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Photo by Kris Mikael Krister on Unsplash
Umweltschutz

Riesenerfolg: Anzahl der Meeresschildkröten steigt nach Schutzmaßnahmen um fast 1.000 Prozent

Warum das wichtig ist:
Der “Endangered Species Act” (ESA) ist ein Gesetz zum Schutz bedrohter Arten in den USA und hilft dabei, Ziel Nummer 14 und 15 der Global Goals der Vereinten Nationen zu erreichen. Lebensräume im Meer werden weltweit durch den Klimawandel zerstört. Gesetze wie das ESA können dazu beitragen, Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren. Werde hier aktiv und setze dich mit Global Citizen für den Schutz unserer Umwelt ein.

Wenn Lebensräume geschützt werden, beginnen Tiere, sich von einem Rückgang der Population zu erholen. Das ist das Fazit eines zu Beginn vergangenen Jahres veröffentlichten Berichts, der die Auswirkungen des Tierschutzgesetzes auf die Erhaltung von Meerestieren untersuchte.  

Im Rahmen der Studie analysierten Forscher*innen die Populationen von 31 verschiedene Meeressäugern und Meeresschildkröten und stellten fest, dass sich 78 Prozent der Meeressäuger und 75 Prozent der Meeresschildkröten-Populationen von einem vorherigen Rückgang erholten, nachdem sie von ESA als bedrohte Arten eingestuft wurden.

Dank des ESA erhöhte sich der Meeresschildkröten-Bestand um ganze 980 Prozent! Auch der Bestand der Meeressäuger erhöhte sich um 115 Prozent.

“Das Gesetz zum Schutz bedrohter Arten bewahrte Wale, Meeresschildkröten, Seeotter und Seekühe vor dem Aussterben und erhöhte die Anzahl der Populationen um ein Vielfaches. Dank des Gesetzes erholten sich diese Arten fast vollständig", erklärte Shaye Wolf, Wissenschaftlerin und Mitautorin der Studie, in einer Pressemitteilung. "Die Erfolge, die wir durch die Reduzierung der Wasserverschmutzung, Überfischung, Zerstörung der Strände und Tötung erzielt haben, sollten unbedingt gefeiert werden."

Das Tierschutzgesetz aus 1973 hat schon zahlreiche Tierarten vor dem Aussterben bewahrt. Wird etwa eine Schildkrötenart unter Schutz gestellt, werden die Fischerei, der Tourismus und die Abfallentsorgung aus dem zu schützenden Gebiet verbannt und Naturschützer können der Sicherung der Nahrungsquellen nachgehen.

Der Bestand der Buckelwale auf Hawaii zum Beispiel erholte sich von 1979 bis 2015 so stark, dass er von 800 auf 10.000 Tiere anstieg und 2016 von der ESA-Liste bedrohter Arten gestrichen werden konnte.

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"Die Erfolgsgeschichte der Buckelwale, die entlang der amerikanischen Westküste wandern, berührt uns alle", erklärte Abel Valdivia, Mitautor der Studie und Wissenschaftler der Naturschutzgruppe “Rare”, in der Pressemitteilung. "Wenn wir uns bemühen die notwendigen Mittel aufzubringen und strenge Gesetze, wie die ESA einführen, können wir bedrohte Arten retten.”

Der grünen Meeresschildkröte erging es ähnlich. Die Anzahl der Nester entlang der Küste Floridas sank im Jahr 1989 auf 464. Dank der Aufnahme in die ESA-Liste jedoch stieg die Anzahl der Nester im Jahr 2016 auf 39.000.

green-sea-turtle-msullivan-NOAA_permit1013707.jpgImage: Mark Sullivan for NOAA

Der Rückgang der Meerestiere erreichte in den letzten Jahren ein alarmierendes Ausmaß. Aufgrund des zunehmenden Klimawandels absorbieren die Ozeane einen großen Teil der globalen Erwärmung. Sie heizen sich immer schneller auf und erreichen gefährlich hohe Wassertemperaturen, die für viele Arten, besonders Korallen, lebensbedrohlich sind.

Durch die Erwärmung der Ozeane kommt es auch zu einer Neuverteilung der Meerestiere. Seeigel zum Beispiel, breiteten sich durch warme Wassermassen an der Küste Kaliforniens aus und verwüsteten riesige Tangwälder, die vielen Meerestieren als Lebensgrundlage dienten.

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Die Ozeane nehmen außerdem ausgestoßenen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf. Das lässt den pH-Wert des Wassers sinken und die Meere saurer werden. Die Folge: Massenhaftes Tiersterben. Darüber hinaus versinken die Ozeane im Plastikmüll und kosten zehntausende Meerestiere das Leben. Viele Fischarten sind bereits überfischt und stehen vor dem Aussterben. Industrieabfälle verursachen immer mehr sauerstoffarme Gebiete im Meer, die jegliches Leben unmöglich machen.

Untersuchungen der Meeresböden im Rahmen der Erdgas- und Erdölsuche erzeugen zudem heftige Schallwellen, die den lebenswichtigen Orientierungssinn von Walen und anderer Meerestieren stören.

"Die Ökosysteme der Meere werden häufig von Menschen zerstört", sagte Wolf, "aber unsere Studie zeigt, dass wir sie mit starken Gesetzen und Verantwortungssinn auch wiederherstellen können, damit sich die Bestände der Wildtiere wieder erholen."