in diesen Ländern unverhältnismäßig stark treffen wird. Sabrina setzt sich nun dafür ein, die Bedeutung von IFAD12 hervorzuheben, um den Erfolg der Finanzierungsrunde sicherzustellen. 

"Die Landwirt*innen stehen an der vordersten Front unserer Ernährungssysteme", sagte Sabrina in einer Videoansprache. Während einer Reise nach Sierra Leone im Winter 2019 besuchten sie und ihr Ehemann Idris Elba, Schauspieler und ebenfalls IFAD-Botschafter, Kleinbäuer*innen, die von der IFAD-Unterstützung profitiert haben. 

"Es liegt in unser aller Interesse, die lokalen Lebensmittelsysteme aufrechtzuerhalten, die ländlichen Gemeinden zu schützen und eine Gesundheitskrise zu entschärfen, wenn Menschen, die ihre Arbeit in der Stadt verlieren, in die ländlichen Gebiete zurückkehren", sagte Sabrina während der Reise.

D7B02951 (1).jpgSabrina Elba zusammen mit IFAD-Präsidenten Gilbert F. Houngbo beim Pre-Food Systems Summit in Rom l IFAD



Kleinbäuer*innen sind ein elementarer Teil lokaler Gemeinschaften. Sie stärken die lokale Wirtschaft, schaffen Arbeitsplätze und auch Perspektiven außerhalb der Großstädte. Im Gegensatz zu großen Agrarkonzernen bewirtschaften sie ihre Höfe auf nachhaltige und naturverträgliche Weise. Sie spielen daher eine wesentliche Rolle bei der Bewältigung der Klimakrise, des Hungers und anderer globaler Herausforderungen, weshalb die kontinuierliche Unterstützung durch IFAD für diese Gruppe unverzichtbar ist.

IFAD will die Klimaresilienz der Landwirt*innen stärken

Bei keinem anderen nachhaltigen Entwicklungsziel hinkt die Weltgemeinschaft so sehr hinterher wie bei der Beseitigung des Hungers. Schon vor der COVID-19-Pandemie verschlimmerte sich die Hungersituation, doch die Pandemie beschleunigte den Abwärtstrend dramatisch: Die Märkte in den Ländern mit geringem Einkommen wurden geschlossen, Landwirt*innen konnten ihre Erzeugnisse nicht mehr verkaufen und die Menschen verloren ihre Einkommensquelle - die Lebensmittel verfaulten. Auch die Klimakrise trägt zur Hungersituation bei: Dürre und extreme Wetterereignisse zerstören ganze Ernten.

IFAD arbeitet daran, den Marktzugang zu sichern und Kleinbäuer*innen mit klimaresistentem Saatgut und neuen Anbautechniken und Ressourcen auszustatten, benötigt dafür aber dringend neue Mittel.

"Die vom IFAD durchgeführten Projekte, die wir in Sierra Leone gesehen haben, geben uns Hoffnung, dass die bedürftige Landbevölkerung weltweit mit der richtigen Unterstützung diese schwierige Zeit überstehen kann", sagt Sabrina.

Dennoch fehlt es nach wie vor an Geld. Ihre Ankündigung zur aktuellen Finanzierungsrunde während Global Citizen Live war ein Aufruf zum Handeln: "Wir brauchen noch 350 Millionen, um unser Ziel zu erreichen", sagte sie auf der Bühne und bat um mehr Unterstützung für den Kampf gegen den Hunger in der Welt. Global Citizens sollten die Regierungen auffordern, IFAD12 mehr Mittel zur Verfügung zu stellen – insbesondere die Länder der G7 und G20, also die Nationen mit der größten Industrieproduktion. 

Das Vereinigte Königreich zum Beispiel hat noch gar keine Mittel zugesagt, so Sabrina. Deutschland ist derzeit der drittgrößte Geber für IFAD12, nach den USA und Frankreich. Darüber hinaus hat Deutschland auch 17 Millionen Euro für das Programm zur Anpassung an die kleinbäuerliche Landwirtschaft (ASAP+) zugesagt, das Vorzeigeprogramm von IFAD zur Weiterleitung von klima- und umweltbezogenen Finanzmitteln an Kleinbäuer*innen.

Die Hungerkrise auf der Welt lässt sich mit starker Unterstützung für Landwirt*innen aktiv bekämpfen. Fordere mit uns die Politik zum Handeln auf, um Hunger weltweit zu besiegen. 

Offenlegung: Der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung ist ein Finanzierungspartner von Global Citizen.

Global Citizen Life

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