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Gesundheit

Der Masernausbruch nach der Ebola-Epidemie

Ich wurde im Alter von vier Jahren zum zweiten Mal gegen Masern geimpft. Ich erinnere mich, weil ich großen Ärger mit meiner Mutter hatte, nachdem ich vom Untersuchungstisch des Arztes gekrabbelt war und mich in einer dramatischen Weigerung gegen die Spritze, zwischen einer Tür und einem Schrank verkeilt hatte. Verlegen zwang mich meine arme Mutter aus meinem Versteck. Nach zwanzig Minuten tränenreichen Protestes bekam ich dann doch noch die Impfung. Und ja, meine Befürchtungen wurden bestätigt - Spritzen tun weh!
Jetzt, in meinem erwachsenen Leben, genieße ich es eigentlich immer geimpft zu werden (eine meiner vielen charmanten Eigenheiten). Bei einem Besuch bei meiner Arztpraxis neulich ,um mich vor einer Auslandsreise impfen zu lassen, dachte ich dankbar daran wie schnell und relativ preiswert es für mich ist, an Medizin zu kommen (dank der Graduiertenschulversicherung).

Ebola-Virus | Bild per Wiki
Zugang zu Medikamenten zu haben ist ein Thema, über das ich im vergangenen Jahr ziemlich viel nachgedacht habe, vor allem, seit ich über den Ebola-Ausbruch zu lesen begann. Es ist mittlerweile schon 12 Monate her seit Ebola zum ersten Mal in Westafrika identifiziert wurde. Und während die Region in den letzten Monaten einen dramatischen Rückgang der bestätigten Fälle vermerken konnte, taucht ein anderer Virus mit tödlicher Kraft wieder auf - Masern.
Es ist eine beängstigende Realität, dass sich nach dem Tod von mehr als 10.250 Menschen an Ebola nun eine neue Gesundheitskatastrophe über Westafrika ausbreitet. Die Infrastruktur des Gesundheitswesens in ganz Liberia, Guinea und Sierra Leone wurde von der schwere der Epidemie überfordert. Als Folge haben die Masern-Impfungen einen dramatischen Rückgang im vergangenen Jahr gesehen. Beim Kampf gegen Ebola war es überlasteten Krankenhäusern und den im Gesundheitsbereich Tätigen nicht gelungen, die Masern-Impfungen für Kinder aufrecht zu erhalten und infolgedessen sind nun Millionen von jungen Menschen potenziell gefährdet.
In einem kürzlich erschienenen Artikel von Agence France-Presse (AFP), haben Experten berichteten, dass ein Ausbruch der Masern in den westafrikanischen Ländern möglicherweise Tausende infizieren könnte. Menschen die in Armut leben sind natürlich zusätzlich dem Risiko ausgeliefert, sich mit dem tödlichen Virus anzustecken, denn diese Personen leben oft unter Bedingungen wo der Zugang zu Impfungen und sauberem Wasser selten ist.

Krankenhaus | über Wiki Bild
Masernausbrüche folgen oft humanitären Krisen. Im Jahr 2010, nach dem schrecklichen Erdbeben in Port-au-Prince, Haiti, gab es einen Riesenzuwachs des Masern-Virus in den Monaten direkt nach der Katastrophe. Das liegt daran, dass die Impfungsraten nach einer Krise aus Angst vor Infektionen und wegen der Belastung der Gesundheitssysteme sinken.
Es wird geschätzt, dass derzeit Masernimpfungen in der Region Westafrikas (typischerweise etwa 60 bis 70 Prozent davon Kinder) seit dem Beginn der Ebola-Krise einen Rückgang von ca. 75 Prozent erfahren haben. Ärzte haben vorhergesagt, dass zu den 7.000 Masern-Todesfällen die die westafrikanischen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone üblicherweise erwarten würde, zusätzlich 16.000 Kinder, aufgrund von Ebola verursachten Störungen im Gesundheitssystem, an Masern sterben könnten.
Nach Krisensituationen haben Länder es schwer wieder eine Art Normalität zu erlangen und oft gestaltet sich dieser Prozess langsam und mühselig.  Es ist dann schwer, medizinisches Personal zu bekommen und ihre Präsenz im Feld zu wahren, insbesondere in Fällen, in denen die Katastrophe eine Infektionskrankheit ist. Also, was tun? 
Internationale Entwicklung und die Stärkung der nationalen Gesundheitssysteme kann einen Teil des Gesundheitsfürsorge-Zusammenbruchs in den Nationen stoppen, die anfällig für Natur- und humanitäre Katastrophen sind. In einer Welt mit einer zunehmenden Vernetzung durch Reisen, Handel und digitale Kommunikation, ist es unsere Aufgabe als Weltbürger, für erhöhte Ausgaben im Gesundheitswesen, sowohl in unseren eigenen Nationen als auch denen im Ausland zu plädieren.
Die Forschung stellt die Daten zur Verfügung - Krisensituationen ziehen oft andere Notfälle nach sich. Was muss also getan werden, um dieses Muster der Katastrophe gefolgt von einer neuen Katastrophe zu verhindern? Aus den Ereignissen der Vergangenheit zu lernen, und die Stärkung des Bewusstseins für Notfall-Einsätze kann den Ländern helfen sich auf Epidemien und unvorhergesehene Ereignisse vorbereiten.