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Mehr als 200.000 Kinder fliehen vor Gewalt in Myanmar

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Nach Schätzungen der Vereinten Nationen flohen in den vergangenen drei Wochen 400.000 Rohingya-Muslime aus der Region Rakhine, im Westen von Myanmar. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder.

Einige sind unbegleitet und müssen die gefährliche Flucht ohne ihre Familien antreten. Die meisten Rohingya fliehen ins Nachbarland Bangladesch, wo sie in chaotischen und überfüllten Flüchtlingscamps landen. “Das erste, das einem in den verschiedenen Flüchtlingscamps der Rohingya auffällt, ist die große Zahl Kinder. Man sieht Kinder, die seit Tagen nicht geschlafen haben. Sie sind hungrig und schwach”, sagt Jean Lieby, Leiter der Kinderschutz-Abteilung von UNICEF in Bangladesch.  

“Nach einer solchen langen und kraftraubenden Reise sind viele Kinder krank und brauchen dringend medizinische Versorgung”, sagt Lieby.

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"Es mangelt aktuell an allem, insbesondere aber an Unterkünften, Nahrung und sauberem Wasser", sagt ein anderer UNICEF-Vertreter. "Die Situation vor Ort stellt für die Kinder ein besonders großes Risiko dar, durch verschmutztes Wasser zu erkranken. Wir haben eine Mammutaufgabe vor uns, um diese extrem verletzbaren Kinder zu schützen.”

In solchen Situationen sind Kinder besonders anfällig für Menschenhandel, Missbrauch, Zwangsarbeit oder -heirat.

Global Citizen kämpft für die Kinderrechte und den Schutz von Flüchtlingen weltweit. Hier kannst du aktiv werden.

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Die Rohingya werden in Myanmar nicht als eigenständige Bevölkerungsgruppe anerkannt. Seit Jahrzehnten werden sie aus ethnischen und religiösen Gründen verfolgt. Die muslimische Minderheit gilt als meistverfolgtes Volk der Welt. Im Jahr 1982 entzog das damalige Birma ihnen die Staatsbürgerschaft, seitdem sind Rohingya staatenlos. Menschenrechtsorganisationen und die UN kritisieren das Vorgehen in Myanmar schart: “Die Situation scheint aus einem Lehrbuch für 'ethnische Säuberungen' zu stammen", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Raad al-Hussein.

Schon jetzt würden mindestens 7,3 Millionen US-Dollar für die Soforthilfe gebrauchen, schätzt UNICEF. Der Bedarf könnte mit den weiteren Flüchtlingen noch deutlich steigen.