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Citizenship

Großbritannien willigt endlich ein, Flüchtlingskinder aus Calais aufzunehmen

Ilias Bartolini

Die britische Innenministerin Amber Rudd hat jetzt verkündet, dass Großbritannien sich dazu bereit erklärt hat, unbegleitete Kinder aus dem französischen Flüchtlingscamp bei Calais ins Land zu lassen. Das inoffizielle Camp, das vor allem unter dem Namen 'Dschungel von Calais' bekannt wurde, soll in den kommenden Wochen aufgelöst werden.

Der ursprüngliche Aufruf hierzu kam von Lord Dub, Mitglied des britischen Oberhauses (House of Lords), der zusätzlich Unterstützung von Parlamentsabgeordneten, Organisationen, Aktivisten und der breiten Öffentlichkeit erhielt. Trotzdem hat die britische Regierung Monate gebraucht, bevor sie sich zu dieser Entscheidung durchringen konnte. 

In einem offenen Brief wendeten sich hochrangige Persönlichkeiten wie der Erzbischof von Canterbury und der Generalsekretär des muslimischem Rats in Großbritannien an die britische Premierministerin Theresa May und forderten sie auf, auf die Situation in Calais zu reagieren bevor es zu spät sei.

Auszüge aus dem Brief lauten: „Wir sind nur noch eine paar Tage davon entfernt, bis die Auflösung des Camps beginnt. Niemand von uns wollte, dass der Dschungel von Calais überhaupt existiert. Es ist eine unzumutbare Lebenssituation für die Menschen dort und ein Armutszeugnis für Großbritannien und Frankreich. Aber in der Eile, in der das Camp jetzt geschlossen werden soll, hat die Sicherheit der Kinder höchste Wichtigkeit...Die Zeit zu handeln ist jetzt."  

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Rudd kündigte den Entschluss vergangenen Montag im Rahmen einer Sitzung an, nachdem Abgeordnete die Innenministerin mehrfach mit der Frage konfrontierten, was die britische Regierung angesichts der hunderte von schutzbedürftigen und unbegleiteten Kindern in dem illegalen Camp in Calais tun würde, jetzt wo feststeht, dass das Camp abgerissen werden soll.

Laut der Organisation 'Citizen UK' befinden sich zur Zeit mindestens 387 unbegleitete Kinder in Calais, die alle die Bedingungen erfüllen würden, legal nach Großbritannien zu reisen. Jede weitere Verzögerung erhöhe das Risiko, dass diese Kinder Menschenhändlern oder anderweitigem Missbrauch zum Opfer fallen. Es sei daher von höchster Dringlichkeit, dass die Anträge dieser Kinder so schnell wie möglich bearbeitet werden.

Als im März dieses Jahres bereits Teile des Camps aufgelöst wurden, verschwanden 129 unbegleitete Kinder auf unerklärliche Weise von der Bildfläche und sind bis heute nicht mehr aufgetaucht.

In ihrer Rede im Parlament erläuterte Rudd die Pläne der Regierung, die vorsehen, mit der französischen Regierung zusammen zu arbeiten, damit alle ausreiseberechtigten Kinder so schnell wie möglich den Weg nach Großbritannien antreten können.Sich auf ein Gespräch mit ihrem französischen Amtskollegen Bernard Cazeneuve berufend, sagte Rudd: „Ich habe gegenüber Monsieur Cazeneuve mehrfach betont, dass wir im Rahmen der Dublin-Verordnung so viele Minderjährige wie möglich ins Land holen sollten, bevor das Camp vollständig aufgelöst wird, sowie die verbleibenden Minderjährigen dann in einem nächsten Schritt."

Über die Entscheidung freuen sich sowohl Organisationen als auch die vielen Menschen, die sich seit Monaten dafür eingesetzt haben, dass Großbritannien endlich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufnimmt. Bleibt zu hoffen, dass die notwendigen bürokratischen Maßnahmen nun schnell von der Hand gehen, damit die ersten Kinder so bald wie möglich aus Calais nach Großbritannien reisen können.