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Residents watch as police and National Defense Forces search for a business they thought was illegally open in Johannesburg on March 30, 2020. South Africa went into a nationwide lockdown for 21 days in an effort to control the spread of the coronavirus.
Jerome Delay/AP
Gesundheit

Dieses Unternehmen dämmt mithilfe von Technologie die Pandemie in Ghana ein

Wie viele afrikanische Länder reagierte auch Ghana auf die ersten Fälle von Covid-19 im März mit einer Ausgangssperre, dem Verbot von Zusammenkünften und anderen Maßnahmen, um einen größeren Ausbruch zu verhindern. 

Nun kann Ghana seine Strategie nun durch technische Hilfsmittel ergänzen. 

Die Softwarefirma Cognate Systems setzt eine Technologie ein, um Fälle in Ghana zu verfolgen und zu überwachen. Das Land hat zurzeit etwas mehr als 3.000 bestätigte Fälle.

Cognate Systems verfügt über eine Plattform namens Opine Health Assistant, die jedes Mobiltelefon in eine Art Selbstüberwachungsinstrument verwandelt, mit dem die Nutzer*innen Coronavirus-Symptome tracken können.

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Das Angebot ist kostenlos und erfordert keine Internetverbindung – was entscheidend ist, da der Empfang in Ghana oft schlecht und teuer ist.

"Um die Plattform zu nutzen, müssen sie die Kurzwahl *920*222# oder *714*444# auf ihrem Mobiltelefon wählen und dann Fragen zu Symptomen und Risikofaktoren beantworten", sagte Kwabena Nuamah, Mitbegründerin von Cognate Systems, gegenüber CNN.

Opine Health Assistant sammelt etwa Informationen wie die Kontakte der Nutzer*innen, ihr Alter, ihren Standort und eventuelle Reisen. Zudem fragt die Technologie, ob der Nutzer oder die Nutzerin soziale Unterstützung wie Nahrung und eine Unterkunft benötigt.

"Wenn die Leute das Formular ausfüllen und uns die entsprechenden Informationen geben, können wir analysieren und vorhersagen, wie wahrscheinlich es ist, dass die Person mit dem Virus infiziert ist", sagte Nuamah. "Wir können zudem den Aufenthaltsort derjenigen mit Symptomen auswerten, um vorherzusagen, welche neuen Regionen wahrscheinlich von dem Virus betroffen sein werden.”

Laut Dr. Mary Stephens vom Regionalbüro für Afrika der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es für die Bekämpfung von Covid-19 von entscheidender Bedeutung, Hochrisikopersonen testen zu können. Damit sind zum Beispiel jene Menschen gemeint, die womöglich mit einer positiv getesteten Person in Kontakt waren.

Stephens sagte gegenüber Global Citizen, dass die afrikanischen Länder die Ausbreitung des Virus eindämmen müssen, bevor die Pandemie die ohnehin fragilen Gesundheitssysteme der Region überfordert. Verdachtsfälle zu melden, sie auf Corona zu testen und positive Fälle zu isolieren, sei entscheidend für die Eindämmung der Pandemie. 

Die von Opine Health Assistant gesammelten Informationen werden an Wissenschaftler*innen und Gesundheitsexpert*innen weitergegeben. Kwabena Nuamah von Cognate Systems sagte, weitere Ziele der Technologie seien, Hochrisikogebiete vorherzusagen und bei der Vorbereitung auf künftige Ausbrüche zu helfen.

Covid-19 hat bereits zu Arbeitsplatzkürzungen und -verlusten geführt. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation werden weltweit 1,25 Milliarden Arbeitnehmer*innen betroffen sein. Unterdessen sehen Lebensmittelbanken auf der ganzen Welt eine große Zahl von Menschen, die Lebensmittel benötigen.

"Da über 60 Prozent der afrikanischen Bevölkerung in ländlichen Gebieten leben und von Kleinbauern oder Familienbetrieben abhängig sind, ist das Risiko der Covid-19-Pandemie für die Lebensmittelversorgungsketten, den Marktzugang und Ernährung generell hoch", sagte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) im April. 

Opine Health Assistant stellt den Nutzer*innen eine Reihe von Fragen zu ihren Lebensverhältnissen. "Für Menschen, die möglicherweise Nahrung oder eine Unterkunft benötigen, gibt es Fragen zu ihrem Aufenthaltsort. Wir geben die Standorte an die Hilfsorganisationen in unseren Datenbanken weiter, etwa Kirchen und NGOs", erklärte Nuamah. 

"Wenn eine Person zum Beispiel sagt, dass sie in Accra ist und Lebensmittel benötigt, geben wir das an Hilfsorganisationen in Accra weiter, damit diese die Menschen in der Region identifizieren und ihnen Hilfsgüter zukommen lassen können", fügte er hinzu.

Hier kannst du mit uns aktiv werden – zum Beispiel die G20-Staaten auffordern, Finanzmittel bereitzustellen, dem Covid-19 Solidarity Response Fund der WHO zu mehr Bekanntheit verhelfen und mehr über das Virus und deine eigene Gesundheit erfahren.