Warum das wichtig ist
Viele Dinge aus unserem Alltag sind enorm schädlich für unsere Umwelt. Spitzenreiter: Einwegplastik. Aber auch Frischhaltefolie. Plastik verdreckt unsere Meere, bedroht Lebewesen und hat das Potenzial, ganze Ökosysteme zu zerstören. Umweltfreundliche Alternativen zu Plastik werden daher dringend benötigt und können den Weg in eine nachhaltige Zukunft weisen. Wenn auch du dich für unseren Planeten einsetzen willst, kannst du hier aktiv werden.  

Seit der Erfindung von Plastik in den 50er Jahren, hat die Welt rund neun Milliarden Tonnen Plastik produziert. Der Löwenanteil davon wird nicht recycelt. Inzwischen gehören Einwegplastik und Verpackungen zu den größten Umweltverschmutzern weltweit. Erschreckende 25 Millionen Tonnen Plastik werden jedes Jahr in unsere Weltmeeren gespült. Allen voran Alltagsgegenstände auf Plastik: Wasserflaschen, Zahnbürsten und Frischhaltefolie.    

Forscher am Institut für Technologie in Georgia, USA, haben nun ein Material erfunden, das dabei helfen könnte, der Verschmutzung durch Plastik Einhalt zu gebieten – und nebenbei die weltweite Lebensmittelverschwendung einzudämmen.  

Denn das neue, flexible Material wird aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt: Die Hauptkomponente ist Chitin, wie es in den Schalen von Krebstieren vorkommt. Die andere Komponente ist Zellulose, der Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände.

Zum Einsatz kommt das Material als Pumpspray. Das Spray erzeugt farblose Schichten, die sich um das jeweilige Produkt wie eine Hülle legen. Sind die Schichten getrocknet und werden nicht mehr gebraucht, lassen sie sich abziehen und zu 100 Prozent kompostieren.

Und hier kommt nun die Lebensmittelrettung ins Spiel. Denn das Material könnte nicht nur herkömmliche Plastikverpackungen ersetzen, sondern scheint Lebensmittel sogar länger frisch zu halten.

"Unser Material zeigte bis zu 67 Prozent weniger Sauerstoffdurchlässigkeit gegenüber einigen PET-Stoffen [Polyethylenterephthalat, ein häufig in Plastik verwendeter Stoff]", erklärte Forscher und Professor J. Carson Meredith in einer Pressemitteilung. "Was bedeutet, dass es theoretisch möglich ist, damit Lebensmittel länger frisch zu halten."

Die Idee zur Zusammensetzung dieses Materials kam den Wissenschaftlern bei einem ganz anderen Projekt, bei dem Chitin zum Einsatz kam. Schnell stellten sie fest, dass die Eigenschaften von Holzfasern hervorragend zu Chitin passen.  

"Die Idee kam, als wir feststellten, dass Chitin-Nanofasern positiv geladen sind, wohingegen Cellulose-Nanokristalle negativ geladen sind. Sie könnten also in abwechselnden Schichten als Beschichtung funktionieren, weil sich zwischen ihnen eine gute Schnittstelle bildet", so Meredith.

Das Team hofft, dass das Material dazu beitragen kann, den Plastikgebrauch vor allem bei Verpackungen zu reduzieren. Eine Maßnahme, die angesichts des weltweiten Plastikkonsum dringend benötigt wird.  


"Wir beschäftigen uns schon seit einigen Jahren mit Cellulose-Nanokristallen, in der Hoffnung, diese für leichtgewichtige Verbundswerkstoffe und für Lebensmittelverpackungen einsetzen zu können. Wir glauben, der Markt für nachwachsende und kompostierbare Verpackungen ist enorm und vor allem Lebensmittelverpackungen werden an Bedeutung gewinnen, wenn die Weltbevölkerung weiter wächst", so Meredith.

Leider wird es wohl noch eine Weile dauern, bis es das Material zu kaufen gibt. Denn auch wenn Zellulose auf nachhaltige Weise gewonnen werden kann, gibt es noch keine massenproduzierte Zellulose, was die Herstellung des Sprays derzeit einfach zu teuer für den alltäglichen Gebrauch macht. Aber Meredith ist überzeugt, dass die Industrie sich mit steigender Nachfrage auch hier in naher Zukunft bewegen wird.

Bis es also soweit ist, kann man auf andere Plastikalternativen zurückgreifen, die es bereits zu kaufen gibt und die alle dazu beitragen, den Gebrauch von Einwegplastik zu reduzieren. Wer zum Beispiel auf der Suche nach einer Alternative für Plastikfolie ist, kann sich zum Beispiel Bienenwachstücher kaufen. Oder selber machen. Eine schnelle Google-Suche hilft.  

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Ein Beitrag von Aileen ElsnerJasper Lo  und  Erica Sánchez