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Umweltschutz

Die “Weltuntergangsuhr“ steht auf 100 Sekunden vor Mitternacht, sagen Wissenschaftler*innen

Warum das wichtig ist:
Der Klimawandel stellt eine der größten Bedrohungen für das Leben auf der Erde dar. Die Auswirkungen werden vielerorts sichtbar – anhand steigender Treibhausgasemissionen, Naturkatastrophen und Luftverschmutzung. Die Global Goals der Vereinten Nationen (UN) fordern Regierungen weltweit auf, den Klimawandel und seine Folgen einzudämmen. Werde hier mit uns aktiv.

Es ist eine apokalyptische Warnung, die das Magazin “The Bulletin of the Atomic Scientists” durch die Umstellung der sogenannten "Doomsday Clock“, zu deutsch so viel wie “Weltuntergangsuhr“, ausspricht. Während sie 2018 noch auf zwei Minuten vor Mitternacht stand, ist sie 2020 nur noch 100 Sekunden von Mitternacht entfernt.

Die Weltuntergangsuhr steht symbolisch für die Zeit, die der Menschheit bleibt, um Katastrophen wie einen Atomkrieg oder die Folgen des Klimawandels abzuwenden. Die Umstellung auf 100 Sekunden vor Mitternacht soll anzeigen, dass diese Gefahren im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind.

“Wir geben die Entfernung der Welt vor diesen Katastrophen nun in Sekunden an – nicht in Stunden, und auch nicht in Minuten“, sagt Rachel Bronson, Geschäftsführerin von The Bulletin. “Wir [die Menschheit] nehmen eine gefährliche Welt mit Bedrohungen wie Atomwaffen und dem Klimawandel mittlerweile als Normalzustand hin.“

Die dunkle Zukunftsbild der Menschheit

Das letzte Mal wurde die Uhr vor zwei Jahren umgestellt. 2019 blieb sie bei zwei Minuten vor Mitternacht stehen. Akute Gefahren waren auch hier der Klimawandel, der Handel mit Atomwaffen und weltweite Cyberattacken. Da sich diese Gefahren laut der beteiligten Wissenschaftler*innen 2020 sogar noch verstärken werden, rückt der symbolische Weltuntergang nun 20 Sekunden näher an die Menschheit heran.

Das Magazin The Bulletin hat die Uhr 1947 während des Kalten Krieges ins Leben gerufen. Begleitend zur aktualisierten Zeitangabe veröffentlicht das Magazin eine Einschätzung zum Zustand der Welt.

Nach ihrem aktuellen Bericht sieht die Zukunft der Menschheit alles andere als rosig aus. Die Wissenschaftler*innen werfen Regierungssprecher*innen vor, die Welt weiter an den Abgrund zu stoßen. Sie argumentieren, dass Regierungen nicht den Willen zeigen, die vom Klimawandel und einem Atomkrieg ausgehenden Bedrohungen ernst zu nehmen. Das mache die Weltbevölkerung schutzloser als je zuvor.

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Weltuntergang heute näher als zu Zeiten des Kalten Krieges

“In den vergangen zwei Jahren mussten wir miterleben, wie einflussreiche Führungskräfte die effizientesten Maßnahmen, um [diese] komplexe Gefahren einzudämmen, verleumdet und verworfen haben – internationale Abkommen, die umfassenden Prüfungen unterzogen wurden – zugunsten ihrer eigenen engstirnigen Interessen und ihrem eigenen politischen Vorteil“, so der diesjährige Bericht.

Die Forscher*innen erklären zudem, dass die Welt heute näher an den Weltuntergang gerückt sei, als noch während des Kalten Krieges. Als die Sowjetunion 1953 kurz vor ihrem Test einer Wasserstoffbombe in der damaligen Sowjetrepublik Kasachstan stand, stellte das Bulletin die Uhr auf zwei Minuten vor Mitternacht.

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Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wurde der Minutenzeiger der Uhr nach und nach wieder zurückgestellt. Am weitesten vom Untergang war die Uhr 1991 entfernt – mit 17 Minuten vor Mitternacht.

Kein Wandel ohne Klimaschutz

In Reaktion auf die jüngste Umstellung der Weltuntergangsuhr forderte der achte Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, Regierungssprecher*innen weltweit auf, sofort den Kampf gegen den Klimawandel aufzunehmen.

“Wir müssen Investitionen in und der Ausbeutung von fossilen Energien ein sofortiges Ende setzen. Wir müssen die Forderungen der Jugend auf unseren Straßen ernst nehmen und auf die Wissenschaft hören. Wir können mit der Natur nicht verhandeln“, sagte Ban Ki-moon laut Nachrichtenportal NBC.