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UNICEF bekämpft COVID-19 in Indien — durch das Reinigen öffentlicher Toiletten


Warum das wichtig ist
Eine sichere Hygiene ist wichtig, um die Verbreitung von Krankheiten in gefährdeten Gemeinden zu stoppen. Das Global Goal 6 der Vereinten Nationen (UN) zielt darauf ab, Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen für alle zu gewährleisten. Du kannst mit uns zu diesem und anderen Themen hier aktiv werden, um die Zukunft für alle Menschen gerecht zu gestalten.

Zwanzig bis dreißig Sekunden lang Händewaschen – ganz ehrlich: Das ist für jede*n machbar, oder? Doch was wäre, wenn dir der Zugang zu Waschräumen erschwert wird oder du gar kein eigenes Badezimmer hast? So ergeht es vielen Gemeinden in Indien, die nur öffentliche Toiletten nutzen können – und die zur Verbreitung von Krankheiten beitragen.  

Hier kommt UNICEF zum Einsatz: Am 22. März verkündete das Kinderhilfswerk der UN, dass es 150 gemeindebasierte Organisationen bei einer Initiative zur Reinigung und Desinfektion öffentlicher Toiletten in ganz Mumbai unterstützt, um die Ausbreitung von COVID-19 aufzuhalten. 

Die Organisation und ihre Partner*innen reagierten damit auf das Virus in Indien, denn die Todesrate ist dort schneller gestiegen als in jedem anderen südasiatischen Land. Im September 2020 hatte Indien fast 100.000 neue COVID-19-Fälle pro Tag und seit Ende März insgesamt 11,8 Millionen Infizierte. 

Erste Wirkungen des Projekts zeigten sich bereits in Mumbais dicht besiedeltem Gebiet Cheeta Camp, wo viele Menschen keine Toiletten in ihrer Wohnung haben. 

Das elfjährige Mädchen Fiza lebt im Cheeta Camp und beschreibt, wie sie vor den Bemühungen von UNICEF einen mit Wasser gefüllten Eimer zum Gemeinschaftsbad tragen musste. 

"Es gab keine Seife, und das Badezimmer roch wirklich schlecht", sagt Fiza in einem UNICEF-Video.

Das hat sich nun geändert: Heute ist das Gemeinschaftsbad vollständig mit fließendem Wasser, Waschbecken und Seifen ausgestattet. Die Gemeinde lernte zudem, wie sie die Toiletten ordentlich benutzen und instandhalten können. Neben fehlendem Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen mangelt es auch oft an Aufklärung und einer Änderung im Verhalten, die Verbreitungen von Krankheiten ermöglichen, wie Expert*innen warnen. 

Menschen, die in Armut leben und keinen Zugang zu privaten Waschräumen haben, sind mit höherer Wahrscheinlichkeit dem COVID-19-Virus ausgesetzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife für 20 Sekunden, um sich vor dem Virus zu schützen. Zusätzlich hilft körperliche Distanz, das Vermeiden von Berührungen im Gesicht und dem Praktizieren von Atemwegshygiene, unter anderem Gurgeln, dem Inhalieren von Wasserdampf und dem Trinken von Ingwertees.  

Wie in vielen der am stärksten gefährdeten Gemeinden der Welt sind die Infektionsraten in Mumbai und anderen dicht besiedelten Gegenden Indiens, wo Social Distancing nicht möglich ist, besonders hoch. 

In Ländern, die über ein schwaches Gesundheitssystem verfügen, ist der Zugang zum Händewaschen tendenziell nicht vorhanden. Die Folgen können lebensbedrohliche Risiken für verschiedene Krankheiten und Atemwegsinfektionen sein. Schätzungen zufolge haben 910 Millionen Menschen in Indien keinen Zugang zu verbesserten sanitären Einrichtungen und 26 Prozent der Bevölkerung praktizieren offene Defäkation. 

Ähnliche Geschichten 18. Juni 2020 Wie Global Citizen dabei half, die bisher größte Zusage der Weltbank im Bereich Wasser und Hygiene zu sichern

Mehr als 4,2 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sicheren sanitären Einrichtungen und nur drei von fünf Menschen haben Zugang zu Waschbecken, in denen sie sich die Hände waschen können.

Dadurch verbreiten sich Bakterien und Viren leichter und die Menschen haben schlechtere Chancen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. 

Seit dem Beginn der Pandemie hat UNICEF 3,6 Millionen Menschen in ganz Indien mit Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene (kurz WASH) versorgt und 660 Millionen Familien darüber aufgeklärt, wie sie sich vor COVID-19 schützen können. Die Organisation arbeitet zudem daran, Gemeinden mit WASH-Einrichtungen auszustatten, die sich an die Bedürfnisse der verschiedenen Geschlechter anpassen und die COVID-19-Maßnahmen einhalten.

Wenn auch du dazu beitragen möchtest, dass Menschen in einkommensschwachen Ländern während der COVID-19-Pandemie Zugang zu lebenswichtigen Hilfsmitteln erhalten, dann werde hier mit uns aktiv.