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Umweltschutz

Erster Supermarkt in Köln, der ganz ohne Verpackungen auskommt

Foto via Facebook

Das monatelange Warten hat endlich ein Ende: seit diesem Wochenende sind die Türen des ersten verpackungsfreien Ladens in Köln geöffnet. Bei „Tante Olga” können die Leute nach Herzenslust einkaufen, ohne dabei Verpackungsmüll zu produzieren. Einfach großartig!

Denn das Konzept ist einfach aber gut: alle Waren werden weder in Tüten, noch Plastik noch Schachteln verkauft. Stattdessen bringen die Leute ihre Verpackung selbst mit und füllen sich hier bei „Tante Olga” in der Berrenrather Straße in Köln-Sülz das ab, was sie brauchen: von Bio-Nudeln, über Trockenfrüchte bis hin zur Schokolade ist alles dabei. Selbst bester Kaffee kann aus mitgebrachten Bechern geschlürft werden.

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Dinah Stark sowie Olga und Gregor Witt hatten alle drei den gleichen Traum: endlich in einem verpackungsfreien Laden in Köln einkaufen zu können. Doch den gab es bisher leider nicht. Also setzten sich die drei zusammen, um selbst ein Konzept auszuarbeiten. Ein gutes Lokal für den neuen Tante-Olga-Laden war schnell gefunden. Und dank einer Crowdfunding-Kampagne konnte ihr Traum nun auch in die Tat umgesetzt werden:

Das Angebot des Ladens ist wirklich umfangreich und bezieht sich nicht nur auf Lebensmittel: Selbst Kosmetikprodukte wie Bambus-Zahnbürsten und Haarseifen stehen hier neben vielen weiteren Haushaltsartikeln in den Regalen. Und alles ist Fair Trade und bio-zertifiziert. Selbst bei der Einrichtung versuchen die Drei so gut es geht auf Plastik zu verzichten.

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Zu leben und dabei so wenig Müll wie möglich zu produzieren liegt im Trend. Zum Glück! In Deutschland, Österreich und der Schweiz verkaufen daher immer mehr Läden ihre Produkte unverpackt, so dass jeder sich das abfüllen kann, was er zum Leben braucht, ohne dabei gezwungen zu sein, große Mengen einzukaufen oder viel Müll zu produzieren.

Auch im Internet findet man zahlreiche Tipps und Tricks wie man sein Leben ohne Müll organisieren kann. Lauren Singer erzählt zum Beispiel von ihrem müllfreien Leben in New York - und klärt dabei auf, wie sie es schaffte, dass ihr über zwei Jahre gesammelter Müll in ein kleines Einmachglas passt! Und auch die Namensgeberin des Ladens in Köln gibt auf ihrem Blog „Zero Waste Lifestyle” nützliche Hinweise, wie man ein Leben ohne Müll führen kann.

Es scheint also ganz so, als ob langsam ein Umdenken stattfindet. Haben wir schon 'Zum Glück' gesagt? Denn jeder Deutsche produziert durchschnittlich 617 Kilogramm Müll im Jahr- damit liegen wir mit über 130 Kilogramm weit über dem EU-Durchschnitt. Bleibt zu hoffen, dass sich der Trend des „Unverpackt”-Ladens also auch in anderen Städten fortsetzt, so dass Deutschland bald nicht mehr über, sondern weit unter dem EU-Durchschnitt liegt.