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Family members celebrate as they embrace a relative, one of the released kidnapped schoolgirls, in Abuja, Nigeria, Saturday, May 20, 2017. The 82 Nigerian schoolgirls recently released after more than three years in Boko Haram captivity reunited with their families for the first time Saturday, as anxious parents looked for signs of how deeply the extremists had changed their daughters' lives.
Olamikan Gbemiga/AP
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“Brutalster” Angriff auf Zivilist*innen in 2020: UN äußern sich zu Mord an 110 Nigerianer*innen durch Boko Haram

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Am Samstag ereignete sich Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias ein Anschlag, bei dem 110 Reisbauern und -bäuerinnen ermordet wurden. Mutmaßlich ging der Anschlag von der terroristischen Gruppierung Boko Haram aus. An dem Tag waren die Einwohner*innen von Borno erstmals seit 13 Jahren zu Gemeinderatswahlen aufgerufen. 

Die Vereinten Nationen (UN) haben den Anschlag scharf verurteilt. 

“Es ist der brutalste direkte Angriff auf unschuldige Zivilisten in diesem Jahr”, sagte Edward Kallon, UN-Resident und humanitärer Koordinator in Nigeria, in einer Erklärung.

Die Zahl der Todesfälle ist inzwischen fast dreimal so hoch wie die direkt nach dem Angriff gemeldeten 43. Am Sonntag hatte der Gouverneur des Bundesstaates Borno, Babagana Zulum, zugegeben, dass einige Leichen noch nicht geborgen worden waren. 

“Es ist leider einer von zu vielen Angriffen, die sich gegen Bauern, Fischer und Familien richten. Nach mehr als einem Jahrzehnt des Konflikts sind diese eigentlich gerade dabei, sich ein Einkommen für ihren Lebensunterhalt aufzubauen”, sagte Kallon.

Auch bei der nigerianischen Bevölkerung sorgte der Vorfall für große Empörung. Menschen weltweit teilten ihre Kritik und ihr Mitgefühl in den Sozialen Medien, der Hashtag #SackTheServiceChiefs verbreitete sich rasant. 

Diverse Politiker*innen haben in der Zwischenzeit Statements abgegeben. Präsident Muhammadu Buhari bezeichnete den Angriff als “verrückt”.

In einer von seinem Sprecher veröffentlichten Erklärung forderte UN-Generalsekretär António Guterres “die Entführten und noch als vermisst gemeldeten Personen wohlauf und auf der Stelle” frei zu lassen.

“Der Generalsekretär erinnert an die Verpflichtung der Vereinten Nationen, die Regierung Nigerias in ihrem Kampf gegen Terrorismus und gewalttätigen Extremismus zu unterstützen sowie dabei, dringende humanitäre Bedürfnisse im Nordosten des Landes zu erfüllen”, heißt es in der Erklärung.

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Boko-Haram hat innerhalb der vergangenen zehn Jahre im Nordosten Nigerias große Verwüstung angerichtet. Diverse nigerianische Politiker*innen haben bereits versprochen, der terroristischen Organisation ein Ende zu bereiten. Doch die Versprechen wurden bisher nie erfüllt.

Das Ergebnis: Eine humanitäre Krise, die Tausende von Menschen das Leben gekostet und Millionen von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben hat. In Verbindung mit klimatischen Veränderungen hat die Gewalt durch die Boko Haram auch zu mehr Hunger und Ernährungsunsicherheit geführt. Nach Angaben der UN sind geschätzt 10 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen.

“Solche direkten Angriffe auf unschuldige Zivilisten gefährden die ohnehin verwundbarsten Menschen, deren Not wir eigentlich zu lindern versuchen”, sagte Kallon. Er forderte alle Akteure vor Ort auf, internationalen Gesetze zu respektieren und Menschlichkeit an den Tag zu legen.