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Der Kampf gegen Zika: Brasilianische Wissenschaftlerin forscht an Impfstoff

Leda Castilho

Ein Beitrag von Ginny Graves

Bald haben Moskitos wieder Hochsaison, was die Angst vor dem Zika-Virus verstärkt. Umso drängender ist die bahnbrechende Arbeit der brasilianischen Wissenschaftlerin.

Leda Castilho, Ph.D., Professorin am Institut Alberto Luiz Coimbra für Aufbaustudien und technische Forschung der Bundesuniversität Rio de Janeiro, leitet die Forschung rund um den Zika-Virus – ein Forschungsprojekt mit Potenzial für die Entwicklung eines Impfstoffes.

Im vergangenen Jahr gewann Frau Castilho die lateinamerikanische QuickFire Challenge, eine Initiative von Johnson & Johnson Innovation, JLABS, in Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Janssen Brazil, zur Entwicklung innovativer Gesundheitstechnologie für die Prävention gegen und Ausrottung von Krankheiten in Lateinamerika. In unserem Gespräch mit Leda Castilho wollten wir mehr über die Arbeit ihres Teams im Kampf gegen den Zika-Virus erfahren – und wie ihre Bemühungen vielleicht eines Tages zum Sieg gegen den Erreger führen.

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Leda Castilho

F: Seit wann beschäftigen Sie sich mit Zika?

A: Während der Zika-Epidemie im Jahr 2015 dachte ich, dass sich alle, die bereits an ähnlichen Virenstämmen gearbeitet hatten, mit Zika befassen sollten, damit schnellstmöglich Behandlungsmöglichkeiten oder Impfstoffe entwickelt werden. Ich hatte bereits an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Gelbfieber gearbeitet, das derselben Virenfamilie wie Dengue, dem West-Nil-Virus und Zika angehört. Also verlagerte ich meinen Fokus auf Zika, wie viele andere Wissenschaftler auch.

F: Worauf konzentrieren Sie sich bei Ihrer Zika-Forschung?

A: Wir versuchen, virusartige Partikel (VLPs) zu entwickeln, die in ihrem Erscheinungsbild der Oberfläche des Virus ähneln. VLPs haben drei mögliche Hauptverwendungszwecke

1. Diagnostische Testverfahren, um eine Zika-Infektion von Infektionen durch ähnlichen Viren wie zum Beispiel Dengue abzugrenzen.

2. Ein Hyperimmun-Serum als Notfallmaßnahme zur Senkung der viralen Belastung der betroffenen Patienten.

3. Ein VLP-basierter Impfstoff zum Schutz vor der Infektion.

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Zika Virus David Goodwill/Wikimedia

Image: David Goodwill/WIkimedia

F: Was motiviert Sie bei Ihrer Arbeit?

A: Wenn eine Schwangere mit Zika infiziert wird, kann der Virus auf den Fötus übertragen werden und Mikrozephalie hervorrufen, eine schwerwiegende Fehlbildung, bei der sich das Gehirn des Kindes nicht richtig entwickelt. Obwohl ich persönlich keine Frau kenne, die sich in der Schwangerschaft mit Zika angesteckt hat, bricht es mir das Herz, von solchen Fällen zu hören.

Wenn wir bessere Diagnosemöglichkeiten entwickeln, können wir erkennen, ob Schwangere in Gefahr sind. Wenn es ein Hyperimmun-Serum gibt, kann es theoretisch den betroffenen Schwangeren verabreicht werden, um die Ansteckungsgefahr für den Fötus zu verringern.

Impfstoffe sind die effizienteste und effektivste Lösung, um die Bevölkerung zu schützen, weshalb wir dieses Ziel anstreben. Eine VLP-basierte Impfung wäre sicherer als die meisten anderen Impfungen, da sie anders als aus toten oder unschädlich gemachten Viren hergestellte Impfstoffe kein Genmaterial des eigentlichen Erregers enthalten. Mehrere Forschungsgruppen in verschiedenen Ländern arbeiten an einem Impfstoff gegen den Zika-Virus. Wenn eine den Durchbruch schafft, wäre das ein großer Gewinn.

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