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Tony Hisgett/Flickr
Frauenrechte

Diese Airline schreibt ihren Flugbegleiterinnen nicht mehr vor, Make-up zu tragen

Warum das wichtig ist
Es wirkt vielleicht wie ein kleiner Schritt. Doch in einer Branche, in der sexuelle Belästigung stark verbreitet ist, ist das Ende der Objektivierung von Frauen – in diesem Fall Stewardessen – eine wichtige Veränderung. Die Vereinten Nationen (UN) wolle bis 2030 die nachhaltigen Entwicklungsziele erreichen. Darunter auch Ziel 5: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen. Hier kannst du dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird.

Für gewöhnlich haben Flugbegleiterinnen strikte Anweisungen zu ihrem Erscheinungsbild: Perfekte Frisur, Make-up, hohe Schuhe und körperbetonte Uniformen sollen sie so attraktiv wie möglich aussehen lassen.

Nun machte die englische Airline “Virgin Atlantic“ eine Ankündigung, welche hoffen lässt, dass sich die Sexualisierung von Frauen in der Branche zum Besseren wendet.

Berichten zufolge wurde den Flugbegleiterinnen zugesagt, kein Make-up mehr tragen zu müssen. Außerdem können sie ohne Sonderantrag Hosen tragen – das solle in Zukunft als Standard gelten. Es klingt womöglich nicht nach einer bahnbrechenden Neuigkeit, ist es aber. Denn in einer Branche, welche von Sexualisierung und Objektivierung geprägt ist, ist dies ein wichtiger und neuer Schritt. Eine Umfrage der “Association of Flight Attendants“ (AFA) ergab, dass fast 70 Prozent der befragten Flugbegleiterinnen in ihrer beruflichen Laufbahn sexuelle Belästigung erfahren haben.

Von diesen gaben 68 Prozent an, dass es im vergangenen Jahr drei oder mehrere Male vorkam – ein Drittel der befragten Frauen gab laut “Business Insider“ an, mindestens fünf Vorfälle erlebt zu haben. Ein Fünftel der Befragten gab zudem an, dass sie körperlich belästigt wurden.

“Außerdem berichten sie [die Frauen], dass sie expliziten sexuellen Fantasien und Vorschlägen von Fluggästen, sexuellen Gefälligkeiten und pornografischen Videos und Bildern ausgesetzt waren“, sagt die Gewerkschaft AFA.

Die Präsidentin der AFA Sara Neslson sagt: “Die Zeiten, in denen Flugbegleiterinnen im Marketing von Airlines objektiviert werden und die Gesellschaft über ‘Coffee, tee or me’ witzelt, müssen permanent eingestellt werden. #TimesUp für die Branche, um ihrer sexistischen Vergangenheit ein Ende zu setzen.“

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Mark Anderson, der Executive Vice Präsident der Kunden von Virgin Airline sagt in einer Erklärung gegenüber der HuffPost: “Wir haben die Wünsche unser Mitarbeiter*innen wahrgenommen und umgesetzt, indem wir einige dafür relevante Änderungen an unserer Styling- und Pflegepolitik angekündigt haben.“

“Die neuen Richtlinien bieten nicht nur mehr Komfort, sondern ermöglichen unserem Team auch mehr Auswahlmöglichkeiten, sich bei der Arbeit zeigen möchten“, fügte er hinzu. “Den Menschen zu helfen, sie selbst zu sein, ist entscheidend für unser Bestreben, das beliebteste Reiseunternehmen sein zu können.“

Sollten die Mitarbeiterinnen sich dazu entscheiden, Make-up tragen zu wollen, müssen sie noch immer aus einer Palette von Lippenstiften und Foundations wählen.

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“Billigairlines” wie EasyJet und Ryanair sind weniger bestimmend. Doch die meisten internationalen, hochpreisigen Airlines geben ihren Flugbegleiterinnen noch immer vor, welches Make-up sie kaufen und verwenden sollen. British Airways etwa drängt darauf, dass die Mitarbeiterin mindestens Lippenstift und Rouge tragen. Auch gezupfte und gepflegte Augenbrauen sowie das Verbergen von offensichtlichen Schönheitsfehlern – sofern dies möglich ist – werden verlangt. Immerhin steht es ihnen mittlerweile frei, Röcke oder Hosen zu tragen.