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Bildung

Schwimmende Schule bringt Bildung & Spaß zu Kindern im Makoko Slum

Iwan Baan / NLÉ

Für die 21 Millionen Menschen in Lagos, der bevölkerungsreichsten Stadt Nigerias in Afrika, gehören der Kampf gegen den Klimawandel und die fortschreitende Urbanisierung inzwischen zum Alltag.

Die Gemeinde Makoko zum Beispiel. Früher war Makoko ein kleines Fischerdorf, heute ist es ein Slum und Teil der Millionenstadt. Die fast 100.000 Menschen in Makoko leben in Pfahlbauten auf dem Wasser der Lagos Lagune. 

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Es gibt also keine asphaltierten Straßen oder eine durchdachte Infrastruktur, die 'Wasserstadt' ist im Laufe der Zeit einfach gewachsen und die Menschen haben sich dem Leben auf dem Wasser angepasst. Die meisten Bewohner leben bis heute vom Fischfang, der Holzverarbeitung und dem Kleinhandel.

Makoko 2-credit NLEě.jpgImage: Iwan Baan / NLÉ

Kurzzeitig stand das 'Venedig Afrikas' vor dem Aus, als die Regierung in Lagos Pläne verfolgte, die Gemeinde aufzulösen. Bis der Architekt Kunle Adeyemi und sein Team NLÉ sich einschalteten und eine Zusammenarbeit mit der lokale Gemeinde anboten, um eine 'schwimmende Schule' zu bauen. Das Projekt überzeugte die Regierung, von der Auflösung abzusehen. 

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Ursprünglich sah das Projekt vor, den englisch-sprachigen 'Whanyinna' Kindergarten und die dazugehörige Grundschule zu sanieren - die einzigen ihrer Art in der ganzen Gemeinde, die beide von vorangegangenen Überflutungen stark beschädigt waren und es für die Kinder und Schüler nahezu unmöglich machte, die Einrichtungen zu nutzen, geschweige denn eine kontinuierliche Schulbildung zu erhalten.  

Makoko4.jpgImage: Iwan Baan / NLÉ

Doch Kunle Adeyemi wollte nicht nur das Überflutungsproblem beheben, sondern soziale und umweltfreundliche Aspekte mit einbauen - und so entstand eine schwimmende, kostengünstige, dreistöckige Struktur in Form eines großen 'A's, das auf 250 Plastikfässern schwimmt. Das Konstrukt lässt sich dadurch leicht manövrieren und kann sich einem steigenden und sinkenden Wasserspiegel leicht anpassen.

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Und die Schule hat fast alles, was man sich wünschen kann: einen großen Spielbereich, Klassenräume, eine Regenwasserauffanganlage und Kompost-Toiletten. Das Konstrukt wurde von vornherein so konzipiert, das es auch als Gemeindezentrum, Gesundheitsklinik und Entertainment Center für die Gemeinde dienen kann.  

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Im Jahr 2013 wurde das Projekt erfolgreich zu Ende gebaut und ist seitdem im Einsatz. Heute beherbergt die schwimmende Schule mehr als 100 Grundschüler aus der Makoko Gemeinde. 

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In einem Land, in dem Stromausfälle zum Alltag gehören und Müll viel zu häufig illegal einfach in der Natur abgeladen wird, ist eine schwimmende, ökologisch nachhaltige Schule eine Inspiration für ganz Nigeria. Auch die Regierung zeigte sich begeistert und so bekam die Schule im Dezember 2015 sogar die finanzielle Unterstützung, Solarzellen zu installieren und seinen eigenen Strom zu erzeugen. 

Makoko8.jpgImage: Iwan Baan / NLÉ

Abgesehen also von der Tatsache, dass Kinder nun die Chance auf eine grundlegende Schulbildung haben, hat der Erfolg der schwimmenden Schule in Makoko auch die zuständige Behörde für Städtebau dazu inspiriert, die Schule als Vorbild für weitere 'schwimmende' Projekte für die 'Wasserstadt' Makoko ins Leben zu rufen, um so die Gemeinde nachhaltig zu unterstützen und zu fördern. 

Makoko9.jpgImage: Iwan Baan / NLÉ

Dieses Projekt ist ein spannender und motivierender Beweis dafür, wie eine Person mit Willenskraft eine ganze Gemeinde transformieren und eine neue Zukunft geben kann. Hut ab!


Die in diesem Artikel dargestellte Meinung reflektiert ausdrücklich die Meinung des Autors und nicht maßgeblich die Meinung von Global Citizen, unseren Partnern und/oder unserer Partner-Organisationen.