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Umweltschutz

Tansania verbietet es Tourist*innen, Plastiktüten in das Land zu bringen

Warum das wichtig ist
Die weltweite Plastikflut bringt das Ökosystem unserer Erde aus dem Gleichgewicht und wird zur Bedrohung für das Leben an Land und im Wasser. Regierungen auf der ganzen Welt versuchen nun, die Plastikproduktion entsprechend der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) einzudämmen. Werde hier mit uns zu diesem Thema aktiv.

Ab dem 1. Juni werden Tourist*innen bei ihrer Einreise nach Tansania auf Plastiktüten verzichten müssen. Das gab die Regierung des ostafrikanischen Staats im Mai in bekannt.

Dafür sollen bei der Einreise spezielle Check-In-Bereiche eingerichtet werden, in denen mitgebrachte Plastiktüten künftig konfisziert werden. Die einzige Ausnahme gilt für wiederverwendbare Ziploc-Tüten, in denen persönliche Artikel weiterhin mitgeführt werden dürfen.

Diese Maßnahme baut auf den jüngsten Bemühungen des Landes auf, die Verwendung von Einweg-Plastik und die Plastikmüllproduktion landesweit einzugrenzen. Zudem erhofft sich Tansania dadurch, dem florierenden Schwarzmarkt und Schmugglerringen die Grundlage für das Geschäft mit Plastikstoffen zu entziehen.

“Plastiktüten jeglicher Form und Dicke dürfen von nun an weder importiert noch exportiert, hergestellt, verkauft, gelagert, bereitgestellt oder innerhalb Tansanias genutzt werden“, schrieb January Makamba, Umweltminister Tansanias, in seiner Ankündigung auf Twitter.

Tansania übernimmt bei der internationalen Bewegung gegen die Plastikverschmutzung eine Vorreiterrolle. 2016 verkündete das Land, ein allumfassendes Verbot von Plastiktüten einzuführen. Dieses Vorhaben soll in den folgenden Monaten umgesetzt werden, so die Nachrichtenplattform Africa News.

Um diesen Beschluss zu realisieren, arbeitete das Land mit Herstellern an der Entwicklung nachhaltiger Alternativen und räumte Unternehmen eine Schonfrist ein, um die neuen Regulierungen umzusetzen. Das aktuelle Verbot ist jedoch vor allem ein Versuch, dem illegalen Handel mit Plastikmüll ein Ende zu setzen.

Um dieses Problem zu lösen und sicherzustellen, dass Unternehmen die neuen Richtlinien einhalten, ahnden andere Länder Verstöße gegen das Plastikverbot über unterschiedlich gestaffelte Strafen.

In Ruanda droht Menschen, die das Plastikverbot missachten, beispielsweise sogar eine Gefängnisstrafe. In den meisten Ländern, einschließlich Tansania, werden bei Verstößen Bußgelder fällig.

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In den vergangenen Jahren haben mehr als 60 Länder Gesetze eingeführt, um die Plastikproduktion einzugrenzen und die Umwelt zu schützen. Die Vorreiterrolle übernehmen aktuell vor allem afrikanische Länder – treibende Kraft des Kontinents sind besonders die jungen Aktivist*innen.

Um diese Fortschritte bei der Bekämpfung der Plastikverschmutzung weiterzuentwickeln, erwirkt die UN ein internationales Schutzabkommen für den Erhalt der Meere, das die länderübergreifende Zusammenarbeit und Initiativen zur Müllentsorgung fördern soll.

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Tansania legt mit dem neuen Gesetz einen weiteren Grundstein für Kooperationen dieser Art.

“Die Regierung möchte Besucher*innen durch das Verbot nicht abschrecken“, schreibt Umweltminister Makamba in seinem Post. “Dennoch hoffen wir, dass Tourist*innen bereit sind, die Unangenehmlichkeiten zu akzeptieren, die das Plastikverbot mit sich bringt – dem Umweltschutz zuliebe und um unser Land schön und sauber zu halten.”